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Quartierleben

Leben und Arbeiten an der Rosengartenstrasse

27. September 2017 von

Foto: Dagmar Schräder

Pia Fellmann mit Rosenstrauss in der Rosengartenstrasse

Foto: Dagmar Schräder

Das Haus Rosengartenstrasse 62

Von

Online seit
27. September 2017

Printausgabe vom
28. September 2017
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Der «Wipkinger» betrachtet in einer Serie die Rosengartenstrasse aus einem anderen Blickwinkel. Jenem der Menschen, die hier leben, wohnen oder arbeiten. Als erstes ein Besuch bei Pia Fellmann an der Rosengartenstrasse 62.

Die Rosengartenstrasse ist gar nicht nur laut und lärmig. Sie hat durchaus auch ihre verträumten Eckchen. Das wissen allerdings nur die Wenigsten. Folgt man nämlich der Rosengartenstrasse vom Wipkingerplatz Richtung Bucheggplatz, zweigt sie kurz vor dem Bucheggplatz rechts ab. Die vierspurige Strasse heisst ab hier Bucheggstrasse – und die Rosengartenstrasse wandelt sich in ein ganz normales Quartiersträsschen. Hier kann man sich vorstellen, wie die Strasse einmal ausgesehen haben muss, bevor sie 1972 zu einem Bestandteil der Westtangente wurde. In diesem Teil der Strasse stehen alte und charmante Mietshäuser – mit kleinen Gärtchen, in denen sogar Rosen wachsen.

Ruhe trotz allem

In einem der 1930 erbauten Häuser, die der Baugenossenschaft Waidberg gehören, wohnt die 87-jährige Pia Fellmann. Bereits seit über 20 Jahren lebt sie hier in ihrer gemütlichen 2 ½-Zimmer-Wohnung, ganz genau kann sie auf Anhieb gar nicht mehr sagen, wann sie eingezogen ist. Auf jeden Fall ist sie rundum zufrieden mit ihrer Wohnung und der Lage. Vom Verkehr, von all den Lastwagen, Bussen und Autos, die nur rund 50 Meter von ihrem Fenster entfernt unentwegt vorbeirauschen, hört man in der Wohnung tatsächlich nichts. Das einzige, was nach Ansicht von Fellmann momentan etwas unangenehm ist, ist die grosse Baustelle direkt gegenüber. Hier entstehen auf dem Areal des ehemaligen Wasserreservoirs Studentenwohnungen, was für die Mieter in den umliegenden Häusern natürlich mit Lärmbelästigungen verbunden ist. Doch ansonsten überwiegen für Fellmann die positiven Aspekte der Wohnlage. Die Rentnerin schätzt ihr Quartier und das Leben in der Genossenschaft sehr. «Ich fühle mich hier sehr wohl», erklärt sie, «ich schätze meine grosse Wohnung, die schöne Genossenschaftsanlage mit den Bäumen und Gärtchen und die zentrale Lage. Ich bin von hier aus schnell beim Bahnhof und habe viele Geschäfte in der Nähe, bei denen ich einkaufen kann». Auch der Zusammenhalt innerhalb der Genossenschaft sei sehr gut. Vor allem die jüngeren Mieterinnen und Mieter und die Familien mit kleineren Kindern seien sehr engagiert und organisierten Feste und Anlässe für alle Mieter. Sie selbst nehme an diesen Anlässen gerne teil, sei aber ansonsten auch gerne selbständig und unabhängig, sagt Fellmann.

Aktiv und engagiert im Quartier

Oft, so erzählt sie, sei sie ohnehin unterwegs – auf Tagesausflügen und kleinen Reisen in der ganzen Schweiz. Aktiv ist sie aber auch im und für das Quartier Wipkingen, vor allem in der katholischen Kirchgemeinde: «Fast jeden Sonntag besuche ich den Gottesdienst in der Guthirt-Kirche und bin im Frauentreff sowie im Mütterverein der Kirchgemeinde tätig», so Fellmann. Einmal im Monat gönnt sie sich zudem ein Essen am Mittagstisch der Kirchgemeinde. Ansonsten aber kocht sie selbstverständlich und mit viel Freude selbst. Auch stricken gehört zu ihren Hobbys. Weil die eigenen Enkel mittlerweile selbst schon erwachsen sind und deren Bedarf an Strickwaren nicht mehr so gross ist, spendet sie die von ihr angefertigten Kleider für einen wohltätigen Zweck. Angesichts all dieser Aktivitäten im und ums Quartier ist klar, dass Fellmann auf keinen Fall von hier wegziehen möchte. «Die nächste Station», so sagt sie, «ist das Altersheim». Doch bis dahin bleibt ihr hoffentlich noch viel Zeit an ihrer Rosengartenstrasse.

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