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Vom Parkplatz zum Park, vom Bahnhof zum Kulturcafé

30. März 2016 von

Foto: zvg

Auf diesem Parkplatz sollen kulturelle Aktivitäten stattfinden.

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Das Stationsgebäude wird privat genutzt.

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Auf diesem Parkplatz sollen kulturelle Aktivitäten stattfinden.

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Roland Hurschler, Vorstand Grüne Kreis 6/10

Von

Online seit
30. März 2016

Printausgabe vom
31. März 2016
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Es tut sich etwas auf dem Areal um den ehemaligen Bahnhof Letten. Die Stadt brütet über einer Machbarkeitsstudie. Für Wipkingen bietet sich die Chance auf einen offenen Zugang zur Limmat mit einem neuen Treffpunkt im schmucken Stationshäuschen.

Aktuell gibt das Areal ein trostloses Bild ab. Der frühere Parkplatz wurde nicht zurückgebaut, Stacheldrahtzäune, Bauschutt, improvisierte Konstruktionen und diverse nicht fertiggebaute Installationen prägen die Szenerie. Die Schotterpiste des früheren Bahngleises dient als Hunde-WC, der ehemalige Bahnhof ist an private Nutzer vermietet.
Die Grüne Kreispartei 6/10 setzt sich seit über fünf Jahren für eine sinnvolle neue Nutzung und städtebauliche Entwicklung dieses wertvollen öffentlichen Grundes ein. Den Stein ins Rollen gebracht haben im Jahr 2011 die Grünen Gemeinderätinnen Kathy Steiner und Karin Meier-Bohrer mit einer Anfrage und einem Postulat an den Stadtrat. Sie forderten darin, dass das Areal gesamtheitlich und im Sinne sowie in enger Zusammenarbeit mit der Quartierbevölkerung entwickelt wird: Das heisst die Bahnhofsgebäude zusammen mit dem anliegenden Parkplatz und den zwei leerstehenden EWZ-Lagergebäuden direkt an der Limmat. Insbesondere wurde die Umnutzung des Bahnhofgebäudes zu einem öffentlichen, kulturellen Veranstaltungsort für Theater, Konzerte usw. vorgeschlagen, wie sie mit dem Kulturbahnhof (KuBa) Affoltern bereits erfolgreich realisiert wurde.

Grosser Wurf lässt auf sich warten

Der Stadtrat räumte ein, dass eine Gesamtplanung für dieses Areal nicht existiere. Er bestätigte den eindeutig öffentlichen Charakter des Grundstücks und stellte eine Umnutzung des Stationsgebäudes zu einem «kulturellen und gesellschaftlichen Treffpunkt» in Aussicht – unter Einbezug der Quartierbevölkerung in einem Mitwirkungsprozess. Leider hat der geforderte, öffentliche Ideenwettbewerb bis heute nicht stattgefunden.
Ein Teilerfolg ist, dass sämtliche Parkplatzmietverträge auf dem Areal gekündigt wurden. Der Einbezug der EWZ-Lagerhallen wurde hingegen unter Verweis auf nicht näher erläuterte «Bedürfnisse» des EWZ ausgeschlossen.
Eine für 2015 angekündigte Machbarkeitsstudie des Amts für Hochbauten liegt noch nicht vor. Die Freigabe an den Verein «Parkplatz» für eine Zwischennutzung bis Ende 2018 lässt befürchten, dass die Anliegen des Postulats auf die lange Bank geschoben werden.
In der aktuellen Form und ohne Einbezug des Stationsgebäudes scheint eine attraktive (Zwischen-)Nutzung im Sinne des Grünen Postulats in weite Ferne gerückt. Die Verantwortlichen für die Zwischennutzung sind zwar mit viel Elan gestartet. Ob die angekündigten Aktivitäten wie Feminismus-Workshops oder Abenteuerspielplätze auf einer Parkplatzbrache viel Publikum aus dem Quartier anziehen, ist jedoch fraglich.

Erste Schritte sofort umsetzen

Aus Grüner Sicht gibt es keinen Grund, weiter mit der Entsiegelung und ökologischen Umgestaltung des Parkplatzareals zuzuwarten. [Teaser: Im dicht besiedelten Wipkingen sind natürliche Naherholungszonen Mangelware. ] Mit der Kronenwiese ist bereits eine andere ökologisch wertvolle Freifläche einer Überbauung geopfert worden.
Das Letten-Areal muss dem Quartier als grüner Freiraum erhalten bleiben. Es ist insbesondere ein wichtiges Biotop für diverse Reptilienarten, die auf Vernetzungskorridore angewiesen sind. Die geforderte kulturelle Rahmennutzung im Stationsgebäude bringt einen zusätzlichen, sozialen Mehrwert und wird das Quartier spürbar beleben. Die Zukunft des Letten-Areals muss jetzt beginnen – für und mit Wipkingen.

Kommentare

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500
18. Juni 2016 um 11:18 Uhr von enzo schmid

Ein nicht kommerzielles Kulturcafé wäre fürs Quartier ein guter Kontrast zur Szene-Partymeile Oberer Letten/Pier West/Stazione Paradiso (ehemalige „Bar offen“).