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Zweite Gotthardröhre: weder richtig noch nötig

9. Februar 2016 von

Foto: zvg
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9. Februar 2016

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Finden Sie drei Milliarden für eine zweite Gotthardröhre sinnvoll investiert? Jetzt, wo die NEAT in Betrieb geht und endlich die langersehnte Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs auf die Bahn möglich wird?

Sind Sie auch schon am Gotthard im Stau gestanden oder hatten Sie dort gar ein Sicherheitsproblem? Kommt dies alle Jahre zweimal, einmal oder seltener vor? Wie dem auch sei: Eine zweite Gotthardröhre würde Ihre Reise in den Süden nicht schneller und nur ein wenig sicherer machen, so Sie überhaupt das Auto benützen.
An den 207 Staustunden pro Jahr am Gotthard, so die Zahl vom Jahr 2014, würde eine zweite Röhre nichts ändern. Wegen des Alpenschutzartikels in der Verfassung dürften die beiden Röhren nur je einspurig befahren werden. Und das ist gut so!

Ein Nein ist ein Nein zum Etikettenschwindel

Bleibt die Sicherheit: Zweifellos, jedes Opfer im Strassenverkehr ist eines zu viel. Gerade deshalb ist es entscheidend, dass das Geld am richtigen Ort eingesetzt wird. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung schätzt, dass mit einer zweiten Gotthardröhre pro Jahr ein halbes Leben gerettet und eine schwere Verletzung verhindert wird. Die Kosten: 75 Millionen pro gerettetes Leben. Eine Studie der ZHAW aber zeigt: 1975 bis 2007 wurden 5,2 Milliarden in die Unfallverhütung investiert und so 10‘200 Todesfälle vermieden. Das macht nur 0,5 Millionen pro gerettetes Leben. Das heisst doch: Anderswo lässt sich mit dem gleichen Geld ungleich viel mehr erreichen. Gerade wenn es um das Vermeiden von Opfern im Strassenverkehr geht, sollte uns das nicht gleichgültig sein.
Gut, kommt die zweite Gotthardröhre am 28. Februar zur Volksabstimmung. Ein Nein ist ein Nein zu Etikettenschwindel und Geldverschleuderung. Wer mehr für Sicherheit im Strassenverkehr tun will, soll das anderswo tun. Eine zweite Gotthardröhre für die Strasse ist viel zu teuer und nur wenig sicherer. Ein Schildbürgerstreich! Wer sich um den Verkehr am Gotthard sorgt, kann auf den neuen Basistunnel der Bahn vertrauen. Das Schweizer Volk hat 24 Milliarden in die neuen Bahn-Alpentunnels investiert. Sie ermöglichen es, den Güterverkehr durch die Alpen von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Für das Problem des alpenquerenden Verkehrs mit der milliardenteuren Investition in die Bahn steht die richtige, ökologische Lösung bereits vor der Tür. Darum empfehle ich ein Nein zur zweiten Gotthardröhre!

Abschied aus dem Gemeinderat

Mit diesem Artikel verabschiede ich mich von Ihnen als Gemeinderätin. Seit Kurzem ist meine berufliche Verantwortung grösser und zeitintensiver geworden. Leider kann ich daneben nicht länger meine Ratsaufgaben so ausführen, wie ich das von mir erwarten würde. Darum habe ich mich schweren Herzens zum Rücktritt entschlossen. Meine Nachfolge übernimmt Mathias Egloff. Er wird die Höngger Anliegen sicher mit viel Engagement im Gemeinderat vertreten. Ich wünsche ihm dabei viel Freude und Erfolg.

Andrea Nüssli-Danuser, Gemeinderätin SP

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