Vielleicht wird das Märchen wahr

Das Jahresende bietet sich an, eine Rückschau auf das vergangene Jahr zu halten und einen Ausblick auf das kommende zu wagen – dies anhand der Auseinandersetzung um die Wiedereinführung des Viertelstundentakts ab Bahnhof Wipkingen.

Judith Stofer, Kantonsrätin AL

Im vergangenen Sommer habe ich über das Märchen des verwunschenen Bahnhofs Wipkingen geschrieben, der mit der Eröffnung der Durchmesserlinie Mitte Juni 2014 in den Dornröschenschlaf versetzt worden war. Viele Nutzerinnen und Nutzer aus Höngg und Wipkingen, aus den umliegenden Quartieren und Orten hatten sich bis zu diesem Zeitpunkt an den Zügen erfreut, die sie im Viertelstundentakt direkt und ohne Umsteigen ans linke Seeufer, zum Flughafen, ins Oberland, an den Escher-Wyss-Platz oder nach Winterthur führten. 5500 Ein- und Ausstiege täglich verzeichnete der Bahnhof Wipkingen und gehörte damit zu den gut genutzten Bahnhöfen im Kanton.

Vom Halbstundentakt …

Mit dem Fahrplanwechsel vom vergangenen Sonntag ist die S24 wieder direkt – ohne Umsteigen – über Oerlikon an den Flughafen und Winterthur angebunden, allerdings weiterhin nur im Halbstundentakt. Immerhin ist dies besser als die anderthalbjährige Durststrecke, die Wipkingen wegen des Ausbaus des Bahnhofs Oerlikon hinnehmen musste. Wer in dieser Zeit in Wipkingen in den Zug einstieg, musste in Oerlikon nach dreiminütiger Fahrzeit bereits wieder aus- und umsteigen, während der Zug als geschlossener Geisterzug nach Wallisellen ins Depot fuhr.
In den vergangenen Jahren sind die Quartierbevölkerung und der Quartierverein Wipkingen, kurz QVW, nicht untätig geblieben: Politische Vorstösse, Fahrplaneingaben und Briefe an die Verantwortlichen gehörten dazu wie auch ein Flashmob und eine Petition mit mehr als 6300 Unterschriften, die dem Stadtrat übergeben wurde. Seit Anfang Jahr arbeitet der QVW mit dem Zürcher Verkehrsplanungsbüro Jud zusammen. Dieses überprüfte im Auftrag des QVW die Varianten «Verlängerung der S25 und des RE Zürich–Chur via Wipkingen nach Oerlikon und weiter nach Zürich Flughafen oder alternativ nach Wallisellen» auf ihre Machbarkeit. Diese Varianten haben den Vorteil, dass andere Kantone ebenfalls profitieren: so Graubünden, Glarus, St. Gallen und Schwyz.

… zum Viertelstundentakt?

Anlässlich eines Treffens von Ende Oktober zwischen einer Delegation des QVW und Verantwortlichen von ZVV und SBB stiessen diese Varianten auf offene Ohren. Sie werden nun vom Bundesamt für Verkehr, kurz BAV, bis im nächsten Frühling oder Frühsommer überprüft. Gemäss SBB Infrastruktur/Fahrplan ist, bei positivem Ergebnis dieser Überprüfung, eine Umsetzung auf den Fahrplanwechsel 2019 hin oder sogar früher möglich.
Mit den vorgeschlagenen Varianten, ist der QVW überzeugt, würde das Ziel des Viertelstundentakts für Wipkingen erreicht und es ergäben sich damit weitere zusätzliche interessante Direktverbindungen. Märchen haben oft einen positiven Ausgang. Aber nicht immer. Der QVW wird darum in der Zwischenzeit nicht untätig bleiben und weitere Massnahmen ins Auge fassen.

Judith Stofer, Kantonsrätin AL, Kreis 10

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