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Grüne

Politische Morgenluft im Abendland

28. Juni 2017 von

Foto: zvg

Wipkinger wird grüner – der «Garte über de Gleis» als gelungenes Beispiel.

Foto: zvg

Roland Hurschler, Co-Präsident Grüne Kreis 6/10

Von

Online seit
28. Juni 2017

Printausgabe vom
29. Juni 2017
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Die Entwicklungen in den USA, der Türkei und England haben vielen die Augen geöffnet. Demokratie, sozialer Ausgleich und gesellschaftliche Öffnung sind infrage gestellt. Als glaubhafte Alternative feiern die Grünen in der Schweiz und Europa Erfolge.

Demokratische Prozesse sind kompliziert und Politik ist am spannendsten, wenn es um Skandale in der Verwaltung oder Missgriffe von bekannten Politikern geht. Diese Themen beherrschen die Medien, Emotionen und schlechten News fördern die Auflagen.
Wer die Leistungen unserer direkten Demokratie und der öffentlichen Dienste mit anderen Ländern vergleicht, merkt schnell, auf welch hohem Niveau wir uns bewegen. Dass die Abfallentsorgung funktioniert, der ÖV meist pünktlich ist und alle Zugang zu guten Schulen haben, ist für uns selbstverständlich. Dass dem nicht so ist, zeigt der Kanton Luzern, wo nach diversen Steuersenkungen 90 Millionen Franken für öffentliche Dienstleistungen fehlen. Wer den Staat und seine Vertreter aus Prinzip schlecht redet oder ihm die nötigen Mittel entzieht, bereitet Leuten wie Donald Trump das Feld.

Soziale Durchmischung im Quartier

Sozial gut durchmischte Quartiere wie Wipkingen sind ein Gewinn für alle. Wo dies der Fall ist, sinkt die Fremdenfeindlichkeit. Der Nachbar aus dem Kosovo entspricht in der Regel nicht dem SVP-Klischee. In Gegenden mit überdurchschnittlich vielen reichen Villenbewohnern leidet oft das Quartierleben. Ein sehr hoher Ausländeranteil in «Ausweich»-Quartieren erschwert dort die Integration und stellt die Schulen vor grosse Herausfordungen. Die Grünen setzen sich deshalb für mehr gemeinnützigen Wohnraum ein. Damit sich Normal- und Wenigverdienende auch zukünftig eine Wohnung in der Stadt leisten können. So bleiben die Quartiere vielfältig und es bilden sich keine Ghettos.

Wilde Parks und blühende Fassaden

Der Gegenvorschlag zur Grünstadtinitiative wurde in Zürich mit fast 80 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Die Zürcherinnen und Zürcher wollen mehr Grünflächen, auch Wipkingen hat der Vorlage deutlich zugestimmt. Deshalb müssen die wenigen verbleibenden Freiflächen jetzt konsequent in hochwertigen Grünraum umgewandelt werden. So eignet sich das Areal um den ehemaligen Bahnhof Letten perfekt für einen Stadtpark mit Flussanschluss. Auch der geplante Miniquartierpark auf der Reservoir-Wiese am Rosengarten muss ökologisch sinnvoll gestaltet werden. Sterile Parkexperimente wie in Oerlikon bringen niemandem etwas.
Tiere brauchen grüne Vernetzungskorridore und für das Stadtklima ist jeder bepflanzte Quadratmeter ein Gewinn, auch begrünte Dächer und Fassaden. Sonst werden die heissen Sommertage für ältere Menschen und Kleinkinder in der Stadt bald lebensbedrohlich.

Widerstand gegen Scheinlösungen

Mit scheinbar einfachen Erklärungen haben es Rechtspopulisten wie Trump, die UKIP in England oder die SVP geschafft, viele Wähler zu überzeugen. In einer immer komplexeren Welt versprechen sie den Menschen politische Wundermittel für drängende Probleme wie Flüchtlingsbewegungen, Terrorismus, Arbeitslosigkeit oder Armut. Die Grünen leisten erfolgreich Widerstand gegen diese antidemokratischen, frauen- und fremdenfeindlichen, unsozialen und umweltzerstörerischen Kräfte. Wahlerfolge in den Niederlanden und in Österreich ebenso wie in den letzten kantonalen Wahlen in der Schweiz zeigen, dass die Grünen eine glaubwürdige Alternative bieten. Die erwähnten nationalistischen Parteien verdanken ihre Erfolge auch den Millionenspenden ihrer Hinterleute. Die Grünen leben hingegen vom Engagement und den Ideen ihrer Mitglieder und Sympathisierenden. Jede und jeder kann also im Kleinen etwas dafür tun, damit sich die genannten Entwicklungen in der Schweiz nicht wiederholen.

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