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Politik allgemein

Adieu Züspa, uf Wiederluege Berufsmesse Zürich

12. Dezember 2018 von

Nicole Barandun, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich
Foto: zvg

Nicole Barandun, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich

Von

Online seit
12. Dezember 2018

Printausgabe vom
13. Dezember 2018
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Die Zürcher Spezialitätenausstellung, kurz Züspa, wird keine 70 Jahre alt, ihre Türen haben sich diesen Herbst zum letzten Mal geschlossen. 1949 als Industrie- und Gewerbeschau ins Leben gerufen, wandelte sie sich in den folgenden Jahrzehnten immer mehr zur Messe für Konsumgüter. Was für Generationen von Zürcherinnen und Zürchern zum Herbst gehörte wie das Knabenschiessen im Albisgüetli, entspricht leider nicht mehr dem Zeitgeist.
Bis 1998 fand die Züspa in mehreren Hallen in Zürich-Oerlikon statt, verbunden durch Passerellen oder mit Aus- und Wiedereintritt. An der Züspa hatten die Zürcher die Gelegenheit, verschiedenste Anbieter und ihre Auswahl miteinander zu vergleichen und von attraktiven Messerabatten zu profitieren. Manche Skiausrüstung wurde über den Kurven der Rennbahn im Hallenstadion erstanden, ganz zu schweigen von den wortreich in Szene gesetzten Gemüseraffeln, Haushaltsapparaten und Geräten für Fussmassagen. Die Käseschnitten waren le-gen-där, der Eintritt alleweil sein Geld wert.
Mir wird dies alles fehlen, aber mittlerweile lassen sich Produkte online mit ein paar Klicks vergleichen, ein Sale jagt den nächsten, Rabattaktionen umgarnen das ganze Jahr potenzielle Kundschaft. Und richtig schwindlig wird’s einem am Black Friday. Da hat eine traditionelle Publikumsmesse einen schweren Stand: Besucherschwund und Umsatzeinbussen bei den Ausstellern, Defizite beim Veranstalter. Kostenlose Eintritte, Gratismüsterli und «Bhaltis» – schön und gut, aber nicht genug. Für beide Seiten.
Top dafür die Erfolgsgeschichte der Berufsmesse Zürich, die bis 2004 als «Berufe an der Arbeit» Teil der Züspa und immer schon Publikumsmagnet war. Sie erfreut sich als eigenständige, attraktive Messe des Gewerbes jedes Jahr im November grossen Interesses bei Schulklassen, Lehrpersonen und Eltern. Sie bringt Junge auf der Suche nach ihrem Beruf in Kontakt mit Lehrbetrieben, die mit der Ausbildung des Nachwuchses einen unschätzbar wichtigen Beitrag für das Funktionieren unserer Gesellschaft leisten. Das macht Freude!

Nicole Barandun
Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich

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