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Pflegezentrum Käferberg

Covid-19-Impfung im Pflegezentrum Käferberg

30. Juni 2021 von

Eine Mitarbeiterin lässt sich impfen.
Foto: Iria Lacarta

Eine Mitarbeiterin lässt sich impfen.

Von

Online seit
30. Juni 2021

Printausgabe vom
01. Juli 2021
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Seit dem Januar 2021 impfen wir im Pflegezentrum Käferberg gegen das Virus Sars-CoV-2. Wo stehen wir jetzt? Was erhoffen wir uns von den Impfungen? Welche Erfahrungen haben wir bisher damit gemacht?

Ein erster Impfstoff war anfangs 2021 für die gefährdetste Personengruppe zugelassen: Menschen über 75 Jahre. Neben den Bewohnerinnen und Bewohnern durften sich auch unsere Mitarbeitenden gegen das Virus Sars-CoV-2 impfen lassen. Wir erachten die Impfung als den besten Weg aus der Pandemie: Nur so können wir in absehbarer Zeit unsere Freiheiten wiedererlangen und auf Dauer die besonders verletzlichen Mitglieder unserer Gesellschaft schützen. Zuwarten, bis die meisten auf natürliche Weise – sprich durch Infektion – immun werden, dauert zu lange und kostet Leben. Die Impfung führt zu einer Abkürzung, indem die Immunitätsrate erhöht wird. Es wurde und wird niemand gedrängt, sich impfen zu lassen. Das ist und bleibt freiwillig. Jedoch waren alle Mitarbeitenden verpflichtet, an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen, damit sie sich eine Meinung auf Grundlage von Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen bilden und sich entscheiden konnten. Bewohnerinnen und Bewohner wurden soweit möglich informiert und ihre Zustimmung wurde eingeholt. Doch nicht alle sind in der Lage, solche Entscheide selber zu treffen. In diesen Situationen wurden die vertretungsberechtigten Personen – in der Regel Angehörige oder Beistände – um einen Entscheid im Sinne der Bewohnerinnen und der Bewohner gebeten. Die meisten nahmen unser Angebot für eine Impfung dankend an, beziehungsweise Angehörige oder Beistände befürworteten die Impfung stellvertretend. Aus dieser Gruppe kamen wenig kritische Fragen. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner sind mittlerweile vollständig geimpft. Kritischer waren und sind unsere Mitarbeitenden. Ängste und Bedenken halten einige vom Impfen ab. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter darf sich mit ihren oder seinen Sorgen für eine Beratung an eine Ärztin in den Pflegezentren wenden. Diese Ärztin untersteht der Schweigepflicht.

Herausfordernde Organisation und Logistik

Die Organisation der Impfungen war und ist eine Herausforderung. Vieles konnte nur kurzfristig geplant werden, da sich die entscheidenden Eckdaten laufend änderten, etwa die Liefertermine des Impfstoffes. Der Impfstoff musste richtig gelagert, vorbereitet, kontrolliert und gespritzt werden. Wenn jemand den Impftermin nicht wahrnehmen konnte, musste rasch eine weitere impfwillige Person aufgeboten werden. Schliesslich wollten wir keine der begehrten Impfdosen entsorgen. Impfungen werden auch weiterhin für neu eintretende Bewohnerinnen und Bewohner und neue Mitarbeitende angeboten, beziehungsweise für solche, die sich neu für die Impfung entscheiden.

Komplikationen sind schlimmer als Nebenwirkungen

Impfreaktionen fielen teilweise stärker aus als bei der Grippeimpfung, blieben aber im Rahmen der Erwartungen: hauptsächlich leichtes Fieber oder Schmerzen für ein bis zwei Tage. Personen mit Allergierisiko reagierten vereinzelt stärker. Da dies meistens bekannt war, konnten wir entsprechend vorbeugen mit Medikamenten oder verstärkter Überwachung. Schwere Nebenwirkungen sind zwar selten, aber mit der Zahl der Impfungen steigt auch die Zahl der zu erwartenden Nebenwirkungen. Zur Sicherheit sind bei den Impfaktionen jeweils Ärztinnen und Pflegefachleute anwesend. Das Risiko für Komplikationen bei einer Covid-19-Erkrankung hingegen ist hoch; auch bei Personen, die nicht als besonders gefährdet gelten, und insbesondere um ein Vielfaches höher als mögliche Nebenwirkungen durch die Impfung. Diese Erkenntnis setzt sich auch immer mehr bei kritischen Menschen durch, die Mehrheit der Mitarbeitenden ist mittlerweile geimpft.

Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie

Zurzeit leben im Pflegezentrum Käferberg keine Bewohnerinnen oder Bewohner, die an Covid-19 erkrankt sind. Wir durften ihnen in den letzten Wochen wesentliche Freiheiten zurückgeben: Sie müssen keine Masken mehr tragen, können ohne grossen Aufwand das Gelände des Betriebs verlassen, dürfen Besuche empfangen, sowohl in ihrem Zimmer als auch im Restaurant Bistretto Allegria. Wir hoffen, dass die aktuelle Situation nicht lediglich eine Verschnaufpause darstellt, sondern den Anfang des Pandemieendes. Dazu braucht es trotz aller wiedergewonnenen Freiheiten noch ein Durchhalten bei den Basismassnahmen, namentlich für unsere Mitarbeitenden sowie für die Besucherinnen und Besucher: Wir tragen zum gegenseitigen Schutz noch immer Maske, halten Abstand zueinander soweit möglich und pflegen unsere in den letzten Monaten optimierten Kompetenzen in Sachen Händehygiene. Unsere Mitarbeitenden, die weder geimpft sind, noch eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht haben, werden regelmässig getestet. Besucherinnen und Besuchern wird dies empfohlen. So wird das Pflegezentrum Käferberg hoffentlich wieder bald zu einem Begegnungsort für Jung und Alt.

Andreas Bolliger und Sandra Rudolph-Küker

 

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