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Grüne

Würdevolles Leben im Quartier-Alterszentrum

14. Dezember 2016 von

Foto: Roland Hurschler

Das Alterszentrum Sydefädeli erstrahlt in neuem Glanz.

Von

Online seit
14. Dezember 2016

Printausgabe vom
15. Dezember 2016
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Die Alterszentren in Wipkingen machen sich fit für die nächsten Jahrzehnte. Im Alterszentrum Sydefädeli wurde 2016 eine Teilinstandsetzung durchgeführt, und das Alterszentrum Trotte wird durch einen Neubau ersetzt.

Im Alterszentrum Sydefädeli (Baujahr 1984) wurde im August die Teilinstandsetzung erfolgreich abgeschlossen. Diese beinhaltete den Ersatz der Fenster, die Teilinstandsetzung der Nasszellen, die Neugestaltung des Aussenraumes sowie die Sanierung der Fassade. Die ausgeführten Arbeiten waren notwendig für den Erhalt des Gebäudes und sie tragen wesentlich zum Komfort der Bewohnerschaft bei. Während der Bauarbeiten musste diese gruppenweise für zwei Wochen ins Gästehaus nach Leimbach «zügeln», was für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung war. Das Alterszentrum Trotte, Baujahr 1960 und Ende 2015 abgerissen, wird durch einen Neubau ersetzt, da sich die Kosten für eine Sanierung der gesamten Gebäudetechnik und des Ausbaustandards nicht rechneten. Mit dem Neubau wird eine neue Generation von Alterszentren erstellt, der gezielt auf die Bedürfnisse und den Komfort der künftigen Bewohnerschaft eingeht. 

Das Alterszentrum Sydefädeli ist auch Begegnungsort für die Quartierbevölkerung: Die Cafeteria ist öffentlich und bietet preiswerte und feine Menus an. Die regelmässigen soziokulturellen Veranstaltungen wie Konzerte, Theater, Computer Corner und vieles mehr finden grossen Anklang. Zudem probt hier jede Woche der berühmte «Sydefädeli-Chor».
Im Alterszentrum Sydefädeli werden die Grundwerte des Zusammenlebens gepflegt, respektiert und eingehalten. Dazu gehört die würdevolle Pflege und Betreuung der betagten Menschen. Das Alterszentrum ist ihr Zuhause, Selbstbestimmung und Autonomie sind zentral und haben eine hohe Wichtigkeit. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass sämtliche Mitarbeitenden aus der Hotellerie, Gastronomie, Pflege und der Verwaltung der Bewohnerschaft mit Respekt und Wertschätzung begegnen sowie die Grundsätze des gemeinschaftlichen Zusammenlebens einhalten und pflegen. Gerade ältere Menschen sind eine verletzliche Gruppe, ihnen gehört unsere ganze Aufmerksamkeit. Im Gespräch mit den Betroffenen und eventuell den Angehörigen versuchen die Pflegenden den Willen und die Wünsche der zu Betreuenden zu erfahren, damit sie diese vom Eintritt ins Alterszentrum bis zum Lebensende individuell betreuen und pflegen können. Die würdevolle Pflege ist ganzheitlich, spezifisch und orientiert sich an der Person und ihrer Erkrankung. Zuwendung, Verständnis, Anteilnahme und Zeit für Gespräche schaffen eine wichtige Vertrauensbasis.

Lebensqualität als Wirtschaftsfaktor

Qualität in der Betreuung und Pflege bedingt genügend qualifiziertes Personal. Der Fachkräftemangel macht sich in der Langzeitpflege und Betreuung besonders bemerkbar: Die Rekrutierung von Fachpersonen, die bereit sind, sich auf diese anspruchsvolle, körperlich anstrengende Arbeit mit unregelmässigen Arbeitszeiten mit Schicht- und Wochenenddienst einzulassen, nimmt stetig ab. Die Lebensqualität der betreuten älteren Menschen steht in direktem Zusammenhang mit der Lebensqualität der Pflegenden. Damit sich Fachkompetenz, Sozialkompetenz und Empathie in der Betreuung und Pflege nachhaltig entfalten können, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen. Dazu gehören attraktive Arbeitsbedingungen und Anerkennung. Denn die Pflege produziert nicht Pflegeminuten, sondern Gesundheit, ein wichtiger positiver Wirtschaftsfaktor. Dafür setzen sich die Grünen ein, denn es stellt sich früher oder später für uns alle die Frage, wie wir im hohen Alter betreut und gepflegt werden wollen.

Simone Bertogg, Pflegefachfrau HF, Gerontologin, Alt-Gemeinderätin Grüne.

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