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SP 5 Kommentare

Rohrbruch Reloaded

28. Juni 2017 von

Foto: M. Egloff

Krater im Kreis 10 – ein Spuk, der eineinhalb Tage die Strasse und den 46er Bus blockierte. Wann bricht die nächste Röhre?

Von

Online seit
28. Juni 2017

Printausgabe vom
29. Juni 2017
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Anfang Juni gab es im Kreis 10 wieder einen Wasserrohrbruch, der die ganze Strasse in eine Notfallbaustelle verwandelte. Zufall? Nein! Bereits im vorletzten Wipkinger wurde an dieser Stelle angemahnt, dass die von FDP und SVP eingebrachten Budget-Kürzungen die Infrastruktur gefährden. Das hat nun die FDP im Kreis 10 aufgescheucht.

Gutes Trinkwasser ist vielleicht der grösste Luxus, den uns die Stadt selbstverständlich ins Haus liefert. Damit das so bleibt, müssen regelmässig alte Leitungen erneuert werden. Diese Erkenntnis hat sich bei der FDP noch nicht durchgesetzt. Nachdem wir im vorletzten Wipkinger («Wassernot an der Limmat») über die wiederholten Rohrbrüche an der Wasserwerkstrasse berichtet hatten, fragte die FDP den Stadtrat schriftlich an, ob es wahr sei, dass überhaupt Rohre geborsten und ob die Budgetkürzungen der Bürgerlichen schuld daran seien. Die Antwort des Wasserwerks fiel entsprechend aus: Ja, es gab vier Rohrbrüche in der Wasserwerkstrasse im 2016. Ja, mit weniger Geld kann die Stadt weniger Rohre erneuern, bevor sie bersten. Zwar gehen die Rohre wegen Rost und Belastung und nicht wegen Kürzungen der Bürgerlichen kaputt. Weniger Geld für den Unterhalt heisst aber in Kauf zu nehmen, dass mehr Rohre bersten. Aktuell platzen etwa zwei Rohre pro Tag in Zürich. Die FDP wollte mit einem Antrag zum Budget das Personal der Stadt Zürich um 5.8 Prozent reduzieren. Auch die Aufträge für «Planungsarbeiten Dritter» der Wasserversorgung wollte die FDP um 20 Prozent senken. Mit weniger Personal und weniger Planung gibt es dann halt weniger neue und mehr kaputte Röhren. Am 6. Juni platzte die nächste Hauptleitung im Kreis 10, diesmal in der Regensdorferstrasse. Das viele Wasser hinterliess einen kleinen Krater in der Strasse und legte den gesamten Verkehr lahm. Die FDP lässt keine Gelegenheit aus, Baustellen als gezielte Behinderung des Autoverkehrs zu brandmarken. Wie wär’s, wenn sie sich das nächste Mal in der Budgetdebatte für genügend Geld für die Wasserversorgung einsetzt, um die Zahl der Baustellen infolge von Rohrbrüchen zu reduzieren? Stadtpräsidentin Corine Mauch betont stets, warum auch reiche Menschen gerne in Zürich leben wollen, obwohl sie hier viel Steuern zahlen müssen: Weil sie dafür viel erhalten. Sie schätzen unsere guten Schulen, die Sicherheit für die Familie und eben auch gutes Trinkwasser. Für die SP ist deshalb klar, dass wir unseren Wasserleitungen Sorge tragen müssen – auch mit Geld für Unterhalt, Planung und Personal. Alles andere ist schlicht nicht nachhaltig.

Mathias Egloff, Gemeinderat SP10

Kommentare

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6. Juli 2017 um 09:50 Uhr von Pawel Silberring

Wenn die FDP schon schriftliche Anfragen im Gemeinderat macht zu Artikeln in der Lokalpresse, würde ich sie freundlich bitten, die Antwort auch zu lesen. „Budgetkürzungen bei den entsprechenden Konten der Wasserversorgung Zürich und des Tiefbauamts können einen massgebenden Einfluss auf die Infrastruktur haben.“ schreibt der Stadtrat. Wenn sie diese Antwort dann auch noch bei der nächsten Budgetdebatte präsent hat, hat diese Diskussion etwas Gutes bewirkt.

29. Juni 2017 um 09:25 Uhr von Andi Egli, Gemeinderat FDP

Ist das jetzt nur schlechtes Timing oder ist das schon eine höhere Form von Trumpismus, wenn ein SP-Gemeinderat wiederholt und entgegen den Fakten behauptet, dass bürgerliches Sparen Ursache von Wasserrohrbrüchen sei, während seine SP-Fraktion in derselben Woche anerkennen muss, dass das für die Rohrleitungen zuständige ERZ im Geld schwimmt und deshalb einer Rückerstattung aus dem mehr als überfüllten Gebührentopf (zähneknirschend) an Heiseigentümer/innen und Mieter/innen mitunterstützen muss?

30. Juni 2017 um 14:56 Uhr von Mathias Egloff, Gemeinderat SP10

Zur Unterstützung der armen FDP hier noch ein Sparvorschlag: Schriftliche Anfragen an den Stadtrat, ob die FDP an den Rohrbrüchen schuld sei, bringen nichts, kosten aber viel. Lieber das Geld in die Rohrerneuerung investieren.
Vielleicht wird die FDP klüger und trägt nächstes Mal in der Budgetdebatte die Investitionen in unser gutes Trinkwasser mit.
Meldung des Wasserwerks: Der Rohrbruch von gestern fand in der Leonhardstrasse statt. Der Rohrbruch von heute wurde noch nicht bekanntgegeben.

30. Juni 2017 um 14:47 Uhr von Mathias Egloff, Gemeinderat SP10

Stimmt, die Kassen im ERZ sind voll (auch die schwarzen). Deshalb ist es auch völlig unbestritten, solange die Gebühren für’s Wasser zu reduzieren, bis dieses Geld ausgegeben ist. Wasserleitungen werden aber mit Investitionen erneuert, nicht mit Gebühren. Und hier wollte die FDP immer sparen. Zum Beispiel beim Budget 2017, Antrag 155: Kürzung „Planungsdienstleistungen Dritter“ bei der Wasserversorgung um ca. 20% oder Budget 2015, Antrag 23: Reduktion von 5.8% der Stellen bei der Stadt Zürich.

5. Juli 2017 um 16:28 Uhr von Andi Egli, Gemeinderat FDP

Natürlich kannst Du über „Investitionen“ schwadronieren. Investitionen in Erneuerung und Unterhalt von Leitungen werden aber genau aus den (von der SP mitgesenkten) Gebühren finanziert. Und diese Gebühren werden auch von Mieterinnen und Mietern über die Nebenkostenabrechnung bezahlt. Die AL hat das begriffen und mit der FDP den Antrag zur Gebührensenkung gestellt. Du hast es nicht begriffen oder aber veräppelst die Wählerinnen und Wähler wider besseren Wissens.