Quartierleben
Oberer Letten: Mehr Platz zum Baden?
Der Gemeinderat hat am 23. Oktober eine Motion zur Vergrösserung der Badi Letten gutgeheissen und an den Stadtrat überwiesen. Dieser jedoch sieht das Vorhaben kritisch.
30. Oktober 2026 — Redaktion Wipkinger
Zürich, das ist hinlänglich bekannt, ist eine «Bäderstadt». Die Stadt weist sogar, glaubt man den Angaben des «Züribadibuchs», die grösste Bäderdichte Europas auf. Und doch stossen die Badeanstalten zunehmend platzmässig an ihre Grenzen, insbesondere angesichts der steigenden Temperaturen in den Sommermonaten.
Im April hatten deshalb die Gemeinderatsmitglieder Matthias Renggli und Severin Meier von der SVP gemeinsam mit Patrik Brunner von der FDP sowie zwei Mitunterzeichnenden dem Stadtrat eine Motion eingereicht, die diesen beauftragte, dem Gemeinderat eine kreditschaffende Weisung vorzulegen, um die Flussbadeanstalt Oberer Letten zu erweitern und ökologisch aufzuwerten.
Konkret sollten der «bestehende Steg in Richtung Drahtschmidlisteg verlängert werden», die «Schotterbereiche am nördlichen Ufer der Limmat stärker begrünt und mit Wiesen aufgewertet werden», der «zugängliche Bereich des Damms verlängert» werden sowie zusätzliche Bäume gepflanzt und neue Sitz- und Spielstrukturen für Kinder geschaffen werden.
Stadtrat wandelt Motion in Postulat um
Ende September beantwortete der Stadtrat die Motion abschlägig und beantragte stattdessen deren Umwandlung in ein Postulat. Er äussert zwar Verständnis für das Anliegen der Motion, erklärt jedoch, dass sich die Badeanstalt innerhalb des Limmatraums befinde, deren Entwicklung im Rahmen des «Leitbilds Limmatraum» geplant wird.
Es müsse daher geprüft werden, inwiefern die vorgeschlagenen Massnahmen in Einklang mit der Strategie des Leitbilds gebracht werden könnten. Zudem würde eine Ausweitung der Badeflächen den Nutzungsdruck erhöhen, was sich negativ auf den Natur- und Landschaftsschutz im Gebiet auswirken könne. Einen Ausbau in Richtung Platzspitzwehr sei etwa aufgrund eines neu erstellten Mäanderfischpasses nicht möglich, auch die Verlängerung des Stegs gestalte sich als schwierig.
Schliesslich müsse bei einer Kapazitätserweiterung auch berücksichtigt werden, dass zeitgleich auch für einen Ausbau der Infrastruktur in Form von sanitären Anlagen und Verpflegung gesorgt werden müsse.
Der Stadtrat kommt daher in seiner Antwort zum Schluss, dass es nicht möglich sei, innerhalb der Motionsfrist einen Kreditantrag zu erarbeiten. Mittels eines Postulats will er stattdessen die fraglichen Punkte klären.
Der Gemeinderat hält dagegen
Der Gemeinderat hingegen beurteilte die Situation anders und bestätigte am 21. Oktober die Motion mit 75 zu 41 Stimmen. Der nächste Hitzesommer, so zitiert der Tages Anzeiger SP-Gemeinderat Severin Meier, komme bestimmt und der Obere Letten platze aus allen Nähten.
Deswegen, so forderte FDP-Gemeinderat Patrik Brunner gemäss der Tageszeitung «Lösungen statt eines weiteren Prüfberichts» notwendig. Mit der Abstimmung liegt der Ball nun wieder beim Stadtrat. Dieser muss nun innerhalb von zwei Jahren konkrete Vorschläge erarbeiten.
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