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OJA Kreis 6 & Wipkingen

Zukunft Beruf

28. Juni 2017 von

Foto: Yasmin Somary
Von

Online seit
28. Juni 2017

Printausgabe vom
29. Juni 2017
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Die OJA Kreis 6 & Wipkingen | Planet5 hat Jugendliche aus der 2. Sekundarschulstufe aus Wipkingen und dem Kreis 6 zu den Themen Schule, Beruf, Träume und Zukunft befragt.

Die interviewten Jugendlichen beschäftigen sich momentan mit ihrer Berufswahl und haben ihre ersten Schnupperlehren hinter sich. Zur Frage, ob es ihnen in der Schule gefällt, fallen die Antworten unterschiedlich aus. Lydia* und Alison geniessen es, dass sie ihre Freundinnen in der Schule treffen können und dabei Neues lernen. Olaf hingegen findet die Schule nichts Besonderes und freut sich aufs Arbeitsleben. Die Jugendlichen sind sich noch nicht sicher, was sie werden möchten, haben sich aber schon auf ein paar Möglichkeiten beschränkt und informieren sich nun beim Besuchen von Schnupperlehren, ob dieser oder jener Beruf in Frage kommt. Eine Schülerin schwankt zum Beispiel zwischen einer Hochbauzeichnerinnen- und einer KV-Lehre und konnte bereits in zwei Firmen als Zeichnerin EFZ schnuppern gehen. Ihre Freundin interessiert sich für den Beruf der Pharma-Assistentin oder der medizinischen Praxisassistentin, schnupperte bis jetzt aber erst als Fachfrau Gesundheit (FaGe). Sie hat jedoch vor, auch als Pharma-Assistentin schnuppern zu gehen, um den Beruf besser kennenzulernen, denn sie befürchtet aufgrund von Aussagen anderer, dass es ihr doch nicht gefallen könnte. Wenn das alles nicht klappt, macht sie auch eine KV-Lehre. Olaf möchte eine Lehre als Fachmann Betreuung (FaBe) suchen und gleichzeitig die Prüfung für die Fachmittelschule (FMS) versuchen. Er kann sich auch vorstellen, an die PH zu gehen oder Soziale Arbeit zu studieren. Wenn er das Aufnahmeverfahren für die FMS besteht, würde er diese Ausbildung machen und seine Lehrstelle absagen, falls er bis dann eine gefunden hat, obwohl er das selbst als «fies» empfindet. Er überlegt auch die Möglichkeit, FaBe, kombiniert mit der Berufsmittelschule, zu absolvieren. Er glaubt allerdings, dass dies strenger sei als die FMS. Um eine Lehrstelle hat sich noch niemand beworben, weil es erst nach den Sommerferien richtig losgeht. Das wäre auch denen gegenüber gerecht, die noch etwas länger für ihre Entscheidung brauchen, meint Olaf. Laut seiner Aussage ist es jedoch Zeit, dass man weiss, in welchem Bereich man suchen will oder ob man noch länger in die Schule gehen möchte. Das Schnuppern wurde als positiv erlebt, vor allem, weil es den Jugendlichen in ihrer Berufswahl sehr geholfen hat. Ein 14-Jähriger konnte so herausfinden, was er cool fand und was nicht und bekam allgemein ein Gespür dafür, was es heisst, arbeiten zu gehen. Alison wünschte sich während des Schnupperns allerdings, sie wäre wieder in der Schule, weil ihr ihre Kolleginnen fehlten. Auch Lydia macht diese Aussage. Sie bekam ein paar Aufträge und musste diese dann selbständig ausführen, wie sie in einem entmutigten Tonfall erklärt.

