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Katholische Pfarrei Guthirt

Visionssuche

28. März 2018 von

Foto: Beat Zellweger

Schon der Anblick des Basiscamps verbreitet Ruhe.

Foto: Beat Zellweger

Während der Vor- und Nachbereitungszeit trifft man sich in der Gruppe und ist immer wieder auch alleine unterwegs.

Foto: Beat Zellweger

Während der Solozeit ist man alleine unterwegs.

Von

Online seit
28. März 2018

Printausgabe vom
29. März 2018
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Bei der Visionssuche geht es darum, das alltägliche Leben loszulassen, um neu zu entdecken, welche Kraft in uns steckt und wozu wir berufen sind.

Die meisten Menschen, die ich kenne, wünschen sich ein erfülltes Leben und viele von ihnen tun auch etwas dafür. Was mir persönlich besonders geholfen hat, ist die sogenannte Visionssuche. Ein Teilnehmer hat es einmal Jahre nach seiner Visionssuche so formuliert: «Es hat eine unverwüstliche Gelassenheit in meinem Leben Einzug gehalten. Die wird zwar auch heute noch ab und zu durch die alten Muster verdrängt, aber sie meldet sich immer wieder zurück. Auch die Einsicht, dass ich meiner inneren Stimme trauen kann, ist mir ein treuer Begleiter geworden».
Bei der Visionssuche geht es um Fragen wie: Welche Vision habe ich für mein Leben? Was ist mein Beitrag, den ich leisten möchte? Welchen Schritt möchte ich wagen? Welchen Lebensabschnitt möchte ich abrunden? Um den Antworten auf diese Fragen näher zu kommen und um die innere, ureigene Kraft zu erfahren, ist es zentral, möglichst alles andere loszulassen. Für die Visionssuche heisst das:
– Allein sein = Verzicht auf Kontakt zu anderen
– Fasten = Verzicht auf feste Nahrung
– Vertrauen = Verzicht auf fast alle Hilfsmittel
Alleine, ohne Essen und mit nur wenigen Hilfsmitteln vier Tage und Nächte in der freien Natur verbringen – da kann es einem schon mulmig werden. Man kann nicht einfach Licht machen, wenn es Nacht wird und die Dunkelheit sich über das Land legt. Der Hunger nagt an einem, man fühlt sich schwach, kommt sich womöglich hilflos und verlassen vor. Plötzlich bin ich ganz allein, muss mich mit mir auseinandersetzen. Doch genau das ist auch eine riesige Chance:
Visionssuche heisst, Zeit haben und wahrnehmen, was um mich geschieht. Visionssuche heisst, still werden und hören, was in mir geschieht. Visionssuche heisst offen sein und spüren, was darüber hinaus geschieht.
Das schaffen Sie nie? Das haben andere auch schon gedacht. Deshalb gibt es auch eine Vor- und Nachbereitungszeit. Also: Dem Feuer in mir vertrauen? Dem Ruf folgen? Die Reise wagen – und das Leben richtet sich von innen her neu aus.

Beat Zellweger

Die Pfarrei Guthirt bietet vom Montag, 9. Juli, bis Freitag, 20. Juli, eine Visionssuche an, die von zwei ausgebildeten Visionssucheleitern geführt wird. Infos und Anmeldung: Diakon Beat Zellweger, 079 456 46 04, beat.zellweger@feuerwind.ch

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