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Das Sorgenkind Verkehr

30. März 2016 von

Foto: Mathias Egloff

Wo Wipkingen siebenspurig ist: Die frischbemalte Rosengartenstrasse.

Foto: Mathias Egloff

Das sommerliche Wetter an einem Sonntagabend zeigt die nigelnagelneue Signalisation in bestem Licht. An Arbeitstagen wird der Platz auf dem Trottoir auf der Nordbrücke aber sehr eng, da sich Passagiere aus zwei Bussen, Bahnreisende und Fussgänger auf ihrem Weg zur Arbeit kreuzen.

Simone Brander, Gemeinderätin SP

Von

Online seit
30. März 2016

Printausgabe vom
31. März 2016
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Über 60 Prozent der Befragten in Wipkingen erachteten im Jahr 2015 den Verkehr als das grösste Problem in der Stadt Zürich. Dies ist eine markante Steigerung gegenüber 2015: Damals wählte erst rund die Hälfte den Verkehr zur grössten Herausforderung.

Auch die SP10 versucht weiterhin, die Verkehrssituation in Wipkingen zu verbessern. Aus dem Mitwirkungsverfahren Verkehr Kreis 10 liegen, seit dem Abschluss im Jahr 2013, eigentlich 17 Empfehlungen zur Verbesserung der Situation für den Fuss- und Veloverkehr auf dem Tisch. Leider ist es der Stadt Zürich bisher erst gelungen, zweieinhalb davon umzusetzen. So wurden am Wipkingerplatz Bäume zurückgeschnitten und der Zugang zum GZ Wipkingen besser signalisiert. Dies ist sicher zu begrüssen, löst aber noch kein Problem.
Wer zu Fuss in Wipkingen unterwegs ist, freut sich zu Recht über den neuen Röschibachplatz. Gleich um die Ecke besteht mit dem Ausbau der Nordbrücke auf vier Spuren aber ein grosses Ärgernis für den Fussverkehr. Regelmässig kommen sich Ein- und Aussteigende bei den Bussen mit denjenigen in die Quere, welche das Trottoir entlanglaufen möchten – es hat einfach zu wenig Platz auf dem Trottoir. Deshalb haben im März 2016 der Quartierverein Wipkingen und die IG WesttangentePlus erneut beim zuständigen Stadtrat Leutenegger interveniert und sich für eine Verbreiterung des Trottoirs sowie für verschiedene Sicherheitsmassnahmen auf der Nordbrücke eingesetzt. So ist man zum Beispiel wegen der Telefonkabine für Autofahrende aus der Rotbuchstrasse praktisch unsichtbar, wenn man auf den Zebrastreifen tritt. Leider waren bisher noch keine grossen Verbesserungen möglich – aber wir bleiben mit vereinten Kräften dran.
Doch Wipkingen droht bald weiteres Ungemach: Der Regierungsrat wird demnächst ein Spezialgesetz zum Rosengarten vorlegen und vorschlagen, den Rosengartentunnel zu bauen. Dieser Tunnel zwischen Bucheggplatz und Wipkingerplatz soll rund eine Milliarde Franken kosten. Viel Geld für ein kurzes Stück Tunnel. Bereits heute spart der Kanton bei der Bildung und schnürt Abbaupaket um Abbaupaket. In dieser Situation eine zusätzliche Milliarde für einen Tunnel aufzuwenden, scheint mir nicht sinnvoll investiertes Geld. Auch bringt der Rosengartentunnel keine Reduktion des Autoverkehrs – wie sie das Stadtzürcher Stimmvolk mit der Annahme der Städte-Initiative beschlossen hat –, da die Kapazität für den Autoverkehr mit dem Tunnel erhalten bleiben soll. Somit wird kein Auto weniger durchs verkehrsgeplagte Quartier brausen. Denn: Der Rosengartentunnel endet mit einem doppelstöckigen Tunnelportal beim Wipkingerplatz und die gleiche Anzahl Autos wie heute auf der Rosengartenstrasse wird sich mitten ins Quartier ergiessen. Gegen diese Verschandelung Wipkingens müssen wir uns gemeinsam wehren.

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