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Politik allgemein

Wenn die Wärmepilze spriessen…

28. März 2018 von

Foto: zvg

Nicole Barandun, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich

Von

Online seit
28. März 2018

Printausgabe vom
29. März 2018
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Hat Ihre Firma Anfang März von ewz auch ein Ökostrom-Zertifikat für den Bezug von Ökostrom im Jahr 2017 erhalten? Ungefragt, per Briefpost, also in Papierform, mit Couvert? Darin dankt ewz für den Bezug von Ökostrom und die damit verbundene Förderung von «Bau und Erneuerung von Produktionsanlagen nach höchsten ökologischen Kriterien». «Bitte, gerne, ist mir wichtig…», geht es einem durch den Kopf. Erlaubt sei aber die Frage: Warum dann so ein Papierverschleiss – und wofür? Jeder weiss, welche Sorte Strom je nach ökologischem Bewusstsein durch die eigene Steckdose fliesst, ersichtlich jeweils auf der Rechnung mit entsprechendem Tarif, da braucht es doch nicht noch einen Spezialversand. Von der Verschwendung personeller Ressourcen fürs Erstellen, Verpacken und Versenden ganz zu schweigen. Die wenigsten werden sich das Teil gerahmt in der Kundenempfangszone oder im Pausenraum an die Wand hängen. Und wenn schon, wie war das noch mit der Digitalisierung der Verwaltung? Sinnigerweise fiel der Versand just in die erneut auch über Zürich hereinbrechende Kälteperiode, mehr oder weniger lustiges Schneetreiben inklusive. Da hätte man sich in manchem Bürohaus auch mit Minergiestandard und Ökopower ein bisschen mehr «Pfupf» gewünscht. Filzfinken gegen den «Chuenagel» sind das eine, mit Fäustlingen lässt sich die PC-Tastatur halt doch nicht so treffsicher bedienen. Und wenn trotz übergestreiftem Skipulli weder Hüttenromantik aufkommt noch die Begrüssung am Telefon freundlich warm ausfällt, mag der Griff zum Elektroöfeli oder zum Wärmepilz als bestechend effektive Lösung nicht nur die Sinne befeuern. Stromfresser und superumweltunfreundlich, aber mit Ökostrom… Und alleine war man mit dieser Idee wohl auch nicht, sonst wäre der Elektroöfelimarkt nicht kurzzeitig völlig zusammengebrochen.
Augen zu und durch in der Hoffnung, der Frühling möge kommen. Und mit ihm Primeli und Narzissen. Aber bitte die Hiesigen vom Gärtner, nicht die Importierten vom Grossverteiler.

Nicole Barandun-Gross, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich

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