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GZ Wipkingen

Ein Netzwerk für Wipkingen

24. Juni 2020 von

Setzen sich im netzwerk 8037 für ein lebendiges WIpkingen ein: v.l.n.r.: Christian Gbehardt, Heidi Ulfig, Ursi Straumann, Ursula Marx, Brigitte Bernet, Walter Bernet, Gina Menegola.
Foto: Christian Gebhardt

Setzen sich im netzwerk 8037 für ein lebendiges WIpkingen ein: v.l.n.r.: Christian Gbehardt, Heidi Ulfig, Ursi Straumann, Ursula Marx, Brigitte Bernet, Walter Bernet, Gina Menegola.

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24. Juni 2020

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Mittels einer Befragung hat das GZ Wipkingen im vergangenen Herbst evaluiert, wie Quartierbewohnende, die 57 Jahre und älter sind, in Wipkingen leben, was sie sich wünschen und was ihnen fehlt. Eines der Ergebnisse ist das neue «Netzwerk8037», das Veranstaltungen und Treffen verschiedenster Art bietet.

Die Zürcher Gemeinschaftszentren bieten der Bevölkerung eine Vielzahl an Aktivitäten, Kursen und Begegnungsmöglichkeiten. Vor allem junge Menschen und Familien mit Kindern nutzen diese Angebote gerne und oft. Die Gruppe der Senior*innen ist dagegen, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung stetig wächst, in den GZs und bei den Angeboten eher untervertreten.

Was wünscht sich die ältere Generation?

Das GZ Wipkingen hat daher im Herbst die Studie «ü57 unterwegs» lanciert, die zum Ziel hatte, die Befindlichkeit der über 57-jährigen Bewohner*innen zu eruieren und zu erfragen, welche soziokulturellen Angebote sie sich für ihr Quartier wünschen. Im Rahmen der Studie wurden 51 Wipkinger*innen in Einzel- und Gruppengesprächen interviewt; das GZ wertete die Ergebnisse anschliessend in einem Schlussbericht aus. Eindeutig kam dabei das Bedürfnis der älteren Wohnbevölkerung nach einem «analogen» Treffpunkt im Quartier zum Vorschein, einer ungezwungenen Begegnungsmöglichkeit, sowie Veranstaltungen, die nicht nur für junge Familien und Kinder konzipiert sind, sondern auch und vor allem die ältere Generation ansprechen. Aus diesen Erkenntnissen ist das «Netzwerk8037» entstanden, eine Gruppe engagierter Wipkinger*innen, die mit ihren eigenen Projekten und der Unterstützung vom GZ Wipkingen diese Bedürfnisse abdecken und damit für die «ü57» mehr Leben ins Quartier bringen wollen.

Eintauchen in die Welt der Literatur

Da ist zum Beispiel Heidi Ulfig, die in ihrem ersten Beruf Schauspielerin war und lange Jahre als Kamerafrau gearbeitet hat. Seit zwei Jahren lebt sie in Wipkingen und hat sich, wie sie sagt, «total in das Quartier verliebt». Das GZ war für sie die erste Anlaufstelle, um Kontakte im Quartier zu knüpfen – und so ist sie auch zu ihrem Engagement im Netzwerk gekommen. Sie liebe es, zu rezitieren und vorzulesen, schwärmt sie, und aus diesem Grund habe sie sich beim «Netzwerk8037» für Literaturveranstaltungen eingesetzt. Sie möchte gerne in den Sommermonaten monatlich jeweils eine Lesung anbieten. «Ich will die Menschen in die Literatur entführen, meinen Zuhörer*innen die Welt näherbringen, die der Autor mit seinen Werken kreiert», erklärt sie ihr Vorhaben. Dabei plant sie, Ausschnitte aus ganz verschiedenen Werken unterschiedlicher Genres zu lesen – vom Krimi über Kurzgeschichten und Erzählungen bis zu Romanen. Wer Lust hat, darf sich bei ihr zurücklehnen, entspannen und geniessen.

Gemeinsam geniessen

Geniessen dürfen die Gäste auch bei den Veranstaltungen, die Brigitte und Walter Bernet anbieten. Die ehemalige Hauswirtschaftslehrerin und der Journalist im Ruhestand haben im vergangenen Jahr aus dem «Wipkinger» von der Studie des GZs erfahren und sich gerne daran beteiligt. Nun planen sie, einmal monatlich ein gemütliches Abendessen, eine «A Tavola» für jedermann/jedefrau anzubieten. Dafür sind einfache, frische und schmackhafte Überraschungsmenüs geplant, die von den beiden selbst gekocht werden. Neben dem Essen steht dabei vor allem der soziale Aspekt im Vordergrund: «Bei diesem gemeinsamen Essen», so hoffen die beiden, «möchten wir der Quartierbevölkerung die Möglichkeit geben, zusammenzukommen, sich auszutauschen und Kontakte zu Nachbar*innen zu pflegen», so die Bernets. Das Ehepaar wohnt in den Häusern der «Baugenossenschaft Denzlerstrasse Zürich» direkt beim GZ und wird für die «A Tavola» den grosszügigen Gemeinschaftsraum der Genossenschaft nutzen können. Auch dadurch, so die Idee, können wieder neue Synergien entstehen und zudem Menschen das Angebot nutzen, die sonst nicht im Gemeinschaftszentrum verkehren.