Unterstützung in der Berufswahl

Alle Gefragten werden im Berufswahlprozess unterstützt. Die Schülerinnen und Schüler erzählen, dass sie von ihren Lehrpersonen sowie Berufsberaterinnen und Berufsberatern begleitet werden. Dennoch wäre es sehr schwierig, ohne den Druck und die Unterstützung der Eltern. So ist Olaf froh, dass er bei seinen Eltern mit Hilfe rechnen kann. Auch ältere Geschwister sind hilfsbereit und geben Tipps fürs Schnuppern und Bewerbungen schreiben sowie allgemeine Ideen für potentielle Berufsmöglichkeiten.
Die OJA hat die Jugendlichen auch gefragt, was ihr Traumberuf wäre. Lydia und Alison meinten zögernd und mit einem Lachen, dass sie beide berühmt werden möchten, wie Schauspielerinnen oder so etwas Ähnliches. Als Olaf gefragt wird, ob er lieber Arzt werden würde oder das, was er sich vorgenommen hat, antwortete er: «Beides. Wenn ich Fähigkeiten in einer bestimmten Richtung habe, dann weiss ich, dass ich das kann. Was ich suche, ist eigentlich das, was mir gefällt. Die FMS würde ich machen, weil ich studieren noch cool fände. Aber eigentlich ist FaBe das, was ich machen will». In fünf Jahren sehen sich viele Jugendliche im Büro, obwohl sie zurzeit in einer anderen Richtung suchen. Andere wollen nach der Lehre zuerst einmal arbeiten und sich die Möglichkeit offen lassen, später studieren zu gehen. Die Berufswahl ist mit viel Druck verbunden. Lydia realisiert, dass sie schon früher hätte mit den Schnupperlehren beginnen sollen und jetzt die Zeit knapp wird, um den Beruf zu finden, der ihr gefällt. Auch Alison bereut die vergeudete Zeit, in welcher sie die Gelegenheit zum Schnuppern nicht nutzte. Olafs Kommentar dazu ist: «Es ist halt schon stressig und ich finde es recht früh, um so etwas zu entscheiden. Aber eigentlich geht es noch. Wenn man interessiert ist, dann ist das eigentlich locker. Ich bin zuversichtlich».  Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule schätzen, dass sie gut mit ihrem künftigen Lohn leben können. Allgemein freuen sie sich auf ihre Zukunft, obwohl einige ahnen, dass es anstrengender wird als in der Schule. Eine Aussage war: «Ich denke, es wird spannend, egal, wofür ich mich entscheide. Es wird mal etwas Anderes als neun Jahre Schule.»
*Alle Namen geändert.

Stephanie Siegenthaler

«Wo simmer dihei?»
Hast du Lust mit Graffiti, Malerei, Textil und «Draw my Life» zu experimentieren? Dann bist du bei diesem Ferienplauschangebot der Pro Juventute genau richtig. Das Angebot ist offen für alle Jugendlichen von 13 bis 16 Jahren. Durchführen wird dieser Workshopnachmittag das Migros Museum für Gegenwartskunst und die OJA Kreis 6 & Wipkingen | Planet5. In den Sommerferien hast du die Möglichkeit eine faszinierende Museumsausstellung der bosnisch-französischen Künstlerin Maja Bajevic zu besuchen. In der Ausstellung erwarten dich Performances, Videos und Installationen, in denen die Künstlerin Fragen nach Identität und Heimat stellt. Anschliessend gehen wir zusammen ins OJA-Atelier im Kreis 6, wo wir, inspiriert von der Ausstellung, unsere eigenen Ideen zum Thema Identität und zur Frage «Wo simmer dihei?» mit verschiedenen gestalterischen Techniken und Materialien umsetzen.
Nun? Bist du interessiert? Dann melde dich an! Dies kannst du, indem du bei uns vorbeikommst oder dich direkt unter: www.projuventute.ch/ferienplausch (Name des Angebotes: Shape of You – life, home, identity: da simmer dihei) anmeldest.
Wenn du noch Fragen hast, komm bei der OJA vorbei oder ruf uns an.
Termine der Halbtageskurse:
Dienstag, 18. Juli 2017
Mittwoch, 19. Juli 2017
Donnerstag, 20. Juli 2017
Dauer: Jeweils von 14 bis 18 Uhr

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