Rekordbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen– doch Unterschiede bleiben gross

Die Gemeinderatswahlen 2026 erreichen mit 50,4 Prozent die höchste Beteiligung seit fast fünfzig Jahren. Insbesondere junge Stimmberechtigte und Erstwählende beteiligen sich stärker als bisher. Gleichzeitig bestehen weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Quartieren.

Gruppenbild beim Anlass «Höngg wählt» Ende Januar mit Kandidierenden aus dem Kreis 10. (Foto: dad)

Am 8. März 2026 fanden in der Stadt Zürich die Erneuerungswahlen des Gemeinde- und Stadtrats statt. Mit einer Wahlbeteiligung von 50,4 Prozent wurde laut einer Medienmitteilung der Stadt Zürich bei den Gemeinderatswahlen der höchste Wert seit 1978 erreicht.

Die gleichzeitig stattfindenden und zum Teil stark polarisierenden nationalen Abstimmungen trugen wohl zur hohen Mobilisierung bei. In einer Analyse der Teilnehmenden wird die Beteiligung am Urnengang insgesamt untersucht. Dabei kann nicht unterschieden werden, ob sich die Teilnehmenden an den Erneuerungswahlen beteiligt haben oder ausschliesslich an den nationalen Abstimmungen.

Grosse Unterschiede zwischen den Quartieren

Trotz der hohen Gesamtbeteiligung am Urnengang bestehen weiterhin markante räumliche Unterschiede. Während in den Zürichberg-Quartieren wie Oberstrass (75,2 %) oder Fluntern (73,7 %) sehr hohe Werte erreicht wurden, lag die Beteiligung im Quartier Hirzenbach bei 44,4 Prozent.

Der Unterschied zwischen den Quartieren in Schwamendingen und den Zürichberg-Quartieren beträgt rund 30 Prozentpunkte. Besonders stark stieg die Beteiligung in Quartieren mit zuvor tiefen Werten. So verzeichnete Lindenhof einen Zuwachs von 15,6 Prozentpunkten, gefolgt von Hard (+15,1), Enge (+14,8) und Wollishofen (+14,0).

Junge und Erstwählende beteiligen sich häufiger

Auffällig ist die überdurchschnittlich hohe Beteiligung junger Stimmberechtigter im Vergleich zum Urnengang vor vier Jahren. Insbesondere junge Frauen beteiligen sich häufiger als gleichaltrige Männer. Neu Eingebürgerte, volljährig Gewordene und Zugezogene sind Erstwählende in der Stadt Zürich. Alle Gruppen überschreiten erstmals die 50-Prozent-Marke, wobei neu Eingebürgerte mit 65,9 Prozent einen besonders hohen Wert erreichen.

Einkommen und Alter sind entscheidend

Alter sowie Einkommen bzw. Vermögen stehen in Zusammenhang mit der Beteiligung am Urnengang. Eine besonders hohe Beteiligung zeigt sich bei Personen, die sowohl älter sind als auch über ein höheres steuerbares Einkommen und Vermögen verfügen. Trotz der insgesamt gestiegenen Beteiligung bleibt die politische Teilhabe damit ungleich verteilt.

Auswertung der eingereichten Einmalstimmrechtsausweise

Die Analyse beruht auf den eingereichten Stimmrechtsausweisen. Diese werden getrennt von den Wahl- und Abstimmungsdokumenten erfasst und die gewonnenen Daten anonymisiert. Auf diese Art lässt sich bestimmen, wer am Urnengang teilgenommen hat, nicht aber, ob diese Personen an der Gemeinderats- oder Stadtratswahl oder an einer Abstimmung teilgenommen haben. Auch ist nicht ersichtlich, wen die Personen gewählt oder wie sie abgestimmt haben.

Die Abstimmungen, welche am selben Sonntag stattfinden wie die Gemeinderatswahlen, haben daher einen Einfluss auf die Beteiligung am Urnengang. Beispielsweise mobilisierten die «Halbierungsinitiative» und die Abstimmung über die Individualbesteuerung, die am selben Tag wie die letzten Gemeinderatswahlen stattfanden, viele Personen.

Die Beteiligung am Urnengang stellt den Prozentanteil der abgegebenen Stimmrechtsausweise an allen Stimmberechtigten dar.

Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

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