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Katholische Pfarrei Guthirt

Feuernacht

27. September 2017 von

Foto: zvg

Wer wagt den Sprung über beziehungsweise durch das brennende Seil?

Foto: zvg

Feuertanz eines Firmlings.

Foto: zvg

Der Feuertänzer Andreas Schwarzer in Feuer gehüllt.

Von

Online seit
27. September 2017

Printausgabe vom
28. September 2017
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Samstag, 21. Oktober, 18.54 Uhr. Es wird sein wie in den Jahren zuvor: Die Pfarrei Guthirt hat auch an diesem Samstagabend Eucharistie gefeiert und die Gläubigen verlassen die Kirche Richtung Innenhof. Und wie in den Jahren zuvor, bleiben einige noch stehen, reden miteinander, über die Predigt, über den ungewöhnlich heissen Sommer, nehmen Anteil am Leben der anderen.

Aber zum ersten Mal verweilen fast alle im Innenhof, kaum jemand mag sich schon auf den Weg nach Hause machen. Was ist anders? Anders wird sein, dass Andreas Schwarzer von der Zürcher Feuertanz- und Jongliergruppe «Los Del Fuego» (www.losdelfuego.ch) gleich seinen Auftritt haben wird. Am Rand des Innenhofs brennt ein Feuer und hüllt die Wände von Kirche und Pfarreizentrum in flackerndes Licht. Und dann geht es los: sanft. Leicht. Behutsam verteilt der Feuertänzer brennende Wattebauschen auf dem Platz. Der Anfang seines Auftritts wirkt beruhigend, sammelnd. Dann werden seine Bewegungen schneller und er tanzt regelrecht mit dem Feuer. Brennende Stäbe, Fackeln und sogenannte «Pois» wirbeln durch die Luft und um den Tanzenden herum. Kurz: Er bringt Feuer auf seine Art und Weise ins Spiel und er tut es furchtlos und doch mit Respekt, mal sanft und behutsam, mal wirbelnd und akrobatisch. Passend zum Firmmotto «Feuer in mir» zeigt er eine Show von atemberaubender Schönheit und Kraft. Am Ende der Show leuchten nicht mehr die Wattebauschen auf dem Platz, das Leuchten hat sich vom Boden auf die Gesichter der Mitfeiernden verschoben. Strahlend machen sich die meisten nun doch noch auf den Heimweg. Eine Gruppe Jugendlicher bleibt zurück. Es sind die diesjährigen Firmlinge. Am Sonntag, 26. November werden sie um 10 Uhr zusammen mit Bischof Vitus ihren grossen Tag in der Kirche Guthirt feiern: das Sakrament der Firmung. Es wird ihr letzter Vorbereitungsabend mit verschiedenen Posten sein. Dazu gehört das Einüben der Abläufe an der Firmung: Wer steht wann wo? Wer sagt wann was? Dann das Schreiben eines Briefes zum Thema «Weshalb lasse ich mich firmen?» Diese Briefe werden anschliessend ins Firmbuch geklebt, welches über Jahre darüber Auskunft gibt, wer das Sakrament der Firmung in der Pfarrei Guthirt empfangen hat und was die ganz persönlichen Beweggründe waren, diesen Schritt zu tun. Und schliesslich studieren die Firmlinge unter fachkundiger Anleitung von Andreas Schwarzer einen eigenen Feuertanz ein. Dabei machen sie sich zuerst mit den verschiedenen Jonglier-Gegenständen vertraut, bevor diese dann in Brand gesetzt werden. Es macht schon einen Unterschied, ob der Stab, den man gerade hinter seinem Rücken schwingt, in Flammen steht oder eben nicht.
Den Abschluss der Feuernacht bildet wie in allen Jahren die Bussfeier. Dabei geht es darum, die Blockaden im Leben, die eigenen Versäumnisse und Verletzungen vor Gott zu bringen und Vergebung zu empfangen, damit man für die Firmung, das beschenkt werden mit dem Heiligen Geist, offen und frei ist.

Beat Zellweger

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