Quartierleben
Der Quartierverein Wipkingen macht ernst: Deutliche Absage an die Stadt
Bei der 166. Generalversammlung lehnten die Mitglieder die Subventionsvereinbarung der Stadt Zürich ab. Damit ist er schon der dritte seiner Art nach Altstetten und Wiedikon.
14. April 2026 — Redaktion Wipkinger
Die 166. Generalversammlung des Quartiervereins Wipkingen (QW) hat am 10. April die von der Stadt Zürich vorgelegte Subventionsvereinbarung mit 64 Stimmen bei zwei Enthaltungen zurückgewiesen. Damit sei ein klares Zeichen gesetzt worden, wie es auf der Website des QW heisst. Die Mitglieder folgten geschlossen dem Antrag des Vorstands.
Die neue Subventionsvereinbarung der Stadt sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Bislang honorierte die Stadt die freiwillige Quartierarbeit «unkompliziert», so der QW, mit jährlichen Beiträgen von insgesamt rund 12’745 Franken. Dies entspricht etwa 18 Prozent des Budgets des Wipkinger Vereins. Mit der neuen, nicht verhandelbaren Vereinbarung ab 2026 wolle die Stadt jedoch weitreichende Bedingungen stellen, heisst es weiter.
Einschränkung der Autonomie
Der Vorstand des QW sieht im neuen Vertragswerk eine massive Einschränkung der Vereinsautonomie. Die Vereinbarung würde unter anderem Vorschriften zur Organisation, zur Rechnungsführung sowie Verpflichtungen zu Stillschweigen und Sperrfristen für Vorstandsmitglieder umfassen. Zudem werde eine externe Revision verlangt, die laut QW gesetzlich nur für grössere Unternehmen vorgeschrieben ist.
«Für den Vorstand schränkt diese Vereinbarung die Unabhängigkeit massiv ein und auferlegt ihm einen unnötigen administrativen Aufwand», sagt QW-Präsident Beni Weder. Er erinnerte an der Generalversammlung an die lange Geschichte des QW, der seit 1859 existiert, politisch neutral agiert und sich massgeblich durch Mitgliederbeiträge, Spenden und eigene Aktivitäten finanziert.
Unabhängigkeit ist wichtiger
Mit dem deutlichen Abstimmungsergebnis von 64 Ja-Stimmen zur Ablehnung machten die Mitglieder laut QW unmissverständlich klar, dass ihnen die Unabhängigkeit von der Stadtverwaltung wichtiger ist als städtische Zuschüsse.
Wie diversen Medienberichten zu entnehmen ist, ist der Widerstand aus Wipkingen gegen die Subventionsvereinbarung nicht der einzige: Auch der Quartierverein Altstetten lehnte die Vereinbarung mit einer überwältigenden Mehrheit von 98 Prozent der Stimmen ab. Etwas knapper fiel das Resultat beim Quartierverein Wiedikon aus, wo sich 54 Prozent dagegen aussprachen.
Neue Vorstandsmitglieder dank Statutenänderung
An der 166. Generalversammlung wurden zudem neue Vorstandsmitglieder gewählt: Marc Bürgi (Kultur), Raffaela Hartmann (Kommunikation), Sebastian Kernbach (Kultur) und Martin Landolt (Kommunikation/Web) gehören neu dem Gremium an. Möglich wurde dies durch eine Statutenänderung: Die maximale Anzahl der Vorstandsmitglieder wurde von 14 auf 16 erhöht, um den neuen Kräften Platz zu bieten.
Quelle: Quartierverein Wipkingen
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