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Katholische Pfarrei Guthirt

Das Leben auf der Leinwand

24. Juni 2020 von

Von

Online seit
24. Juni 2020

Printausgabe vom
25. Juni 2020
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Liebe Wipkingerinnen und Wipkinger Gehen Sie gern ins Kino? Was fasziniert Sie dabei speziell?

Mögen Sie einen bestimmten Film ganz besonders? Haben Sie diesen Film vielleicht zwischendurch während der «Corona-Aus-Zeit» daheim angeschaut, quasi als Zückerli in einer schwierigen Zeit?
Ich bin nicht so ein häufiger Kinogänger. Lieber schaue ich Filme daheim im Fernsehen. Doch wenn es mich dann gemeinsam mit anderen oder alleine in ein Kino zieht, dann geniesse ich so ein Abend von ganzem Herzen.

Das Sofa-Openairkino – wortwörtlich vor meiner Haustüre – habe ich natürlich immer besucht und es genossen, mit all den Menschen aus dem Quartier und darüber hinaus über Gott und die Welt zu sprechen und die vom Team nicht «mainstream» ausgewählten Filme mit grossem Interesse und innerlicher Betroffenheit anzuschauen. Es kam dabei immer wieder vor, dass ich vor Rührung Tränen in den Augen hatte.

Wissen Sie, ich bin, wie man so schön sagt, nahe am Wasser gebaut und das nicht nur beim Schauen von Kinofilmen. Wenn das Leben auf der Leinwand in seiner ganzen Tiefe dargestellt wird, der Humor feinfühlig berührt und menschliche Emotionen auf eine sehr gute Art dargestellt werden, dann beginnen bei mir schnell die Tränen zu fliessen.

Als ich letztes Jahr den Film «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» im Kino schaute – ein sehr guter Film mit viel Humor und eben auch grosser menschlicher Tiefe – da musste ich zwischendurch laut lachen, aber auch weinen.

Gute Filme sind für mich wie ein Spiegelbild des Lebens, die mich hineinnehmen in zentrale Fragen des Daseins. «Augen-Blicke», die mich anrühren, auch darüber in meinem Herzen nachzudenken, welche Rolle ICH auf der Bühne des Welttheaters oder des Weltfilmes meines Alltages spiele. Ob ich da nur noch ein Statist bin oder selber Verantwortung übernehme, meine Rolle mit Inhalt fülle.

Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen allen berührende Kinoabende, sei es allein oder mit anderen Menschen, die Sie so richtig berühren und Ihnen Kraft geben, Ihre Rolle im Welttheater einzunehmen und sie voller Überzeugung selber zu prägen, mit Ihrer eigenen Individualität, die wiederum die Menschen um Sie herum berührt!

Herzliche Grüsse
Beat Häfliger, Pfarrer

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