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14. Dezember 2017 von

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14. Dezember 2017

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14. Dezember 2017
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Beim Rosengartentunnel handelt es sich nicht nur um eine Verkehrsvorlage, sondern auch um ein Projekt mit sozialen Auswirkungen. Sollte es dereinst realisiert werden, hätte es auch auf die Bevölkerungsstruktur einen massiven Einfluss.

Das war wohl auch den städtischen Behörden bewusst, als sie 2014 eine externe Expertise zu genau diesem Thema in Auftrag gaben. Allerdings hielten sie den Bericht bis Ende September dieses Jahres mit fadenscheinigen Gründen unter Verschluss. Erst als ich mit einer Anfrage eine Veröffentlichung verlangte, schaltete der Stadtrat den Bericht im Internet auf. Ohne die AL-Intervention läge uns dieses wichtige Puzzleteil für die Meinungsbildung heute nicht vor.

Eigentumsverhältnisse entlang der Rosengartenstrasse

Die gut lesbare «Sozialräumliche Studie für das Gebiet Rosengarten und Buchegg» bietet interessante Einblicke in die gegenwärtigen Eigentumsverhältnisse entlang der Rosengarten- und Bucheggstrasse und gibt Aufschluss über die möglichen Profiteure und Verlierer des Bauprojekts. In sogenannten Stimmungsbildern wird das Leben der im jeweiligen Strassenabschnitt lebenden Bevölkerung im Jahr 2035 skizziert. Die Studie schliesst mit einer SWOT-Analyse, in der die Chancen, aber auch die Risiken des Bauprojekts Rosengarten aufgelistet werden, und leitet daraus mögliche Handlungsoptionen ab. Um der Verdrängung bestimmter Bevölkerungsgruppen entgegenzuwirken, empfiehlt die Studie frühzeitige Käufe von Liegenschaften durch die Stadt oder andere gemeinnützige Institutionen. Das wurde bis heute versäumt, während Profit ahnende Immobilienjäger schon in den Startlöchern stehen. Der Bericht zeigt zudem klar auf, dass die Tunnelportale beim Wipkinger- und am Bucheggplatz die Lebensqualität verschlechtern werden. Das Thema wird uns noch länger beschäftigen. Wichtig ist: Alle verfügbaren Informationen müssen bekannt sein, damit wir uns ein Bild machen können. Die Studie kann unter www.stadt-zuerich.ch, Stadtentwicklung, 27. September 2017, heruntergeladen werden.

Andrea Leitner, Gemeinderätin AL

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