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Reformierte Kirchgemeinde Wipkingen

Kirchlicher Zusammenschluss

27. September 2017 von

Foto: Andrea Helbling, Arazebra

Kirche Wipkingen, Kirchenkreis 10.

Foto: Andrea Helbling, Arazebra

Kirche Höngg, Kirchenkreis 10.

Foto: Andrea Helbling, Arazebra

Kirche Unterstrass, Kirchenkreis 6.

Von

Online seit
27. September 2017

Printausgabe vom
28. September 2017
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Per 31. Dezember 2018 werden alle 34 Kirchgemeinden der Stadt Zürich und Oberengstringen aufgelöst. Die künftige Kirchgemeinde Zürich wird zentral von einer Kirchenpflege und einem städtischen Parlament geführt. Auf lokaler Ebene sind zehn Kirchenkreise vorgesehen, die das kirchliche Leben vor Ort begleiten.

Diese Ausgangslage ist neu und ungewohnt. Es wird unsere Kirchgemeinde Wipkingen, welche seit über 150 Jahre besteht, schon bald nicht mehr geben! Aber seien wir ehrlich: Die Kirchgemeinden der Stadt Zürich sind schon lange nicht mehr durch ihre Organisationsform identitätsstiftend. Das Verbindende sind der Glaube, Menschen, Musik, Räume, gute Erlebnisse und Begegnungen. Man geht nicht wegen Gremien oder Organisationsformen in die Kirche. Unser Hauptinteresse liegt nicht in der Struktur, sie soll nur den Rücken frei halten für die diakonischen, liturgischen und kulturellen Aktivitäten und die Bildung.

Unterteilung in zehn Kirchenkreise

Da eine Kirchgemeinde mit 90’000 Mitgliedern keine Beheimatung erreichen kann, wurde das ganze Stadtgebiet in zehn Kirchenkreise aufgeteilt. Emotionale Nähe entsteht eben leichter in der Nähe. Übersichtliche Teams sind kreativer. Für Seniorinnen und Senioren gilt dasselbe wie für junge Familien. Orte der Nähe sollen auch in kurzer Distanz erreichbar sein. Für junge Erwachsene gilt das weniger. Sie sind in der ganzen Stadt zu Hause. Jugendlichen ist es besonders wichtig, Angebote zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen zu besuchen. All dies wird weiterhin, ja sogar leichter möglich, da wir ja eine Kirchgemeinde werden. Die meisten Verwaltungsaufgaben werden an die Kirchgemeinde Zürich abgegeben, daher werden Kreisgrenzen viel durchlässiger sein als die ehemaligen Kirchgemeindegrenzen.

Wipkingen Ost und Wipkingen West

Zugegeben, auf den ersten Blick ist das schwer verständlich. Als einzige ehemalige Kirchgemeinde wird Wipkingen nicht als Ganzes in einen Kreis aufgehen. Warum nur? Es wäre logisch gewesen, als Ganzes in den Kirchenkreis 10 zu gehen. Zusammen mit Höngg bilden wir ja den Kreis 10. Ein langgezogener Kirchenkreis von Oberengstringen bis an die Hofwiesen- oder Kornhausstrasse wäre aber kein Kreis geworden, sondern eine regelrechte Bratwurst. Zudem haben wir starken Widerstand von unseren Gemeindegliedern im Osten von Wipkingen gespürt. Sie orientieren sich mehr Richtung City oder Unterstrass. Die Kirchen des Kreises 6 sind von dort oft sogar leichter erreichbar als unsere Wipkinger Kirchen. Darum haben wir nach Alternativen gesucht. Uns war die leichte Erreichbarkeit wichtig. Westlich der Rosengartenstrasse ist die Kirche Höngg von der Limmat bis zum Waidberg auf drei Ebenen ohne Umsteigen mit Tram oder Bus erreichbar, oft besser als unsere Letten Kirche. Östlich der Rosengartenstrasse gibt es kurze Wege zur Letten Kirche oder zu den Kirchen im Kreis 6. Die Kirche Letten bleibt aber für alle Wipkinger ein wichtiger kirchlicher Ort und kirchliche Heimat. Die Aktivitäten im Letten wurden sogar noch ausgebaut.

Kirche Wipkingen

Die wunderschöne Kirche Wipkingen ist als reformierte Wegmarke nicht aus dem Stadtbild wegzudenken. Sie ist von vielen Orten der Stadt aus sichtbar. Sie steht unter Denkmalschutz. Dieser Orientierungspunkt ist in keiner Art gefährdet. Aber auch innen ist diese Kirche sehr schön. Zudem beherbergt sie eine grossartige Orgel. Leider müssen wir je länger je mehr feststellen, dass die Kirche sehr schlecht besucht wird. Zudem ist sie für viele kirchliche Aktivitäten nicht sehr geeignet. Die Kirchenpflege hat bereits reagiert. Die Kirche ist jeweils im Winter geschlossen und wird nur für eine Woche rund um das Weihnachtsfest geöffnet. Die ökologischen und ökonomischen Gründe dafür sind erdrückend.
Die Kirchenpflege Wipkingen, die Schulpflege Waidberg und die Schulleitung der Schule Waidhalde könnten sich sehr gut eine schulische Nutzung der Kirche vorstellen. Der Ball liegt nun bei den Immobilienfachleuten der Stadt und des Stadtverbandes der reformierten Kirchen. Leider wurde er noch nicht zurückgespielt. Darum kann auch in diesem Artikel noch nicht über die weitere Zukunft der Kirche Wipkingen orientiert werden.
Eines ist aber klar: Die Kirche Wipkingen wird bis Ende 2018 als Kirche der reformierten Kirchgemeinde Zürich genutzt.

Bettina Suter-Egli, Präsidentin der Kirchenpflege Wipkingen, Vorsitzende der Steuerungsgruppe Kirchenkreis 6

 

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