Kirchen
Pfarrei Guthirt: Firmung bedeutet, einen Schritt weiterzugehen
Jedes Jahr entscheiden sich Jugendliche bewusst für den Glauben und lassen sich firmen – so auch kürzlich in Wipkingen. Was treibt sie an? Warum ist die Firmung auch heute noch sehr wohl zeitgemäss?
18. Oktober 2026 — Eingesandter Artikel
«Ich habe mich firmen lassen, weil ich an Gott glaube und mich ihm dadurch näher fühle», sagt ein Jugendlicher, der bereits in Guthirt gefirmt wurde. Ähnlich beschreibt ein anderer ehemaliger Firmand seine Motivation: «Ich habe mich firmen lassen, um meine Bindung zu Gott zu stärken.»
Für eine junge Frau stand ihre Firmung auch in Verbindung mit der Taufe und dem weiteren Lebensweg: «Ich habe mich damals firmen lassen, um mein Taufversprechen zu erneuern. Auch für den Fall, dass ich später einmal kirchlich heiraten möchte, wollte ich gefirmt sein.»
Wer sich firmen lässt, macht sich auf einen Vorbereitungsweg gemeinsam mit der Firmgruppe. Seit einigen Jahren wird dieser von den Pfarreien Heilig Geist in Höngg und Guthirt Wipkingen gemeinsam geführt.
Andreas Hüsgen, der Firmleiter von Heilig Geist, erlebt die Beweggründe der Jugendlichen als vielfältig: «Für manche ist der Firmweg eine logische Fortsetzung dessen, was in der Familie und in der Pfarrei begonnen hat – auf dem Weg zu einem Glauben, für den sie zunehmend selbst Verantwortung übernehmen.»
Eine Phase voller Veränderungen
Die Jugendlichen befinden sich gleichzeitig in einer Lebensphase, in der vieles in Bewegung ist. Einige suchen eine Lehrstelle, andere stehen vor der Matura oder dem Lehrabschluss. Hinzu kommen persönliche Fragen, Liebeskummer oder die Nervosität vor der Autoprüfung. In solchen Situationen könne die Firmung ein stärkendes und heilsames Zeichen sein, erklärt Andreas Hüsgen.
«Andere haben sich eine Weile lang gar nicht mehr bewusst mit ihrem Glauben auseinandergesetzt. Sie erleben den Firmweg als eine ergebnisoffene Chance, sich neu auf die Suche zu machen – nach Gott, nach sich selbst und nach dem Wesentlichen im Leben», weiss der Religionspädagoge. Dazu gehört auch, mit Gleichaltrigen über Glaubensfragen zu sprechen, die Bibel besser kennenzulernen oder eine eigene Form des Gebets zu finden.
Dass gerade diese Vorbereitung auf dem Firmweg etwas auslösen kann, zeigt die Erfahrung eines weiteren jungen Mannes: «Ich liess mich firmen, um Gott wieder näherzukommen. Die Firmung – auch durch ihre lange Vorbereitungszeit – gab mir nochmals eine klare Erinnerung daran, dass Gott für mich da ist. Ich entschied mich damit bewusst dafür, Gott zu vertrauen.»
Ein neuer Firmweg beginnt
Im Oktober startet in den Pfarreien Heilig Geist und Guthirt ein neuer Firmweg. Jugendliche ab 17 Jahren sind bereits zum Info-Abend eingeladen worden. Es ist jedoch weiterhin möglich, in den Firmweg einzusteigen.
Eingesandt von der Pfarrei Guthirt, Petra Mühlhäuser
Die Firmung
Die Firmung gehört mit der Taufe und der Eucharistie zu den drei sogenannten Initiationssakramenten. Sie bestärkt junge Menschen in ihrem Glauben und besiegelt sie mit der Kraft des Heiligen Geistes. In der Firmung sagt Gott zu jedem und jeder Einzelnen: Ich traue dir etwas zu – du bist gesendet. Die Vorbereitung auf dieses Sakrament – der sogenannte Firmweg – wird von den Pfarreien Heilig Geist (Zürich-Höngg) und Guthirt (Zürich-Wipkingen) gemeinsam gestaltet. Jugendliche aus beiden Pfarreien sind herzlich eingeladen, unabhängig davon, ob sie schon lange mit ihrer Pfarrei verbunden sind oder erst wieder neu dazukommen.

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