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Projekt Rosengartentram und Rosengartentunnel

29. März 2017 von

Von

Online seit
29. März 2017

Printausgabe vom
30. März 2017
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Nun liegt die Weisung zum Projekt «RTRT» dem Zürcher Kantonsrat zur Beratung unverändert vor – trotz vieler Einwendungen beinahe aller Parteien und Verbände. Der Regierungsrat liess sich in keinem Punkt von seinem Vorhaben abbringen. Kritik am Projekt wird als ideologisch verblendeter Verhinderungsakt abgetan.

Kantonale Regierungsvertreter finden nun also plötzlich, nichts zu machen sei je länger je unzumutbarer für die seit 40 Jahren von Lärm und Gestank gebeutelte Bevölkerung im Rosengartenquartier. Dabei gab es in den vergangenen Jahren etliche (kostengünstigere) Vorstösse zur Verbesserung der Lebensqualität – die Erstellung von Zebrastreifen und Lichtsignalanlagen, die Einführung von Tempo 30, die Umschichtung auf andere Verkehrsträger wie zum Beispiel die Wiedereinführung des Viertelstundentakts ab Bahnhof Wipkingen, einen Busvorläuferbetrieb auf eigenen Spuren oder eine Abklassierung zur städtischen Verbindungsstrasse: Allesamt wurden sie abgeschmettert. Das nun vorliegende Bauprojekt – ein Prestigeprojekt für die nächste Generation – stösst in jeder Hinsicht an die Grenzen der Verhältnismässigkeit. Siebenhundert Meter sogenannt beruhigter Rosengartenstrasse stehen dem Abbruch von Liegenschaften, der Gefahr der Gentrifizierung, jahrelangem Baulärm, Kosten, die einen leer schlucken lassen, und gigantisch grossen Tunnelportalen mitten in dichtbesiedeltem Wohngebiet gegenüber. Dasjenige am Wipkingerplatz beansprucht eine Länge von 160 Metern, jenes am Bucheggplatz wird der Zürcher Bevölkerung zusätzlich den Zugang zum Wald erschweren. Für Bewohnerinnen und Bewohner im Umfeld dieser Portale bedeutet das eine klare Verschlechterung der Wohnqualität. Bezüglich der «Plafonierung» der Verkehrsmenge halten wir den von Kanton und Stadt beschlossenen Kompromiss «Kein Auto mehr oder weniger als 54ʻ000 Fahrzeuge pro Tag» grundsätzlich für fragwürdig. Für eine Verbesserung der gesamtstädtischen Lebensqualität muss weiterhin an einer Reduktion des Autoverkehrs gearbeitet werden. Andererseits zeigt die Erfahrung, dass ein Ausbau der Autoverkehrsinfrastruktur einen Anstieg des Verkehrsaufkommens auslöst. Und das Irritierendste am «Generationenprojekt: Die jetzige Stadtbevölkerung wird zwar den Ärger, aber nichts zu sagen haben.

Andrea Leitner, Gemeinderätin AL

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