Quartierleben
Abfall am Letten: Video löst Diskussion aus
Auf Instagram kursiert derzeit ein Video, das grosse Mengen Abfall auf dem Kloster-Fahr-Weg zeigt. Der Aufschrei in den sozialen Medien ist gross. Für die Stadtreinigung sind solche Szenen allerdings nicht ungewöhnlich.
13. Mai 2026 — Redaktion Wipkinger
Der Instagram- und TikTok-User «Dewinterthurer» alias Adrian Moucharfiech veröffentlichte kürzlich ein Video, das er am vergangenen Sonntag um 7.30 Uhr beim Joggen auf dem Kloster-Fahr-Weg aufgenommen hatte. Gegenüber «20 Minuten» erklärte er, ein derartiges Ausmass habe er dort noch nie erlebt: Der Weg sei über weite Strecken praktisch zugemüllt gewesen, zudem war der Boden voller Scherben.
Wie zahlreiche Kommentare in den sozialen Medien vermuten lassen, könnte die enorme Abfallmenge auf das «Letten Opening 2026 – Saisonstart am Wasser» beim Lokal GUMP am Oberen Letten vom Vorabend zurückzuführen sein.
Auf Nachfrage teilt die MAAG Music & Arts AG, die das Season Opening beim GUMP organisierte, mit, dass der Müll am Kloster-Fahr-Weg nicht allein von Gästen der Party stamme. Viele Personen hätten sich am Samstagabend am Oberen Letten aufgehalten, ohne die Veranstaltung besucht zu haben.
Zudem wird festgehalten, dass gleichzeitig auch eine Veranstaltung beim Park Platz stattfand. Ausserdem seien laut Medienstelle zahlreiche Getränke und Flaschen privat mitgebracht und entsorgt worden, die nicht an der Party verkauft worden seien.
Die Zuständigkeiten sind klar geregelt
Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) bestätigte ebenfalls auf Anfrage, dass am Wochenende beim GUMP am Oberen Letten das «Letten Opening» stattgefunden habe. Der Anlass habe in Kombination mit dem freundlichen Wetter dazu geführt, dass sich viele Menschen vor Ort versammelt und offenbar ausgiebig gefeiert hätten.
Die Veranstaltung sei angemeldet und die Zuständigkeiten seien klar geregelt gewesen, so ERZ: Innerhalb des Festperimeters sei der Veranstalter für Reinigung und Abfallentsorgung verantwortlich, auf öffentlichem Grund hingegen die Stadt.
Der Letten sei gemäss ERZ auch ohne Eröffnungsfest ein sehr beliebter Treffpunkt. Wo Menschen zusammenkämen und feierten, bleibe leider oft Abfall liegen. Vergleichbare Situationen kenne man etwa vom Seebecken. Je häufiger sich grössere Menschenmengen im öffentlichen Raum treffen und feiern, desto häufiger werde ERZ auch mit ähnlichen Szenen konfrontiert.
Hat das Littering zugenommen?
Das Video von «Dewinterthurer» wirft auch die Frage auf, ob diese Art von Littering in der Stadt Zürich zugenommen hat. Laut ERZ seien die Abfallmengen in den vergangenen Jahren trotz Bevölkerungswachstums aber stabil geblieben. Grundlage dafür ist eine Statistik, die sowohl das Gewicht des in öffentlichen Abfallbehältern entsorgten Abfalls als auch die Menge an Schmutz und Littering erfasst.
Wie ERZ weiter ausführt, seien jedoch nicht allein Menge und Gewicht entscheidend. So könne auf einer blühenden Frühlingswiese bereits eine einzige achtlos weggeworfene Plastikflasche störend wirken. Besonders ärgerlich seien zudem Zigarettenstummel. Und gerade Scherben – wie sie am Sonntagmorgen am Letten festgestellt wurden – stellen eine Gefahr dar.
Eine Gemeinschaftsleistung
ERZ hält weiter fest, dass der öffentliche Raum als Aufenthaltsort zunehmend an Bedeutung gewinne. Die Menschen hielten sich häufiger und länger draussen auf. Teilweise werde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert – Partygäste sowie Joggerinnen und Jogger gäben sich bei Sonnenaufgang quasi die Klinke in die Hand.
Aus Sicht der Stadtreinigung sei es erfreulich, wenn die Bevölkerung den öffentlichen Raum nutze und gleichzeitig hohe Ansprüche an die Sauberkeit stelle. Denn, so ERZ: Eine saubere Stadt sei eine Gemeinschaftsleistung aller Beteiligten. Je weniger Littering anfalle, desto gründlicher könne die Stadtreinigung die 737 Kilometer Strassen, 1080 Kilometer Trottoirs und Fusswege sowie die 1,7 Millionen Quadratmeter Parkanlagen der Stadt Zürich reinigen. (dad)

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