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Katholische Pfarrei Guthirt

Das Leben immer wieder neu schaffen

28. März 2018 von

Von

Online seit
28. März 2018

Printausgabe vom
29. März 2018
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Liebe Wipkingerinnen und Wipkinger

Probieren Sie gerne etwas Neues aus in Ihrem Leben? Zum Beispiel neue Kleider, neue Hobbies, neues Aufräumen und Einordnen in der Wohnung, neues, unbekanntes Essen und Reisen, neue Gewohnheiten – ja, eine neue Art zu denken, zu reden und zu handeln? Oder haben Sie eher Angst vor Veränderungen? Vielleicht, weil Sie die Erfahrung gemacht haben, dass letztlich im Leben sowieso alles beim Alten bleibt? Oder weil es Ihnen schwerfällt, Liebgewordenes für etwas aufzugeben, wovon Sie noch nicht wissen, wohin der Weg führt?

Probieren Sie gerne etwas Neues aus in Ihrem Leben?

Neu ist – obwohl uns die Werbung das oft andersrum vorgaukelt – nicht immer einfach besser. Ich glaube, es braucht in unserem Leben Beides: Altbewährtes und Neues. Wir brauchen einerseits einen Boden, den unsere Eltern bereitet haben. Wurzeln, Traditionen und Ordnungen, die das Leben in einer Gemeinschaft überhaupt erst möglich machen. Unsere Rituale, Orte, Menschen, die wie zu uns gehören, wo wir uns wohl, frei und glücklich fühlen. Wir brauchen das «Alte», damit wir darauf stehend etwas Neues wagen können. Ja, wir müssen immer wieder ins Unbekannte aufbrechen, vorwärts schreiten ins Neue, sonst droht die Gefahr, dass unser Leben wie einschläft oder, etwas überspitzt gesagt, unser Dasein durch das immer Gleiche zu einem Wartesaal des Todes wird.
Probieren Sie gerne etwas Neues aus in Ihrem Leben? Manchmal sagen mir Menschen: Weisst Du, wir fangen jetzt nichts mehr Neues an, wir können uns nicht mehr ändern. Wir haben so viel erlebt – neue Wege des Denkens und des Handelns sind wie nicht mehr möglich. Aus der Hirnforschung wissen wir jedoch, dass unser Denken tatsächlich immer wieder neu werden kann. Es können durch neue Erfahrungen, die kontinuierlich wahrgenommen werden, neue Verbindungen, neue Nervenbahnen entstehen, die unser Denken wortwörtlich in «neue Bahnen» lenken. Trampelpfade im Dickicht unserer Hirnwindungen, die mit der Zeit zu Autobahnen des neuen Denkens und Handelns werden. Die Hirnforschung sagt uns: Lebenslang Neues lernen und einüben ist möglich. Ja, lebenslang kann das Denken und Handeln in neu entwickelte Bahnen gelenkt werden. Probieren Sie gerne etwas Neues aus in Ihrem Leben? Jetzt ist Frühling. Das Leben erwacht nach dem zuletzt doch wieder einmal spürbaren Winter ganz neu. Die Sonne wird wieder stärker, die Vögel pfeifen, die Lebenskraft kehrt mit dem Licht und grosser Kraft zurück. Die Gelegenheit, den Alltag und all das, was wir tun oder eben nicht tun, zu evaluieren und es ganz neu zu gestalten! Mahatma Gandhi sagte einmal: Sei du selbst die Veränderung, die Du dir wünschst in dieser Welt. Haben Sie Lust, etwas Neues auszuprobieren in Ihrem Leben? Ich wünsche Ihnen viel Freude, beim ganz neuen Anpacken Ihres Lebens!

Beat Häfliger, Pfarrer

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