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Gewerbe Wipkingen

Die «Goldstück Reinigung» ist Geschichte

28. März 2018 von

Foto: zvg

Kurt Gammeter gibt nach 48 Jahren sein Fachgeschäft «Goldstück Reinigung» auf.

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Online seit
28. März 2018

Printausgabe vom
29. März 2018
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Nach 48 Jahren schliesst die Goldstück-Textilpflege an der Nordstrasse 226 das Geschäft. Ein Nachfolger hat sich leider nicht gefunden.

Inhaber Kurt Gammeter gründete sein Geschäft 1970 als Texana AG. Es wurde 1986 in «Goldstück» umbenannt. Im Kleinbetrieb arbeiteten nebst dem Inhaber drei Angestellte. «Die langjährigen Mitarbeiterinnen hören auf oder haben bereits eine neue Stelle in Aussicht», sagt Gammeter. Der gelernte Konditor stammt aus einer Bäckerfamilie. An der Nordstrasse 226 befand sich einst eine Bäckerei. Es gab damals zu viele Bäckereien im Quartier, daher suchte Kurt Gammeter ein neues Geschäftsfeld. Er liess sich umschulen zum Textilfachpfleger, gründete seine Firma und eröffnete das erste Wipkinger Textilpflege-Fachgeschäft. Mit den Jahren entstand ein Stamm von treuen Kundinnen und Kunden. Aber auch die Laufkundschaft war stets wichtig für den Umsatz. Entscheidend ist zudem der Parkplatz direkt vor dem Haus. «Ohne eigene Parkplatz ist es fast unmöglich, ein Geschäft zu betreiben. Hier steht die Stadtzürcher Politik in der Verantwortung», sagt Gammeter.

Wipkinger Sammlung

Kurt Gammeter ist zudem Mitinhaber und Gründer des Wibichinga Verlags, in dem die Bücher über die Wipkinger Quartiergeschichte erscheinen. Er besitzt und pflegt eine ausserordentlich umfangreiche Sammlung von Fotografien, Bildern und weiterem Material über die Wipkinger Dorfgeschichte und die Quartierentwicklung. Bei den Büchern ist Kurt Gammeter zuständig für das Bildmaterial und die Auswahl der Fotografien. An Diavorträgen zeigt er jeweils einen Teil seines Schatzes. «Nun habe ich mehr Zeit für meine Sammlung», sagt Gammeter. Dort gibt es viel zu sichten und zu ordnen. «Wir erhalten oft Material von alt eingesessenen Wipkingerinnen und Wipkingern». Dieses Material ist interessant und aussagekräftig, da persönliche Geschichten meist untrennbar mit der Quartiergeschichte verbunden sind. «Besonders interessant sind alte Protokolle oder Jahresberichte von Vereinen». Auf diese wirft Gammeter ein Auge. Unterlagen von Turnvereinen, Schützenverbänden oder karitativen Gesellschaften wären unersetzlich, wenn sie verloren gingen. «Diese Unterlagen zeigen uns Nachgeborenen, wie unsere Vorfahren gelebt haben und wie sie in beeindruckender Weise in schwierigen Zeiten das Dorf und später das Quartier organisiert hatten».

Kein Nachfolger

«Nun gebe ich altershalber die chemische Reinigung Goldstück auf», meint er. Ein passender Nachfolger hat sich leider nicht gefunden. «Gerne hätte ich das Geschäft einem Jungunternehmer übergeben». Die Geschäfte liefen in all den Jahren stets gut. Qualität und Fachberatung zahlen sich für ein Quartiergeschäft langfristig aus. «Ich danke all unseren Kundinnen und Kunden für ihre langjährige Treue», schliesst er seinen Rückblick. «Weiter werden meine Partnerin und ich das Elternhaus umbauen». Langweilig wird es ihm sicher nicht.

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