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Aller Übergang ist schwer

25. Juni 2019 von

Eine nicht zu unterschätzende Kompetenz, die Jugendliche erwerben müssen, ist der Umgang mit neuen Medien.
Foto: Giorgia Müller, Zürich

Eine nicht zu unterschätzende Kompetenz, die Jugendliche erwerben müssen, ist der Umgang mit neuen Medien.

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Online seit
25. Juni 2019

Printausgabe vom
27. Juni 2019
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Die Schulsozialarbeitenden der Stadt Zürich unterstützen Kinder und Jugendliche in ihrer sozialen Entwicklung und bei der Alltagsbewältigung. Daniel Haenggi, Schulsozialarbeiter der Sozialen Dienste, gewährt einen Einblick in seinen Arbeitsalltag und zeigt, wie er hilft, Kinder und Jugendliche auf ihre Zukunft vorzubereiten.

Bei einem Beratungsgespräch mit einem Erstklässler sitzt der Schulsozialarbeiter Daniel Haenggi alleine am Tisch. Der Junge hat sich unter dem Sofa versteckt. Geduldig wartet Haenggi, bis dieser bereit ist, zu ihm an den Tisch zu sitzen, um ein Buch über zwei Streithähne zu lesen. Anhand einer Geschichte thematisiert und fördert Haenggi auf altersgerechte Art und Weise die Fähigkeit, mit Frust und anderen Meinungen umzugehen. Daniel Haenggi ist einer von 63 Schulsozialarbeitenden der Sozialen Dienste. Die engagierten Frauen und Männer beraten und unterstützen Kinder, Eltern und Lehrpersonen bei sozialen Fragen und Problemen in Schule oder Familie.

Übergang erfolgreich meistern

Die Schulsozialarbeit auf Primar- und Sekundarstufe unterscheidet sich, denn mit dem Wechsel von der 6. Klasse in die 1. Oberstufe kommt eine nicht zu unterschätzende Herausforderung auf die Jugendlichen zu: «In der Mittelstufe ist der Horizont der meisten Schülerinnen und Schüler noch sehr konzentriert auf ihre Wohnumgebung. Sie wohnen oft da, wo sie zur Schule gehen, und umgekehrt», erklärt Daniel Haenggi. «Mit dem Stufenwechsel öffnet sich dieser ‹Raum› ein Stück weit». Der Schulweg und die Schultage werden länger und die Auseinandersetzung mit der Berufswahl beginnt. Für die 13- bis 14-Jährigen ist das nicht immer einfach. Damit der Übertritt in die Oberstufe keine Ängste schürt, organisiert Haenggi sogenannte «Wellentage», an denen er gemeinsam mit den Sechstklässlern die Sekundarschule besucht. Dort werden sie von älteren Schüler*innen herumgeführt und lernen die neue Lernumgebung kennen.

Sozialkompetenz 2.0

Eine nicht zu unterschätzende Kompetenz, die Jugendliche erwerben müssen, ist der Umgang mit neuen Medien. Auch in der Schulsozialarbeit ist der Umgang mit digitalen Medien ein Thema. So erstellt Haenggi beispielsweise gemeinsam mit den Teenagern der 6. Klassen fiktive Facebook-Profile auf Papier. «Diese Profile geben wir in den Gruppen herum, und die Jugendlichen versehen sie mit Kommentaren. Obwohl nur noch wenige Jugendliche dieses Medium nutzen, dient es hervorragend als Übungsfeld. Die Kommentare bewerten sie dann mit ‹grün – geht in Ordnung›, ‹gelb – unnötig oder nervig› oder ‹rot – geht gar nicht!›. Anschliessend wird diskutiert», erläutert Haenggi. Dabei schärfen die Jugendlichen weitere wichtige Sozialkompetenzen: für sich und andere einzustehen sowie eine konstruktive Gesprächskultur. Dieser Praxistest in Toleranz, Empathie und sozialer Verantwortung schafft wichtige Erfahrungen für die weitere Entwicklung der jungen Leute.

Fit für die Zukunft

Selbstüberschätzung, mangelnder Selbstwert, Überforderung beziehungsweise die Balance zwischen Erholung und Spass oder der Umgang mit neuen Medien: Allesamt typische Herausforderungen für heutige Schüler*innen, die sie oftmals vor grosse Probleme stellen und für deren Lösung die jungen Leute fit gemacht werden müssen. Denn solche Hürden im Zusammenleben mit anderen werden auch in Zukunft immer wieder auftreten. Darum leistet die Schulsozialarbeit mit dem Konzept der «Hilfe zur Selbsthilfe» einen wichtigen Beitrag an die Gesellschaft. Damit aus den Kindern am Ende junge Erwachsene werden, die ihren weiteren Lebensweg selbstbestimmt und selbstständig gehen können.

Ressourcenausbau in der Schulsozialarbeit

Die Anzahl der Schüler*innen in der Stadt Zürich ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Stellenwerte der Schulsozialarbeit blieben dagegen konstant. Um eine angemessene Qualität des Angebots zu gewährleisten, hat der Gemeinderat Ende letzten Jahres bewilligt, dass der Personalbestand der Schulsozialarbeit auf das Schuljahr 2019/2020 hin von heute 39 auf neu 48 Stellenwerte erhöht wird.
Durch die zusätzlich vom Gemeinderat bewilligten Stellen wird auch im Schulkreis Waidberg das Angebot der Schulsozialarbeit ausgeweitet. Neben einzelnen Stellenerhöhungen von Schulsozialarbeitenden in den bestehenden Schulen verfügen nun neu die Schulhäuser Vogtsrain, Letten und Scherr über das komplette Leistungsangebot der Schulsozialarbeit. Welche Schulsozialarbeitenden in welchen Schulhäusern tätig sind, sehen Sie im Internet unter www.stadt-zuerich.ch/schulsozialarbeit

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