Quartierleben
Neues Leben für den Wipkingerplatz
Am Wipkingerplatz tut sich etwas: Der Kauf der Post ist beschlossene Sache und für die Gestaltung des Platzes hat ein erstes Spurgruppentreffen stattgefunden.
27. März 2026 — Dagmar Schräder
Der Wipkingerplatz, in dieser Frage ist man sich einig, soll ein «Glow up» erhalten. Denn momentan fristet er doch ein eher bescheidenes Dasein: eine Tramhaltestelle, mehrere Strassen die sich kreuzen, ein grosses Verwaltungsgebäude, eine in die Jahre gekommene Einkaufspassage sowie das Kirchgemeindehaus mit dem seit 2017 nicht mehr als solchem genutzten Postgebäude davor. Mehr gibt der Platz aktuell nicht her.
Lange Zeit war der Spielraum gestalterisch eingeschränkt, weil unklar war, ob am Wipkingerplatz nicht doch das Tunnelportal für die Rosengartenstrasse zu liegen kommen würde. Diese Frage aber wurde 2020 mit der Ablehnung des Tunnel- und Tramprojekts endgültig geklärt.
Deshalb kommt nun Bewegung in die Sache: Im Dezember 2025 hat der Gemeinderat dem Kauf des ehemaligen Postgebäudes von einem Preis von insgesamt 3,4 Millionen Franken zugestimmt (der «Wipkinger» berichtete). Was mit dem Gebäude geschieht und wie der Platz in Zukunft genau gestaltet werden soll, dazu existieren jedoch durchaus unterschiedliche Vorstellungen.
So wünschten sowohl die FDP als auch die SVP einen möglichst raschen Abriss des Postgebäudes. Die beiden Parteien äusserten ihre Zukunftsvorstellungen Ende letzten Jahres in zwei Postulaten: Die FDP plädierte für die Errichtung eines Pop-up-Parks anstelle des Postgebäudes, die SVP wünschte sich, den Platz wieder in den Zustand von 1950 zurückzuversetzen, wie «Tages»Anzeiger» und NZZ im vergangenen Dezember berichteten. Die beiden Postulate fanden im Gemeinderat jedoch keine Mehrheit.
Mitwirkungsverfahren
Der Stadtrat hingegen habe bis anhin, so der «Tages-Anzeiger», die Pläne für den Platz noch nicht genau definiert. Die Rede ist von einem «Begegnungs- und Aufenthaltsort». Ein Rückbau des Postgebäudes ist wahrscheinlich. Für die Besetzer des Postgebäudes bedeutet das: Bis zur Klärung dieser Fragen werden sie auf dem Wipkingerplatz geduldet.
Gleichzeitig soll die Bevölkerung in die Planung und Gestaltung des Platzes mit einbezogen werden. So wurde die Anwohnerschaft im Rahmen einer Sozialraumstudie des Büros für Stadtraum und Sozialleben bereits zu ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt. Die Ergebnisse dieser Studie, so Evelyne Richiger, Leiterin Kommunikation beim Tiefbauamt, seien noch nicht publiziert, sollen aber, sobald sie aufbereitet sind, auf einer Webseite zum Wipkingerplatz aufgeschaltet werden.
Vor rund drei Wochen fand zudem die erste Sitzung der Spurgruppe Wipkingerplatz statt. Dabei waren gemäss Beni Weder vom Quartierverein Wipkingen je eine Vertreterin des GZ Wipkingen, der Schule Waidhalde, der Schule Viventa, des Quartiervereins Wipkingen, der IG am Wasser Breitenstein und der reformierten Kirche Street Church, zudem Vertreterinnen der Stadt Zürich vom Büro für Soziales und Stadtraum BSS, die Projektleitung des Tiefbauamts und zwei externe Fachspezialistinnen.
Wie Richiger erklärt, solle die Spurgruppe «das Projektteam zum geplanten mehrstufigen Mitwirkungsverfahren in Bezug auf Inhalt, Formate (Veranstaltungen, Befragungen usw.) und weitere Gefässe beraten». Die Spurgruppe habe sich nun zur ersten Kennenlernsitzung getroffen. Im Sommer solle dann mit dem eigentlichen Mitwirkungsprozess gestartet werden können.
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