Buchbesprechungen mal anders

Ursi Straumann lebt ebenfalls in der Genossenschaft mit den prägnanten «Toblerone-Häusern». Sie wohnt seit 2016 hier, wieder in Wipkingen, nach einigen Abstechern nach Oerlikon und aufs Land hinaus, und fühlt sich im Quartier sehr zuhause. Ursprünglich hat sie Veterinärmedizin studiert, in der Pathologie und schliesslich über 20 Jahre in der Zahnmedizin gearbeitet, seit 2017 ist sie jedoch pensioniert und möchte ihr grosses Hobby, das Lesen, nun mit anderen Menschen teilen – auf ihre ganz eigene Art. In ihren «unkonventionellen Buchbesprechungen» möchte sie mit den Teilnehmer*innen nicht nur das jeweilige Buch und dessen Inhalt diskutieren, sondern über die Buchbesprechung eine Verbindung knüpfen zum eigenen Leben und ganz persönlichen Themen. «Die Lektüre und die Auseinandersetzung mit einem Buch bietet so viele Gesprächsanlässe, das finde ich viel interessanter als sich über Alltagsprobleme auszutauschen. Man kommt sich direkt viel näher, wenn man ein solches Gesprächsthema hat – und lernt zudem Menschen kennen, die vielleicht ganz andere Lebensansichten haben als man selber», erklärt Straumann.

Eine «Happy Hour» für Menschen ab 40

In der «Happy Hour», die unter anderem von Gina Menegola und Heidi Ulfig organisiert wird und die ab September einmal monatlich stattfinden soll, bieten verschiedene Aktivitäten die Möglichkeit zum Austausch. Menegola, die seit 40 Jahren in Wipkingen wohnt, war vor ihrem Engagement im «Netzwerk» bereits bei «Tauschen am Fluss» aktiv und vermisste in Wipkingen einen Treff für Erwachsene ab 40 Jahren. Sie freute sich, bei der Befragung mitzumachen und engagiert sich nun für die Umsetzung der Projekte. Gemeinsam mit Ulfig und weiteren Freiwilligen plant sie nun den monatlichen Barbetrieb in den Räumlichkeiten der BDZ-Genossenschaft, jeweils ergänzt durch Filmvorführungen, Literatur oder Spielangebote. «Das Angebot der «Happy Hour» ist sehr flexibel und offen. Wer Lust hat, kann einfach unverbindlich und ohne Voranmeldung vorbeischauen und einen gemütlichen Abend mit uns verbringen», erläutert Menegola das Konzept.

Ein offenes Netzwerk für alle

Genauso offen und ungezwungen wie die «Happy Hour» sind auch all die anderen Projekte konzipiert. «Wir verstehen uns buchstäblich als Gastgeberinnen, wir nehmen unsere Gäste in Empfang und heissen sie bei den Anlässen willkommen», erklärt Straumann. So soll sich jeder/jede, der neu dazukommt, direkt wohlfühlen und nicht das Gefühl haben, ausgeschlossen zu sein. Jedermann und jedefrau ist zudem herzlich eingeladen, sich mit seinen/ihren eigenen Ideen einzubringen und selbst etwas anzubieten – ohne sich dabei für eine jahrelange Freiwilligenarbeit zu verpflichten. So kann immer wieder Neues entstehen und sich ein offenes und lebendiges Netzwerk im Quartier bilden.

Veranstaltungen:
Zurzeit sind im Rahmen von «Netzwerk8037» folgende Veranstaltungen geplant:
«Endlich Sommer» (Lesungen) an den Freitagen 26. Juni, 24. Juli und 28. August;
«A tavola» an den Mittwochen 26. August, 30. September, 28. Oktober und 25. November (Anmeldung nötig);
«Happy Hour» an den Freitagen 18. September, 16. Oktober, 13. November, 4. Dezember.
Detailinformationen siehe www.gz-zh.ch/gz-wipkingen. Wünschen Sie, über die Aktivitäten von «Netzwerk8037» per Mail auf dem Laufenden gehalten zu werden? Senden Sie Ihre Koordinaten (Adresse, E-Mail, Handy-Nummer) an ursula.marx@gz-zh.ch.

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