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FDP

«Die Freiheit ist das Kostbarste, das wir haben»

30. Juni 2022 von

Foto: zvg

Albena Gyger ist Mitglied der FDP Kreis 10.

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Online seit
30. Juni 2022

Printausgabe vom
30. Juni 2022
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Unter dem Motto «Verschiedene Hintergründe – gleiche Ziele» befragt Claudia Simon, alt Gemeinderätin FDP Kreis 10, die Mitglieder ihrer Partei im Quartier. Die 47-jährige Risk Managerin Albena Gyger stellte sich dem Interview.

Albena, du bist in Bulgarien noch zu Zeiten des Sozialismus aufgewachsen, hast in Wien Betriebswirtschaft studiert und lebst jetzt mit deiner Familie in der Schweiz. Wie unterscheidet sich das Leben einer Frau in Bulgarien und einer Frau in der Schweiz?

Albena Gyger: Für bulgarische Frauen ist es selbstverständlich, Beruf und Kind zu vereinbaren. Hier stehen viele Frauen vor der Entscheidung «Karriere oder Kind». Leider ist die Entscheidung der meisten Frauen vor allem auf das Fehlen und die zu hohen Kosten der Kinderbetreuung sowie die inflexiblen Arbeitszeiten und die steuerliche Belastung einer Doppelverdiener-Familie zurückzuführen.

Was bedeutet für dich Freiheit?

Für mich bedeutet Freiheit das Recht auf Selbstbestimmung. Die Freiheit, einen Beruf zu wählen, einen Lebensstil zu pflegen und seine Meinung zu äussern, ohne Angst haben zu müssen, verfolgt zu werden, wenn man anders denkt.

Warum bist du in der FDP?

Weil ich mich mit den Werten der Partei sehr gut identifizieren kann. Die Freiheit ist das Kostbarste, das wir haben, und wir müssen sie verteidigen.
Die Eigenverantwortung ist mir sehr wichtig, weil ich als Kind des Sozialismus die Folgen der staatlichen Bevormundung sehr gut kenne und alles dafür tun will, dass uns der Staat nicht vorschreibt, wie wir in der Schweiz zu leben haben.

Wie siehst du den Ukraine-Krieg aus Sicht als Schweizerin und als gebürtige Bulgarin?

Für mich ist er aus beiden Blickwinkeln gesehen ein Angriff auf unsere demokratischen Werte und eine menschliche Tragödie, die uns noch über Generationen hinweg prägen wird. Als Bulgarin geht mir der Krieg emotional sehr nahe wegen der geografischen Nähe zur Ukraine und wegen der historisch freundschaftlichen Beziehungen zu Russland.
Als Schweizerin ist mir bewusst geworden, dass die Freiheit nicht mehr selbstverständlich ist. Die Sympathie und die Hilfsbereitschaft der Schweizerinnen und Schweizer machen mich stolz, Schweizerin zu sein.

Claudia Simon, alt Gemeinderätin FDP Kreis 10

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