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Quartierleben

Auf dem Weg zur «neuen Trotte»

27. September 2016 von

Foto: Dagmar Schräder

Das Fundament für das neue Gebäude ist bereits im Bau.

Foto: Adrian Stump

Nur noch Erinnerung: Die alte «Trotte» während den Abbrucharbeiten Anfang März.

Foto: zvg

Aussenansicht der neuen «Trotte» mit Park.

Foto: Dagmar Schräder

Christine Paulicke, Leiterin des Alterszentrums «Trotte».

Von

Online seit
27. September 2016

Printausgabe vom
29. September 2016
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Weil das alte Gebäude des Alterszentrums «Trotte» abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden musste, ist das gesamte Alterszentrum mit allen Bewohnerinnen und Bewohnern zeitweilig umgezogen. Ein Besuch im temporären Zuhause.

Die «Trotte» ist weg. Abgerissen. An der Nordstrasse, zwischen den Bushaltestellen Rebbergsteig und Lehenstrasse, dort, wo sich seit 1960 das städtische Alterszentrum befand, klafft nun ein riesiges Loch. Das alte Gebäude war nicht mehr sanierbar, es muss durch einen Neubau ersetzt werden. Die Bauarbeiten sind in vollem Gang. In den nächsten zwei Jahren wird hier ein topmodernes Alterszentrum entstehen, die neue «Trotte». Doch wo sind die Bewohnerinnen und Bewohner in der Zwischenzeit abgeblieben und wie geht es ihnen momentan? Christine Paulicke, die Leiterin des Alterszentrums, lädt zu einem Besuch in ihre temporäre Heimat ein.

Umzugsstress überwunden, neues Zuhause gefunden

Freundlich empfängt Paulicke ihren Besuch an einem schönen Spätsommermorgen Anfang September im Erdgeschoss des ehemaligen Personalgebäudes des Triemlispitals. Im November 2015 ist das Alterszentrum mit den damaligen Bewohnerinnen und Bewohnern und allen Mitarbeitenden hierhin umgezogen. Auf fünf Stockwerken des alten Triemlihochhauses leben die Seniorinnen und Senioren in denjenigen Zimmern, die ursprünglich für das Pflegepersonal des Krankenhauses erstellt worden waren und die nun den städtischen Alterszentren während Umbauphasen zur Verfügung stehen. «Anfangs war die Eingewöhnung nicht ganz einfach, wir alle mussten uns an ein komplett neues Umfeld, etwas eingeschränktere Räumlichkeiten und eine andere Infrastruktur gewöhnen», erklärt Paulicke bei einem Kaffee auf der gemütlichen Terrasse der Cafeteria. «Mittlerweile sind wir hier aber angekommen und fühlen uns zuhause.» Natürlich sind die Zimmer im Triemli ein wenig kleiner als vorher, was bedeutet, dass ein Teil des persönlichen Hab und Guts der Bewohner in Kellerräumen eingelagert werden musste. Dennoch konnten alle ihre Zimmer nach eigenen Wünschen gestalten – und sogar auswählen, ob sie lieber einen Raum mit fantastischer Aussicht auf die ganze Stadt oder einen mit Blick auf den Üetliberg wünschen.

