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FDP

Hammerfrage und Nagelprobe

21. Juni 2016 von

Andreas Egli, Gemeinderat und Präsident FDP 10

Von

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21. Juni 2016

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Wie sähe wohl ein von Brandschutzexperten gebautes Schulhaus aus? Schulhäuser wären eingeschossig und bestünden im Wesentlichen aus einem grossen Fluchtweg. Der Aufenthalt von Kindern im Gebäude wäre untersagt. Vorsichtshalber würde die Sprinkleranlage im Dauerbetrieb laufen gelassen.

Nun, Experten zeichnen sich bekanntlich dadurch aus, dass sie immer mehr über immer weniger wissen – bis sie am Ende alles über nichts wissen. Aber lassen wir solche unreflektierten Plattitüden. Es soll an dieser Stelle ja auch kein «Expertenbashing» betrieben werden. Vielmehr soll wieder einmal über Politik gelästert werden – also über die Politik der anderen natürlich. Im Gegensatz zu Experten haben Politiker nämlich – wie gesagt, die anderen – meist keine Ahnung, dafür zu allem eine Meinung. Und Rezepte. Die wiederum haben sie von den Experten, siehe oben. Und dann wundert man sich über die Lösungen. Oder verstehen Sie, warum eine Nacht in der Ausnüchterungszelle der Stadt Zürich, umgangssprachlich «Hotel Suff» genannt, administrative Kosten von gegen 2’000 Franken pro Person verursacht? Ist das halt so, quasi Verwaltungs-Karma?

Ist das Problem ein Nagel?

Ich fragte Stadtrat Filippo Leutenegger, wie er dieses Problem angehen würde und er meinte: «Man muss die richtigen Fragen stellen.» Klar, als ehemaliger Arena-Moderator ist er ja auch Experte in Sachen Fragen. Aber was wäre denn eine richtige Frage? Und warum sollten Fragen überhaupt eine Rolle spielen? Die linke Mehrheitspolitik in Zürich kennt seit Jahren immer nur eine Antwort auf alle Fragen: mehr Staat.
Wer als Werkzeug aber nur den Hammer kennt, für den ist bekanntlich jedes Problem ein Nagel. Wenn man sich das so durch den Kopf gehen lässt, wäre die Hammerfrage vielleicht: Ist das Problem ein Nagel? Machen wir die Nagelprobe doch einfach mal bei einem konkreten Problem: Wenn in Zürich die Mieten steigen, müssen dann Wohnungen mit Subventionen verbilligt werden? Warum wohnen überdurchschnittlich viele gutbezahlte Staatsangestellte in subventionierten Wohnungen? Ist das in Ordnung so? Quasi linkes Karma?

Stellen Sie einfach die richtigen Fragen

Wenn in Zürich bis zum Jahr 2040 ein Drittel aller Mietwohnungen subventioniert werden soll, gehören Sie dann zum Drittel, das profitiert, oder zu den zwei Dritteln, die die Miete Ihrer Nachbarn mitfinanzieren? Warum gibt die Stadt Ihre Steuergelder überhaupt für Wohnungen für Gutverdienende aus, statt für den Bau von genügend Schulhäusern für Ihre Kinder? Ach, vergessen Sie von Brandschutzexperten erstellte Schulhäuser. Stellen Sie einfach die richtigen Fragen.

Andi Egli, Gemeinderat FDP

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