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Katholische Pfarrei Guthirt

Die Bettenschieber*innen-Gruppe Käferberg

12. Dezember 2018 von

Ansicht Pflegezentrum Käferberg
Foto: ewz

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Von

Online seit
12. Dezember 2018

Printausgabe vom
13. Dezember 2018
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«Was ihr für eines dieser meiner geringsten Geschwister getan habt, das habt ihr für mich getan.» (Mt 25.40)

Freiwillige Mitarbeit ist eine wichtige Säule des gesellschaftlichen Systems in der Schweiz, aber ohne engagierte Freiwillige könnte die Arbeit der Kirche nicht erfüllt werden. Freiwilligenarbeit gehört von Anfang an zum kirchlichen Leben und stellt die eigentliche Basis des Christseins dar. Entscheidend ist dabei die im Alltag praktizierte, fruchtbringende Gottes- und Nächstenliebe. Gerade bei der Betreuung und Begleitung von betagten und kranken Menschen übernehmen Freiwillige eine wichtige Funktion. Sie widmen den Menschen ihre Zeit sowie ihre Aufmerksamkeit und tragen durch ihr Engagement zu deren Integration und Lebensqualität bei.

Unsere jetzigen Bettenschieber*innen sind Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, die gerne mit älteren Menschen Zeit verbringen. Es sind zurzeit 18 Jugendliche und Pensionierte, Erwerbstätige und Erwerbslose sowie Menschen mit und ohne Kinder. Die einen sind Pfarreimitglieder, die anderen identifizieren sich mehr mit ihren eigenen Projekten. Eine Geschichte von einem unbekannten Autor sagt: «Von einem jüdischen Frommen ging die Sage, dass er jeden Tag in der Früh noch vor dem Morgengebet zum Himmel aufsteige. Einer seiner Gegner lachte darüber und legte sich einmal vor Morgengrauen auf die Lauer. Da sah er: Der Rabbi verliess als Holzknecht verkleidet sein Haus und ging in den Wald. Der Gegner folgte von Weitem. Er sah den Rabbi Holz fällen und in Stücke hauen. Dann lud der Rabbi sich das Holz auf den Rücken und schleppte es in das Haus einer armen, alten Frau. Der Gegner spähte durchs Fenster, und er sah den Rabbi auf dem Boden knien und den Ofen anzünden. Als die Leute später den Gegner fragten, ob es denn stimme, dass der Rabbi täglich in den Himmel auffahre, da antwortete er: Ja, das stimmt. Er steigt sogar noch höher als bis zum Himmel.»
Das sind unsere Bettenschieber*innen! Der Einsatzort der Bettenschieber*innen ist das Pflegezentrum Käferberg, wo jeden Monat, immer sonntags von 10.30 bis 11.30 Uhr, ein bis zwei Gottesdienste gefeiert werden. Der Einsatz beginnt mit dem gemeinsamen Znüni des Freiwilligenteams um 9.30 Uhr und endet um zirka 12 Uhr.
Der sonntägliche Besuch eines Gottesdienstes zählt für viele Bewohnerinnen und Bewohner zum festen Bestandteil ihres Lebens, und sie möchten auch weiterhin zum Gottesdienst gehen oder den Leib Christi empfangen. Die Bettenschieber*innen bringen die Bewohner*innen von den Stockwerken zum Gottesdienstraum und ermöglichen ihnen die Teilnahme an der Feier, bieten Unterstützung und kleine Handreichungen während des Gottesdienstes. Das ist eine wichtige und wertvolle Aufgabe, die von den Bewohner*innen sehr geschätzt wird. Sie gehen gestärkt aus den Gottesdiensten.
Für Bewohner*innen sind Freiwillige eine Brücke zur Aussenwelt, durch diese sozialen Kontakte fühlen sie sich ernstgenommen. Weil unsere Bettenschieber*innen sogar noch höher als bis zum Himmel steigen, ist ihre Arbeit sehr anerkannt, nicht nur von der Pfarrei Guthirt, sondern auch vom Pflegezentrum Käferberg – die beiden fördern und unterstützen die Bettenschieber*innen sehr. Jede und jeder freiwillige Mitarbeitende hat die Möglichkeit, die Freiwilligen-Schulung des Gesundheit- und Umweltdepartementes zu besuchen und ist zu verschiedenen Anlässen eingeladen.
Liebe Leser*innen, wenn Sie auch Interesse haben und mitmachen und dadurch noch höher als bis zum Himmel steigen möchten, dann sind auch Sie herzlich willkommen. Liebe Bettenschieber*innen, im Namen unserer Pfarrei Guthirt und dem Pflegezentrum Käferberg möchte ich euch Danke sagen, dass ihr die Zeit den Geringsten schenkt, nicht die Zeit, die eine Uhr zeigt, sondern die Zeit des Herzens!

Stojko Mamic, Seelsorger
Pflegezentrum Käferberg

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