Kirche Wipkingen: Wo einst gepredigt wurde, wird bald gelernt

Schul- statt Gotteshaus: Das Pionierprojekt Umbau Kirche Wipkingen ist nach einjähriger Bauzeit abgeschlossen. Ab August profitieren die Schule Waidhalde und das Quartier von stimmungsvollen neuen Räumlichkeiten.

Sommersaal mit Seitenempore. (Foto: Stadt Zürich)

Die Stadt Zürich und die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Zürich setzen laut einer Medienmitteilung ihre seit 2019 bestehende Zusammenarbeit fort und realisieren mit dem Umbau der seit Jahren ungenutzten Kirche Wipkingen ein Projekt mit Pioniercharakter: «Mit der Umnutzung der Kirche Wipkingen betreten wir in Zürich Neuland», so Stadtrat Balthasar Glättli, Vorsteher des Schul- und Sportdepartements.

«Erstmals wird ein Kirchengebäude direkt für schulische Zwecke genutzt. So bleibt ein prägendes Gebäude im Quartier erhalten und erhält gleichzeitig eine neue, lebendige Nutzung, von der die Schule Waidhalde und das Quartier gleichermassen profitieren.»

Gabriela Rothenfluh, Präsidentin des Schulkreises Waidberg, freut sich über die zusätzlichen Räume: «Die Schule Waidhalde ist in den letzten zehn Jahren stark gewachsen. Die neuen Räume in der Kirche geben der Schule den Platz, den sie für Unterricht, Betreuung und das gemeinsame Schulleben dringend braucht. Davon profitieren die Kinder und das Schulteam.»

9,3 Millionen Franken

Sommersaal mit Rosettenfenster. (Foto: Stadt Zürich)

In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege hat die Stadt im ehemaligen Sakralbau Schulraum geschaffen – und dabei besonders auf die Rückbaubarkeit der Einbauten geachtet. Die Räumlichkeiten können pünktlich zum Schuljahresbeginn 2026/27 bezogen werden. Der Ausführungskredit von 9,3 Millionen Franken wird eingehalten.

«Die neue Nutzung gibt der Kirche Wipkingen eine lebendige Zukunft und erhält ihren öffentlichen Charakter», zeigt sich Michael Hauser, Kirchenpfleger der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Zürich, erfreut. «Aus der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich ist eine Win-win-Situation für die Schule, das Quartier und die Kirchgemeinde entstanden».

Neue Nutzung mit Respekt vor dem Bestand

Vorzone mit Blick in den Mehrzwecksaal. (Foto: Stadt Zürich)

Die wegweisende Umnutzung verlangte einen schonenden Umgang mit den Kirchenräumen. «Vécsey*Schmidt Architekt*innen» aus Basel haben bei ihrem Projekt mit reversiblen und statisch unabhängigen Leichtbaustrukturen gearbeitet, die einen späteren rückstandslosen Rückbau ermöglichen und die charakteristischen Raumqualitäten der Kirche erhalten.

Das Projekt folgt konsequent dem Prinzip der Suffizienz. Das beheizte Volumen wird auf ein Minimum reduziert, während die bestehenden räumlichen Qualitäten optimal genutzt werden. Im Erdgeschoss wurden ein Mehrzweck- und Singsaal, Räume für Betreuung und Verpflegung sowie eine Bibliothek eingebaut. Im Obergeschoss macht ein grosszügiger unbeheizter Sommersaal die eindrucksvolle Kirchenarchitektur weiterhin erlebbar.

Stadtrat Tobias Langenegger, Vorsteher des Hochbaudepartements, sagt: «Die Kirche Wipkingen zeigt beispielhaft, wie wir bestehende Gebäude ressourcenschonend weiterentwickeln und für kommende Generationen nutzbar machen können. Statt neu zu bauen, setzen wir auf kreative Lösungen im Bestand, sparen dabei graue Emissionen und bewahren die Kirche als prägendes Gebäude für die Stadt Zürich.»

Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

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