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Katholische Pfarrei Guthirt

Resilienz im Leben

14. Dezember 2017 von

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Online seit
14. Dezember 2017

Printausgabe vom
14. Dezember 2017
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Liebe Wipkingerinnen und Wipkinger Haben Sie sich impfen lassen? Um in der kommenden Grippesaison gewappnet zu sein? Oder verzichten Sie bewusst darauf? Ob mit oder ohne Impfung, unser Körper braucht Widerstandskraft, um all den sich rasant verbreitenden Viren trotzen zu können.

Ganz ähnlich ist es mit unserer Seele. Auch ihr müssen wir, von Zeit zu Zeit, Widerstandskraft zuführen, damit sie all den Widerwärtigkeiten des Lebens trotzen kann. Auf der Suche nach Widerstandskraft dieser Art habe ich kürzlich ein Buch über «Resilienz» gelesen. Resilienz (von lateinisch «resilire»‚ zurückspringen) ist unter anderem die Fähigkeit von Material, nach Verformungen wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzuspringen. Wer beispielsweise eine Metallfeder herunterdrückt, wird immer wieder erleben, wie sie – trotz allem Bemühen – wieder in die ursprüngliche Position zurückschnellen wird. Im übertragenen Sinne – und darüber las ich in jenem Buch – meint das Wort «Resilienz» die Widerstandsfähigkeit in unseren Seelen, um Krisen, Leid und Schmerz sowie Verletzungen zu überwinden und nach all den alltäglichen Verformungen wieder in den Zustand voll innerer Kraft zurückzukehren, nach dem Fallen wie ein «Stehaufmännchen» immer wieder aufzustehen.
Resiliente Menschen lassen sich von Herausforderungen, widrigen Lebensumständen oder Schicksalsschlägen nicht unterkriegen. Sie überstehen Krisen und rappeln sich stets von neuem auf und zeichnen sich durch grosse seelische Widerstandkraft aus. Sicherlich fragen Sie sich nun: Wie kann man eine solche Resilienz, eine innere Widerstandskraft in der Seele aufbauen? Als Erstes stärken uns «haltgebende Beziehungen». Wir alle brauchen haltgebende Beziehungen, sogenannte V-Personen, die vertraut, verfügbar und verlässlich sind. Ein wahrer Freund fragt nicht, warum oder wieso, wenn du sagst «ich brauche dich» – sondern: «Wo bist du?»
Als Zweites können wir uns das Beispiel von Vorbildern förmlich verinnerlichen. Menschen, die wir kennen sowie Berühmtheiten – auch aus dem Glauben –, die uns mit ihrer Art, mit Widerwärtigkeiten des Lebens umzugehen, Mut und Kraft geben. Und als Drittes gilt es, unsere eigenen Kompetenzen zu stärken, die seelische Sicherheit und Stabilität zu fördern beziehungsweise zu trainieren. Dabei geht es auch darum, wie ich mich entscheide, das Leben zu sehen. Nein, viele Situationen können wir im Leben nicht beeinflussen, sie kommen als Herausforderungen auf uns zu. Wir können aber – immer – entscheiden, wie wir darauf reagieren. Ob wir uns niederdrücken, ärgern lassen oder ob wir uns entscheiden, quasi den Spiess umzudrehen und schwierige Situationen bewusst anzupacken.

Liebe Wipkingerinnen und Wipkinger
Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen ganz viel Resilienz, Widerstandskraft in den Wintern Ihres Lebens und in diesem Sinne frohe Festtage und einen guten Start ins neue Jahr!

Beat Häfliger, Pfarrer

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