Mit viel Einsatz

Einen massgeblichen Beitrag zum heimeligen Gefühl leistet auch die Tatsache, dass das gesamte Team des Alterszentrums mit ins Triemli umgezogen ist. Von der Aktivierungstherapie über das Pflegefachpersonal bis hin zum Koch ist das Personal gleichgeblieben – und damit auch das Angebot. Insbesondere beim Essen ist dies ein sehr wichtiger Faktor. Die altvertrauten Menüs bleiben also auch während der «Exilphase» erhalten. Auch in der Gestaltung der Räumlichkeiten gibt sich das Team um Paulicke grosse Mühe, für alle ein Stück Heimat zu schaffen. Auf jedem Stockwerk existiert ein Aufenthaltsraum, der jeweils thematisch gestaltet wurde. Einer der Räume etwa ist mit antiken Möbeln, Plattenspielern, Puppen und anderen Antiquitäten bestückt worden, einer dient als Bibliothek, in einem ist ein Computerarbeitsplatz eingerichtet worden, ein anderer soll zu einem kleinen Werkraum gemacht werden. Zudem werden – wie am alten Ort auch – zur Unterhaltung mehrmals wöchentlich kulturelle Veranstaltungen angeboten, von Schlagerkonzerten über Kinoabende bis zu Spielnachmittagen. Angesichts all dieser Bemühungen erstaunt es nicht, dass in einer internen Umfrage unter den Bewohnerinnen und Bewohnern ein erstes Feedback zum temporären Zuhause positiv ausgefallen ist. Dennoch, so Paulicke, «können wir es natürlich alle kaum erwarten, wieder in die ˂Trotte˃ zurückzukehren».

Die neue «Trotte» wird viel zu bieten haben

Um die Wartezeit auf den Neubau ein wenig zu verkürzen und die Bewohnerinnen und Bewohner über die Bauarbeiten auf dem neuesten Stand zu halten, werden im Speisesaal monatlich aktuelle Fotoaufnahmen der Baustelle aufgehängt. Hier lässt sich also mitverfolgen, wie die neue «Trotte» entsteht. Die Baupläne sehen vielversprechend aus: Rund um den modernen Neubau entsteht ein grosser, öffentlicher Park mit Gartenanlagen und ein Restaurant lädt zum Verweilen ein. Die 96 geplanten Einzel- und Doppelzimmer sind grosszügig konzipiert und werden alle eine geschützte Loggia besitzen, von der aus der Blick auf die Stadt Zürich genossen werden kann. Eigene Kühlschränke in jedem Zimmer gehören ebenso selbstverständlich zum Inventar wie die Kochmöglichkeiten auf jeder Etage. Neu wird das Alterszentrum in Zukunft zudem über einen Wellnessbereich und einen grosszügigen Aktivierungsbereich verfügen, der allen Seniorinnen und Senioren offensteht. Wenn die Bauarbeiten weiter fortgeschritten sein werden und der Rohbau erstmal steht, wird das gesamte Alterszentrum auch den einen oder anderen gemeinsamen Ausflug auf die Baustelle machen, um das neue, alte Heim schon einmal etwas kennenlernen zu können. So können sich die Bewohnerinnen und Bewohner ausmalen, wo sie später gerne wohnen möchten, denn als Alteingesessene haben sie Anrecht darauf, ihr Zimmer wählen zu können.

Neuzuziehende sind auch jetzt schon jederzeit willkommen

Wer Interesse daran hat, neu in die «Trotte» einzuziehen, muss jedoch gar nicht unbedingt warten, bis der Neubau steht. «Auch während der nächsten zwei Jahre, in denen wir hier im Triemli untergebracht sind, ist es möglich, bei uns einzuziehen. Von den uns hier zur Verfügung stehenden 65 Zimmern stehen momentan noch einige frei. Es ist im Moment möglich, für einen temporären Aufenthalt bei uns unterzukommen», erklärt Paulicke. «Falls jemand also kurzfristig eine Unterkunft benötigt, etwa, weil betreuende Angehörige in die Ferien fahren oder nach einem Spitalaufenthalt noch eine Regenerationsphase im Alterszentrum erforderlich ist, bieten wir die Möglichkeit, für Aufenthalte von mindestens zwei bis vier Wochen bei uns zu Gast zu sein», so Paulicke weiter. Wer sich nach solch einem Kurzaufenthalt entschliesst, doch länger zu bleiben und den Umzug zurück nach Wipkingen mitzumachen, dem steht dies natürlich frei. Voraussichtlich Ende 2018 ist dann wieder alles so, wie es sein sollte und die «Trotte» mitsamt all ihren Bewohnerinnen und Bewohnern endlich wieder zurück in ihrem angestammten Quartier.

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