Mobiler Recyclinghof: «Der Berg ruft – aber niemand kommt hoch»

In Wipkingen regt sich Widerstand gegen den geplanten Standort des Mobilen Recyclinghofs bei der Schule Waidhalde. Der Quartierverein Wipkingen hält den vorgesehenen Platz für ungeeignet – und spart nicht mit Kritik.

Die Illustration des Quartiervereins Wipkingen. (zvg)

Mit dem neuen Konzept «Entsorgen im Quartier» will die Stadt Zürich die Abfallentsorgung vereinfachen und ökologischer gestalten. Seit dem 1. Januar 2026 haben die Entsorgungstrams ausgedient, an ihre Stelle treten sogenannte Mobile Recyclinghöfe.

Neben dem klassischen Entsorgen soll dabei auch das Tauschen und Reparieren gefördert werden. Ziel ist eine möglichst CO₂-freie Anlieferung – zu Fuss, mit dem Velo oder per Handkarren.

Was in der Theorie bestechend klinge, stosse in Wipkingen auf Widerstand: «Was auf dem Papier nach einer grünen Idylle klingt, entpuppt sich in der Wipkinger Geografie als handfester Schildbürgerstreich», schreibt der Quartierverein Wipkingen auf seiner Website.

Oder kurz und knapp: «Der Berg ruft – aber niemand kommt hoch.»

Kritik an Topografie und Erreichbarkeit

Im vergangenen Jahr machte die Aktion viermal Station auf dem zentral gelegenen Röschibachplatz – mit regem Zulauf. Für 2026 hat Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) nun jedoch das Schulhaus Waidhalde als Standort bestimmt. Aus Sicht vieler Quartierbewohnerinnen und -bewohner ist das ein Rückschritt.

Wie der Quartierverein schreibt, führe der Weg zur Waidhalde über steile Strassen wie die Scheffelstrasse. Für ältere Menschen oder Personen mit schwer beladenem Handkarren sei dies kaum zumutbar. Hinzu kämen Unterführungen und Treppen, die insbesondere aus dem unteren Quartierteil – etwa von der Nordstrasse her – überwunden werden müssten.

Auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr wird bemängelt: Eine direkte ÖV-Verbindung zum Schulhaus fehlt. Der Transport grösserer oder sperriger Gegenstände werde damit ohne Auto faktisch verunmöglicht, was dem angestrebten CO₂-freien Konzept widerspreche.

Kritisiert werden zudem die vorgesehenen Termine: Während in anderen Quartieren Wochentage genutzt würden, sei für Wipkingen der Samstag vorgesehen – für viele Familien und Berufstätige kein idealer Zeitpunkt.

Forderung nach Verlegung

Der Vorstand des Quartiervereins zeigt sich irritiert über die Standortwahl und spricht von mangelnder Ortskenntnis seitens der Verantwortlichen. In einem Schreiben vom 19. Januar 2026 an Stadträtin Simone Brander fordert der Quartierverein eine umgehende Verlegung an einen zentralen, barrierefreien Ort, der für alle Altersgruppen zugänglich ist.

Besonders stossend sei, dass der Quartierverein in die Standortwahl nicht einbezogen worden sei. Eine Antwort auf das Schreiben stehe bislang aus.

Quelle: Quartierverein Wipkingen

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