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Quartierleben

«Smide» – ab in die Pedalen!

14. Dezember 2017 von

Foto: Dagmar Schräder

Das "Smide" an der Rosengartenstrasse 4.

Foto: Dagmar Schräder

Burim Salihi mit einem Stromer.

Von

Online seit
14. Dezember 2017

Printausgabe vom
14. Dezember 2017
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Eine ganze Reihe Elektrobikes steht vor dem kleinen Geschäftslokal an der Rosengartenstrasse 4, direkt oberhalb des Wipkingerplatzes.

Auch im Inneren des Lokals ist fast die ganze Fläche mit den eleganten schwarzen und weissen «Stromern», den in der Schweiz produzierten Elektrofahrrädern, zugestellt. Burim Salihi steht am Montageständer, auf dem eines der Fahrräder aufgebockt ist und kontrolliert Bremse und Gangschaltung. Er ist einer der Mechaniker von «smide», dem Zürcher E-Bike-Verleih, und erklärt das dahinterstehende Prinzip: «<smide> ist weltweit das erste Sharing-System von Elektrofahrrädern, das stationslos funktioniert. Unsere Kunden können sich auf ihr Handy eine App herunterladen, auf der sie sich registrieren können. Via App haben sie anschliessend die Möglichkeit, das nächste freie Elektrofahrrad zu orten und zu reservieren. Sobald die Kunden beim Standort des Fahrrads angekommen sind, können sie, wiederum über ihr Handy, die Wegfahrsperre öffnen und losfahren. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 37 km/h lässt sich mit den E-Bikes bequem jedes Ziel in der Stadt Zürich erreichen. Am Zielort angekommen, wird die Buchung beendet und das <smide Bike> einfach stehen gelassen. So steht es dem nächsten Kunden zur Verfügung.» Pro Minute Fahrtzeit zahlen die Nutzer 25 Rappen, das Herunterladen der App ist gratis. Eine Kaution muss nicht hinterlegt werden. 250 Elektrofahrräder sind in der ganzen Stadt Zürich verteilt. Das Serviceteam von «smide» an der Rosengartenstrasse kümmert sich darum, dass die Akkus regelmässig ausgetauscht werden, wenn sie leer sind, die E-Bikes nach Bedarf gleichmässig über die Stadt verteilt werden sowie defekte Zweiräder eingesammelt und repariert werden.

Ein Projekt der AOZ und Mobiliar Versicherung

Initiiert wurde das Projekt durch die «Mobiliar Versicherung», welche auch die Finanzierung übernimmt, während «Züri rollt» der Zürcher Fachorganisation AOZ, für die Organisation und den laufenden Betrieb verantwortlich ist. Neun Mitarbeitende, «ein bunt zusammengewürfelter Haufen, der aus Vertretern der verschiedensten Berufszweige besteht», sind mit grossem Enthusiasmus bei der Sache, wie Martin Rüfenacht, der Leiter des Service-Teams, erklärt. Ergänzt wird das Team durch rund zwölf Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich aus den unterschiedlichsten Ländern, die hier im Rahmen eines Arbeitsintegrationsprogramms arbeiten. Wie beim Gratisverleih von «Züri rollt», können diese Personen bei «smide» erste Arbeitserfahrungen in der Schweiz sammeln und ihre Deutschkompetenzen vertiefen. In der Regel bleiben sie sechs Monate im Programm.

Wachsende Kundschaft

Das Interesse der Bevölkerung wächst stetig – innerhalb weniger Monate konnte «smide» über 10‘000 Kunden gewinnen, die gemeinsam schon über 3,5 Mal die Welt umfahren haben. Täglich werden es mehr. Wie lange «smide» aber an seinem jetzigen Standort wird bleiben können, ist ungewiss und hängt nicht zuletzt davon ab, ob der Tunnel an der Rosengartenstrasse tatsächlich gebaut wird. Das Haus, in dem sich die Firma momentan befindet, würde dann als eines der ersten abgerissen werden – hier ist die Einfahrt zum Tunnel geplant.

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