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Reformierte Kirchgemeinde Wipkingen

Unsere Gemeindepartnerschaft mit Göncruszka/Ungarn

30. März 2017 von

Foto: zvg

"Sicherer Anfang"- Gruppe im Sommer draussen

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Auch gemeinsames Kneten will gelernt sein.

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Honig aus Göncruszka in Wipkingen erhältlich

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Bahnhof Göncruszka, viermal täglich hält hier ein Zug.

Von

Online seit
30. März 2017

Printausgabe vom
30. März 2017
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Göncruszka ist ein kleines Dorf im Nordosten von Ungarn, zählt rund 600 Einwohner und liegt 20 Autominuten entfernt vom slowakischen Kosice und 40 Autominuten von der ukrainischen Grenze.

Die «Wende» 1989 brachte im Nordosten Ungarns den Verlust vieler Arbeitsplätze, weil unrentable Betriebe geschlossen wurden. Viele Arbeitssuchende wanderten Richtung Westen ab, wo sie Arbeit fanden – zurück blieben verlassene Häuser und viele alte Menschen. Die hohe Arbeitslosigkeit ist geblieben, die Neuansiedlung von Industrie und damit auch Arbeitsplätzen blieben aus – mit der Folge, dass Jugendliche weg wollen, nach Westen! Zurück bleiben alte Menschen, meist Frauen, und eine schnell wachsende Romabevölkerung mit all den Problemen, die daraus entstehen.

«Talentum»

In Göncruszka und Umgebung ist es gelungen, diesen für den Nordosten Ungarns typischen Trend «weg gen Westen» zu stoppen: Familien ziehen wieder zu, das Dorf wächst – und auch die Kinderzahl nimmt wieder zu. Hauptgrund: Kindergarten und Schule «Talentum», 2011 gegründet durch die reformierte Kirchgemeinde vor Ort. Gottes Liebe sichtbar werden lassen, dort wo wir und andere Menschen wohnen – das ist der Wunsch, die Berufung der Gemeinde, die Ende letzten Jahres 83 Mitglieder zählte. Seit Jahren betreibt die Kirchgemeinde eine Imkerei, in der 45 Menschen zwischen vier und 95 Jahren mitarbeiten. Der kaltgeschleuderte Sortenhonig ist bei uns in Wipkingen erhältlich – der Erlös hilft, Schule und Kindergarten weiter auf- und auszubauen und die vom Staat nicht unterstützten Sonderprogramme zu finanzieren. Mit sechzehn Kindern in der ersten und zweiten Klasse gestartet, besuchen heute 140 Kinder in sieben Klassen die Schule und 40 Kinder den Kindergarten. Im nächsten Schuljahr kommt die letzte Klasse, die achte, dazu, dann besuchen 160 Kinder die Schule. Wie an vielen Orten setzen die Verantwortlichen auf Bildung – auf ganzheitliche Bildung, zu der neben Rechnen, Lesen und Schreiben auch Musikunterricht und Tanzen gehört. Und: Arbeit mit den Bienen, ein Schülergarten mit Gemüseanbau, Reiten, ein kleiner Schulbauernhof und Milchverarbeitung gehören ebenso zum Unterrichtsprogramm wie Pizza backen. Ganz wichtig im Schulkonzept ist Integration – neben Bauernkindern sollen Romakinder und Pflegekinder, von denen es in dieser Region viele gibt, in jeder Klasse mit je einem Drittel vertreten sein. Dahinter steht die Überzeugung, dass dort, wo Kinder lernen zusammen zu leben, zu lernen und zu essen, ihnen auch später im Erwachsenenleben diese Erfahrungen helfen. Oft sind die Spannungen unter den Erwachsenen gross in diesen Teilen Ungarns. Integration gelingt – Kindergarten und Schule sind sehr gefragt, und regelmässig müssen viele Kinder abgewiesen werden, weil einfach der Platz fehlt.

Vilmány: Arbeit mit Romakindern und jungen Müttern

Im Nachbardorf Vilmány – einem Dorf mit rund 85 Prozent Romabevölkerung, hoher Arbeitslosigkeit und grosser Abhängigkeit von Sozialhilfe und Kindergeld – finden im Kirchgemeindehaus verschiedene Treffen statt. «Sicherer Anfang» ist ein täglicher Treff für junge Mütter und ihre kleinen Kinder. Dort lernen sie zusammen zu spielen, auch mit für das entsprechende Alter geeigneten Spielsachen. Viele Mütter sind sehr jung, selber noch Kinder, deshalb sind auch Informationen rund um Themen wie Säuglingspflege und gesunde Ernährung wichtig. Während des Treffs kann auch gewaschen werden. Schulkinder haben am Nachmittag nach der Schule ihre eigenen Programme. Wichtig ist hier auch Nachhilfeunterricht, weil in den grossen Klassen der Schule viele Kinder zu wenig Unterstützung erhalten. Gemeinsames Essen gehört immer dazu – viele Kinder haben immer Hunger, denn oft ist zuhause kein Essen.

Eingesandt von Elke Rüegger-Haller

Honig aus Göncruszka in Wikpingen erhältlich
Kaltgeschleuderter Sortenhonig wie Sonnenblumen, Akazien, Aprikosenblüte, Heilkraut, Raps – hergestellt von Jung und Alt der Kirchgemeinde Göncruszka – ist erhältlich in unseren beiden Kirchen oder direkt bei unserer Sigristin Hanni Hottinger in der Kirche Letten unter Telefon 079 845 54 16. Honig gegen Spende für «Talentum».

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