Quartierleben
Minischweine im Fokus: Willi wird 21 und zwei Jungtiere ziehen ein
Der Mai 2026 stand auf dem Wipkihof ganz im Zeichen der Minischweine. Immer wieder hört man staunende «Ooohs» und begeisterte «Jööös» – und tatsächlich gibt es gleich doppelt Grund zur Freude.
7. Juli 2026 — Eingesandter Artikel
Ein Artikel vom GZ Wipkingen
Unser Minischwein Willi wurde im Mai unglaubliche 21 Jahre alt! Damit übertrifft er die maximale Lebenserwartung von Minischweinen deutlich, die bei rund 15 Jahren liegt. Für uns ist das ein besonderer Moment, aber auch ein Zeichen guter Pflege und stabiler Lebensbedingungen über viele Jahre hinweg. An erster Stelle steht die Ernährung. Willi bekommt viel Gemüse und Früchte sowie spezielles Minischweinefutter. Besonders wichtig ist dabei, dass er nicht zu dick wird – gar nicht so einfach, denn Schweine haben kein richtiges Sättigungsgefühl. Sie würden am liebsten ständig fressen.
Ebenso wichtig ist die Bewegung, gerade in seinem hohen Alter. Deshalb verteilen wir täglich Gemüsestückchen auf dem ganzen Areal, die Willi suchen muss. So bleibt er aktiv und neugierig. Ab und zu machen wir auch kleine Übungen mit ihm. Früher meisterte er Hindernisse mit Begeisterung – heute läuft er eher gemütlich darum herum. Auch das Kommando «Sitz» ignoriert er inzwischen meistens mit altersbedingter Gelassenheit. Was er aber nach wie vor liebt, ist der Gang durch den Stofftunnel. Gesund halten ihn sicher auch die vielen sozialen Kontakte. Die Freiwilligen, die sich auf dem Wipkihof um die Tiere kümmern, schenken Willi viel Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten und ausgiebiges Bauchkraulen – etwas, das er ganz besonders
geniesst.
Abwechslung hat er ebenfalls genug: Den ganzen Tag ist er gemeinsam mit den anderen Tieren auf dem Hof unterwegs. Da muss er sich schon mal mit den Hühnern um einen Leckerbissen streiten oder sich zwischen den Ziegen seinen Weg bahnen. Früher hatte Willi grossen Respekt vor den Ziegen und machte lieber einen weiten Bogen um sie. Heute ist er deutlich gelassener und selbstbewusster geworden. Kommt ihm eine Ziege zu nahe, macht er das mit einem lautstarken Grunzen klar und die Ziegen akzeptieren das erstaunlicherweise sofort.
Besonders beliebt – und gleichzeitig richtig gute Kopfarbeit – sind die Beschäftigungsangebote während unseres offenen Stalls. Dann helfen die Kinder jeweils mit, Willis Futter spannend zu «verpacken». Kartoffeln, Karotten und Äpfel werden in Papier eingewickelt und auf dem Areal versteckt oder verteilt. Willi muss sich diese kleinen Überraschungen erschnüffeln, auspacken und erarbeiten. Das fordert ihn nicht nur körperlich, sondern auch geistig ganz schön heraus und sorgt immer wieder für sichtbare Begeisterung beim Publikum. Natürlich merkt man Willi sein Alter an. Sein Bewegungsapparat ist nicht mehr der jüngste, sein Gang etwas staksig, und er bewegt sich langsamer als früher. Doch eines ist geblieben: Sein Appetit ist nach wie vor ungebrochen.
Zwei kleine Schweine erobern die Herzen
Neben all den erstaunten Reaktionen über unseren 21-jährigen Willi hörte man Ende Mai auf dem Wipkihof noch einen anderen Laut besonders oft: ein begeistertes «Jööö!». Der Grund dafür sind unsere zwei neuen Minischweine, die mit gerade einmal zehn Wochen bei uns eingezogen sind. Die beiden kastrierten Männchen bringen nicht nur frischen Wind in den Stall, sondern sorgen bereits jetzt für viele strahlende Gesichter.
