Soziale Teilhabe und gegenseitige Unterstützung

Die Stadtratskandidatin der Alternativen Liste, Tanja Maag, steht für ein solidarisches Zürich ein. Ein Beitrag der Alternativen Liste Zürich.

Tanja Maag kandidiert für den Stadtrat. (Foto: zvg)

Tanja Maag, im Zentrum deines Wahlkampfs für den Stadtrat steht auch die Vision einer füreinander sorgenden Gemeinschaft, auf Neudeutsch einer Caring Community. Was hat es mit diesem Begriff auf sich?

Tanja Maag: Die Essenz von Caring Communities ist gemeinschaftliche Fürsorge: Menschen organisieren sich vor Ort, um soziale Teilhabe, gegenseitige Unterstützung und Gesundheitsförderung zu stärken. Sie schaffen verbindende Netzwerke, die Selbstbestimmung, Resilienz und ein solidarisches Miteinander im Alltag ermöglichen – über alle Generationen hinweg.

Was du beschreibst, ist eigentlich das Gegenteil der heutigen Realität, in der Leistung, Wettbewerb und Kapital im Zentrum stehen. Nur mit ständigem Wachstum sind wir wettbewerbsfähig und sorgen für Wohlstand. Ist die Idee einer füreinander sorgenden Gemeinschaft nicht einfach naiv?

Die Idee ist eine Vision. Visionen setzen ein Gegenbild zur Realität. Eine Stadträtin mit einer Vision hat einen Plan. Damit meine ich auf keinen Fall einen Plan, den ich den Zürcherinnen überstülpen will, wie das Wirtschaftsgläubige mit ihren kapitalistischen Idealen zu tun pflegen. Ich will auf dem Hintergrund meiner Werte und meiner Vision mit den Zürcherinnen in einen Dialog treten und gemeinsam mit ihnen ausloten, was die Menschen in dieser Stadt brauchen.

Wie schaffen wir die Wende? Oder: Wie nähern wir uns einer füreinander sorgenden Gesellschaft?

Es gibt zwei Ebenen, die menschliche und die strukturelle. Als Menschen dürfen wir in der heutigen Realität, die du beschreibst, nicht verlernen, miteinander in Kontakt zu treten, einander wahrzunehmen und füreinander zu sorgen. Auf der strukturellen Ebene gilt es Rahmenbedingungen zu schaffen, die gemeinsame Sorge in der Gesellschaft und im öffentlichen Raum ermöglichen, aber auch mit Finanzierung kommunaler Engagements. Die Idee ist keinesfalls, dass der Staat alles bezahlt und alles macht. Die Stadt Zürich entlang der Prinzipien von Caring Communities weiterzuentwickeln bedeutet, Wohnraum zu schaffen, der Begegnungen und eine Identifikation mit der Umgebung zulässt. Dazu gehören auch begrünte Plätze und Orte mit Aufenthaltsqualität, damit wir uns im Quartier zu Hause fühlen. Es bedeutet weiter, die vielen bereits bestehenden lokalen Netzwerke und Unterstützungsstrukturen zu fördern, Care- Arbeit geschlechtergerecht zu verteilen und auch wertschätzend anzuerkennen sowie einen fair entlohnten und gut organisierten Service public bereit zu stellen, wie beispielsweise eine für alle zugängliche Gesundheitsversorgung oder einen gut funktionierenden öffentlichen Verkehr.

Was würde sich mit dem neuen Ansatz alles ändern?

Der soziale Zusammenhalt wird gestärkt, Chancengleichheit ins Zentrum gesetzt. Die Gesellschaft erfährt in einem gemeinschaftlichen Aushandlungsprozess Möglichkeiten, Polarisierung und Individualisierung entgegenzuwirken und kann so grosse Herausforderungen wie z.B. die Klimakrise zu bewältigen. Das ist kein Prozess, der von heute auf morgen fertiggestellt ist. Eine Vision eben.

Redaktionelle Beiträge von:

Alternative Liste
Judith Stofer, 8037 Zürich
judith.stofer.info, www.al-zh.ch

Judith Stofer, Kantonsrätin AL. (Foto: zvg)

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