Quartierleben
Bonus fürs Flicken, Aufwand für die Betriebe
Wer defekte Haushaltsgegenstände hat, erhält bei der Reparatur Unterstützung durch die Stadt. Über eine Website können Betriebe nach Quartieren gesucht werden.
24. September 2026 — Dagmar Schräder
hinter dem städtischen Online-Reparaturportal «flick-it.ch», das im Juli aufgeschaltet wurde. Damit möchte die Stadt die Bevölkerung animieren, Haushaltsgegenstände vermehrt reparieren zu lassen. Denn das, so die Stadt, «ist gut für Klima und Umwelt – und fürs Portemonnaie».
Auf der Website können für jedes Quartier Betriebe gesucht werden, die Reparaturen anbieten. Aktuell, so erklärt die Stadt auf Anfrage, seien insgesamt 43 Betriebe registriert. In Höngg ist dies momentan der Woll- und Strickladen Unikat, in Wipkingen sind es die Schneiderei von Nazir Amiri sowie der Reparaturservice Sigifix von Siegfried Terpoorten.
Elektrogeräte und Textilien
Zugleich können sich in der Stadt Zürich wohnhafte Personen über die Registrierung einen Reparaturbonus sichern, mit dem 50 Prozent der Reparaturkosten übernommen werden – maximal hundert Franken pro Kalenderjahr und Person. Bonusberechtigt sind aktuell Reparaturbetriebe in den Bereichen Elektrogeräte und Textilien.
Insgesamt seien bisher, so Tobias Nussbaum, Mediensprecher von Entsorgung + Recycling Zürich, 15 Betriebe bonusberechtigt, neun weitere sollten in Kürze noch dazukommen. Auch bezüglich der Nutzung, so Nussbaum weiter, sei das Projekt gut angelaufen. Aktuell seien rund 9 Prozent des Budgets für das Kalenderjahr 2026 reserviert und 2,5 Prozent bereits vergeben.
Der Reparaturbonus werde dabei vor allem für Elektrogeräte eingesetzt, insbesondere für Smartphones. Ein positives Zeichen, wie Nussbaum findet: «Das ist zu begrüssen, da diese Geräte einen grossen ökologischen Fussabdruck haben.»
Die Tücken des Systems
Wie aber läuft das Projekt aus Sicht der beteiligten Betriebe? Der Quartierladen Unikat in Höngg verkauft Wolle und handgemachten Schmuck und bietet Reparaturen von Ausbesserungen von Textilien an. Sie hätten sich gleich zu Anfang des Projekts zur Teilnahme angemeldet, erklärt Inhaberin Silvia Eggli Christen. Allerdings habe sich das Anmeldeprozedere für den Betrieb als reichlich kompliziert erwiesen. Man habe einen zwanzigseitigen Vertrag unterschreiben müssen, um bon-berechtigt sein zu können.
Und dennoch habe es lange gedauert, bis eine Abrechnung schliesslich möglich war: «Wir mussten mehrere Wochen warten, bis wir die Gutscheine bei uns abrechnen konnten. Das funktioniert erst seit letzter Woche», so Eggli Christen.
Und auch dann habe das System so seine Tücken: Der Kunde bezahle dann im Laden jeweils nur die Hälfte der Reparaturkosten. Um von der Stadt den Restbetrag zurückerhalten zu können, müsse der Betrieb anschliessend sowohl den Gutschein des Kunden, als auch das reparierte Produkt fotografieren und das Bild hochladen. Für die Betrieb also ein Mehraufwand: «Einfacher wäre es für uns eigentlich, wenn die Kundschaft den Betrag direkt von der Stadt selbst zurückfordert. Das würde uns sicher einiges an Arbeit ersparen», meint Egli.
Weitere Erfahrungswerte gibt es bis anhin also noch keine. Und auch die beiden Wipkinger Betriebe konnten – zumindest bis zur Anfrage dieser Zeitung Mitte August – noch keine Bons entgegennehmen.


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