Bis die beiden bei uns einziehen konnten, benötigte es allerdings Geduld. Die Suche nach passenden Tieren war bewusst sehr sorgfältig. Für uns war von Anfang an klar, dass die Schweine aus einer seriösen und verantwortungsvollen Zucht stammen müssen. Gesundheit und artgerechte Haltung stehen für uns an erster Stelle. Zuchten, die vor allem möglichst winzige Minischweine hervorbringen möchten, kommen für uns nicht infrage. Oft wird die extreme Kleinwüchsigkeit nämlich mit gesundheitlichen Problemen bezahlt. Manche Tiere bleiben nur deshalb so klein, weil sie nicht ausreichend ernährt werden oder auf problematische Weise gezüchtet wurden. Uns ist dagegen wichtig, dass unsere Schweine robust, gesund und lebensfroh sind – unabhängig davon, wie gross sie später einmal werden.
Vielleicht fragen sich manche, weshalb wir diesmal keine Tiere aus dem Tierschutz übernommen haben. Bei den Schweinen muss man regelmässig die ständig nachwachsenden Klauen und Hauer kürzen. Bei unseren früheren Tierschutz-Schweinen konnten diese Behandlungen nur unter Vollnarkose durchgeführt werden, was für die Tiere immer ein gewisses Risiko bedeutet. Deshalb möchten wir unsere beiden Jungtiere von Anfang an behutsam an diese Pflegemassnahmen gewöhnen. Sie sollen lernen, Vertrauen zu fassen und ruhig mitzumachen. Auch an das Tragen eines Geschirrs möchten wir sie frühzeitig gewöhnen, damit später sichere Spaziergänge im Park möglich sind.
Für die beiden kleinen Schweine ist das Leben auf dem Wipkhof momentan allerdings noch eine grosse Umstellung. Sie kommen aus einem ruhigen Bergdorf und erleben nun plötzlich viele Menschen, Kinderstimmen, neue Tiere und ungewohnte Geräusche. Deshalb bitten wir alle Besucherinnen und Besucher um Rücksicht und darum, die beiden nicht zu füttern, damit sie sich in ihrem eigenen Tempo eingewöhnen können. Natürlich hoffen wir, dass sich die beiden gut mit Schweine-Opa Willi verstehen werden. Schweine sind soziale Tiere, können aber gleichzeitig recht eigenwillig sein. Zum Glück bietet unser grosses Gelände genügend Platz zum Ausweichen, Entdecken und Kennenlernen. Mit zwei Ställen und vielen Rückzugsmöglichkeiten dürfen die Tiere selbst entscheiden, wann sie Nähe möchten und wann lieber etwas Abstand.
Wir freuen uns riesig über den Nachwuchs – und genauso darüber, dass uns Schweineopa Willi mit seinen 21 Jahren noch immer täglich begeistert. Eines ist sicher: Selten hörte man auf dem Wipkhof so viele staunende «Ooohs» und liebevolle «Jööös» wie in diesem besonderen Schweinemonat Mai 2026.
Eingesandt von Terri Obrist, Fachbereich Bildung/Tier, GZ Wipkingen
Der Wipkihof
Der Wipkihof ist eine kleine Oase direkt an der Limmat und mitten in Zürich. Kinder und Erwachsene können mit den Meerschweinchen, Minischweinen, Zwergziegen und Hühnern in direkten Kontakt treten, im Stall mit anpacken, füttern, ums Feuer sitzen, Tiere beobachten, basteln, anderen Menschen begegnen und viel Spannendes lernen.
Aktuell sucht das GZ Freiwillige, die Freude am Umgang mit Tieren und Menschen haben. Kannst du dir vorstellen, uns jeden Freitag von 13.30- 18 Uhr in den Angeboten zu unterstützen, um sicherzustellen, dass während der Öffnungszeiten alles reibungslos läuft und die Tiere gut versorgt sind?
Kontakt: Daniela Surber, Fachbereich Bildung/Tier, 079 690 83 27, daniela.surber@gz-zh.ch


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