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Höngger Moränen sind nicht zonenkonform

12. Juli 2016 von

Foto: zvg

Mathias Egloff Gemeinderat SP 10

Von

Online seit
12. Juli 2016

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Während der Richtplandebatte erklärte Michael Baumer, FDP, dem Gemeinderat, wie das so läuft mit den Moränen: Weil uns die Gletscher seit der letzten Eiszeit diese Hügel hinterlassen haben, ist es in der Stadt Zürich viel zu steil, um mit dem Velo zu fahren.

Da kann das Volk noch so in Abstimmungen und Initiativen die Begünstigung des Velos beschliessen, es geht einfach nicht. Sämtliche Vorschläge, dem Velo Platz einzuräumen, wurden in der Folge von den Bürgerlichen bekämpft, und mit der gleichen Konsequenz verlangte die Linke durchgehende, gefahrlose Veloverbindungen.

Autos und Lastwagen zuerst?

Velo fährt man in der Stadt Zürich in der Holzklasse. Zuerst kommen Autos und Lastwagen, dann der öffentliche Verkehr und schliesslich noch diejenigen, die auf dem Velo oder zu Fuss unterwegs sind.
Dort, wo es niemandem weh tut, malt man noch schnell einen Velostreifen auf die Fahrbahn, der just dann einfach verschwindet, wenn er bitter nötig wäre.
Kein Wunder haben viele Autofahrer das Gefühl, das Velo vor ihnen sei auf «ihrer» Spur. Deshalb spüren sie auch keine Veranlassung, beim Überholen angemessenen Abstand zu halten. Diesen Platz müsste die Stadt den Velos sichern. Leider passiert das Gegenteil: Selbst wenn gebaut wird, geht das Velo regelmässig vergessen, und dann ist «nichts mehr zu machen», siehe aktuell an der Limmattalstrasse zwischen Winzerstrasse und der Wartau.

Mit 20 Zentimeter Abstand kreuzen

Auf meinem Arbeitsweg die Regensdorferstrasse hoch erlebe ich es oft, dass Autos den stehenden Bus überholen und mir auf meiner Spur entgegenkommen. Sie kreuzen mich dann mit 20 Zentimeter Abstand von meinem Lenker, wie wenn ich gar nicht da wäre. Davon, dass das verboten ist, will ich jetzt gar nicht sprechen, vielmehr bringt es die vorherrschende Haltung zum Ausdruck, dass Velos nur im Weg sind. Die gefühlte Bedrohung durch die Autos und Lastwagen, die kaum Abstand zum Velo einhalten, hält weit mehr Menschen davon ab, das Velo zu benützen, als die Anstrengung, wenn es bergauf geht.
Dies ist umso bedauerlicher, als das Moränen-Argument immer weniger zieht, jetzt da jedes zweite neue Velo ein E-Bike ist. So hat der Höngger Veloladen Velo Lukas Höngg dieses Jahr trotz schlechtem Wetter sehr viele Velos verkauft. Die Hälfte davon waren E-Bikes.
Wer in der Stadt wohnt, hat immer häufiger kein eigenes Auto mehr. Die Autos kommen also von ausserhalb. Wie lange wollen wir uns noch vom bürgerlichen Kanton vorschreiben lassen, dass alles Geld und aller Platz dem Auto gehören soll? Schliesslich kommt ein E-Bike praktisch gleich schnell die Moräne hoch wie ein Auto.

Mathias Egloff, Gemeinderat SP, Kreis 10

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