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Quartierleben

Was hat Wipkingen, was Höngg nicht hat?

30. März 2016 von

Foto: Julia Martinez

Der zweite Samstag. Noch hat es Platz für mehr Stände.

Foto: Julia Martinez

Auf das Gramm genau! Maria von «Natürlich Furrer» war von Anfang an dabei.

Foto: Julia Martinez

Francesco von «Lili & Franc» hat alles im Griff. Auch den 42 kg schweren Parmigiano.

Foto: Julia Martinez

Man kennt sie! Seit 30 Jahren verkauft «Natürlich Furrer» vor dem «Nordbrüggli».

Foto: Julia Martinez

Luciano von «Fruit Passion» versorgt das Quartier mit Vitaminen.

Foto: Julia Martinez

«Endlich ein Markt auf der Piazza!» Beni Weder, Präsident des Quartiervereins Wipkingen, freut’s.

Von

Online seit
30. März 2016

Printausgabe vom
31. März 2016
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Viel Neues in Wipkingen! Das Quartier hat seit März 2016 nicht nur eine eigene Zeitung, sondern auch einen Frischwarenmarkt!

Ein bisschen neidisch waren die Wipkinger ja schon immer auf die Quartierzeitung Höngger. Aber Wipkingen hat aufgeholt und hat nun ebenfalls eine eigene Zeitung! Und nicht nur das: Wipkingen trumpft neu mit einem Frischwarenmarkt auf.

Röschibachplatz aus dem Dornröschenschlaf geküsst

Die Erfolgsgeschichte begann im Juni 2015, als der Röschibachplatz in neuem Glanz gefeiert wurde. Bei der Frage, wie man den Platz noch mehr beleben könne, wurde nicht lange gefackelt. Die Piazza braucht einen Frischwarenmarkt! Wie oft, an welchem Tag und mit welchem Angebot wurde demokratisch entschieden: Der Quartierverein Wipkingen startete eine Online-Umfrage und die Resultate sprachen eine klare Sprache. Ein Frischwarenmarkt, der jeden Samstag von 8 bis 16 Uhr frische Produkte aus der Region und Spezialitäten aus anderen Ländern verkauft, das wünschten sich die Wipkinger, und so kann man nun also seit Samstag, 5. März, auf dem Röschibachplatz frische Waren kaufen. Dass sich die Bewohner des Quartiers einen Frischwarenmarkt wünschten, erstaunt Beni Weder, Präsident des Quartiervereins, nicht: «Frischmärkte sind im Trend. Die Leute suchen Alternativen zur Uniformität der Grossverteiler. Auf dem Markt kann man die Verkäufer direkt fragen, woher die Ware kommt. Das schafft Vertrauen.»

Alles klappte wie am Schnürchen

Die Behörden zeigten sich bei der Bewilligung kooperativ und gaben für den Frischwarenmarkt an 35 Samstagen pro Jahr grünes Licht. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich stellte relativ kurzfristig und unbürokratisch die nötige Infrastruktur bereit. Und so verfügt der Röschibachplatz nun auch über einen permanenten Stromanschluss. Was jetzt noch fehlt, sind mehr Marktfahrer, denn Platz hat es für bis zu zehn Stände. «Eine Handvoll brauchen wir noch», so Beni Weder. Ganz einfach sei das nicht, da viele Marktfahrer ihre Ware am Samstag schon auf anderen Märkten feilbieten. Wer verkaufen darf, das entscheidet der Quartierverein. Die Stände sollen sich untereinander nicht konkurrenzieren und das Angebot soll vielseitig sein. «Das Ziel ist natürlich, dass man einen festen Stamm an Marktfahrern über das ganze Jahr hat. Das wird wohl ein bis zwei Jahre dauern, bis sich das richtig einpendelt. Man muss einfach auch einmal etwas wagen.» Momentan ist er mit einem Verkäufer griechischer Spezialitäten im Gespräch. Interessiert ist auch ein Anbieter von Kräutern und Gewürzen. Käseanbieter sollten unbedingt beim Quartierverein Wipkingen anklopfen. Denn für den Frischwarenmarkt wünscht man sich sehnlichst einen Anbieter von Schweizer Käse aus den Alpen oder dem Voralpengebiet.

Vier Pioniere

Am ersten Marktsamstag hielt trotz frostigem Wetter der Stand von Urgestein «Natürlich Furrer» auf dem Platz Stellung. Den Gemüse- und Früchtehändler, der seit über 30 Jahren seine Ware vor dem «Nordbrüggli» verkauft, kennt man in Wipkingen. Am zweiten Samstag zählte man schon vier Stände. Nebst dem «Furrer» waren auch «Lili & Franc», «Fruit Passion» und das «Blumenatelier Iris» vor Ort. «Lili & Franc» verkaufen italienischen Käse, Wurstwaren, Teigwaren und Sushi. Francesco, der der Liebe wegen Venedig verliess, freut sich auf die neue Herausforderung am Röschibachplatz. Auf die Mortadella angesprochen, gerät er ins Schwärmen. «Wir schneiden sie frisch vor den Augen der Kunden. Die Leute lieben sie». Und so erstaunt es denn auch nicht, als um elf Uhr die Leute vor den italienischen Delikatessen Schlange stehen. Am «Fruit Passion»-Stand steht Luciano und zählt auf: «Mango, Avocado, Papaya, Ananas, Bananen, Erdnüsse, Kokosnüsse, Ingwer, Zitronen, Limetten. Alles aus Uganda, Kamerun und Senegal. Die kommen direkt vom Baum und wurden nicht behandelt.» Das in Wipkingen ansässige «Blumenatelier Iris» verkauft nun auch auf dem Röschibachplatz frische Blumen.
Für eine Bilanz ist es noch zu früh, so viel sei aber gesagt: Maria vom «Furrer» findet es schon mal super, dass es in Wipkingen nun auch einen Markt gibt. Beni Weder wünscht sich nebst zehn Ständen, «viele Leute aus dem Quartier, die miteinander quasseln und den Dorfplatz beleben. Und nach dem Marktshopping ins ‹Nordbrüggli›, ‹Belmondo› oder ins Lettenkafi gehen, um einen Kafi zu trinken und ein Gipfeli zu essen». Francesco hofft, dass bald ein Brotanbieter neben seinem Stand die Zelte aufschlägt. Die Vorstellung von frischem Brot mit hauchdünner Mortadella – am besten auf der Piazza verspiesen – da kann man nur mit Francesco mithoffen.

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