Ein neues Zuhause für die Frauenklinik

Die Frauenklinik des Stadtspitals Zürich Triemli zog in den Hauptturm des Triemlispitals um. Der Wechsel unter ein Dach bringt viele Vorteile: eine topmoderne Infrastruktur, attraktive Räumlichkeiten und eine verbesserte medizinische Versorgung.

Eines der elf neuen Gebärzimmer mit einer Badewanne für die Wassergeburt in der Frauenklinik Triemli. (Fotos: www.sarakeller.ch)

Man nannte es einst ein «Haus für gefallene Mädchen»: Im Jahr 1908 wurde der Verein für Mutter- und Säuglingsschutz von Verena Conzett-Knecht, Hedwig Bleuer-Waser, Lilly Reiff-Sertorius und Ida Hilfiker-Schmid ins Leben gerufen, wahre Pionierinnen ihrer Zeit. Bald folgte das erste Mütter- und Säuglingsheim.

1926 kaufte der Verein den Inselhof, der wesentlich mehr Platz bot. Ein von Beginn weg gefragtes Angebot, das 1971 als Maternité beim Triemlispital seinen Platz fand. Die finale Integration in das Spital im Jahr 2005 galt auch als Abtrennung: Wohngruppe, Kinderhaus und Kindergrippe verblieben im Verein Inselhof. Verbunden sind die Institutionen durch ihre Geschichte und der Zusammenarbeit nach wie vor.

Heute spielt die Frauenklinik des Stadtspitals Zürich eine zentrale Rolle in der Frauenmedizin: Sie ist die zweitgrösste ihrer Art im Kanton Zürich (nach dem Universitätsspital) und rangiert auf Platz vier in der gesamten Schweiz. In Zahlen: Im vergangenen Jahr erblickten im Triemli rund 2300 Kinder das Licht der Welt – das ist jedes dritte Kind der Stadt. Jährlich sind es laut dem Frauenspital insgesamt über 5000 Patientinnen.

Diese ganzheitliche Gesundheitsversorgung hat ein neues Zuhause erhalten: Anfang März zog die Frauenklinik um. Die Infrastruktur im bisherigen Gebäude war nicht mehr zeitgemäss und ein Umbau im laufenden Betrieb war nicht möglich. Künftig soll das Gebäude von den Kliniken Valens für stationäre medizinische Rehabilitation genutzt werden.

Viele Vorteile

Der Umzug führte «nur» rund 200 Meter weiter, vom freistehenden 1970er-Jahre-Bau in das sanierte Hauptgebäude. Ein Kraftakt: Die Erhaltung des Betriebs und somit die Sicherheit der Patientinnen und Neugeborenen mussten dabei stets gewährleistet sein. Neu untergebracht wurden die Gynäkologie, das Brustzentrum, die gynäkologische Tumormedizin sowie die Geburtshilfe mit Geburtenabteilung und Ambulatorium im Sockelgeschoss des Turms sowie die Bettenstation im neuen Bettenhaus. Die Kinderklinik mit Kindernotfall und Neonatologie befindet sich schon heute dort.

«Dieser Umzug und die Neueröffnung war eine riesige Aufgabe für alle Involvierten», erklärt Co-Chefärztin Natalie Gabriel an der Medienkonferenz. Nun aber könne alles «aus einem Guss» geschehen. Dem pflichtet auch Stadtrat Andreas Hauri, Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdepartements, bei. «Mit dieser direkten Anbindung garantieren wir eine erstklassige Versorgung.»

Die Verlegung ermöglicht es, ein medizinisch hochwertiges und modernes Angebot für Patientinnen bereitzustellen: In Notfallsituationen sind die Operationssäle künftig auf demselben Stockwerk schnell erreichbar und die Distanz zur Neonatologie wird deutlich verkürzt. Auch gynäkologische Eingriffe können durch die Verlegung effizienter im Kernspital durchgeführt werden.

Die neuen Gebärzimmer

Die Frauenklinik ist weiterhin bestens gerüstet, um sowohl physiologische als auch pathologische Geburtshilfe inklusive Kaiserschnitte zu leisten. Letztere bewegen sich prozentual bei zwischen 30 und 40 Prozent. Die Frauenklinik strebt dabei keine höhere Rate an: Natürliche Geburten stehen im Fokus, welche aber auch «unplanbar» seien, wie Sandra Sommer, Bereichsleiterin Pflege, am Pressetermin sagt.

Neben der Unplanbarkeit des Termins ist auch die Länge unterschiedlich und kann «eine Viertelstunde oder bis drei Tage dauern». Zeit, die nun in den neugestalteten Einrichtungen zugebracht werden kann. Zur Geburtenabteilung gehören zwei vollausgestattete Neugeborenen-Räume, dazu elf Gebärzimmer, acht davon mit Gebärwannen für die Wassergeburt (am alten Ort gab es lediglich drei Wannen) sowie ein neuer Sectio-Saal (für den Kaiserschnitt) mit modernster Ausrüstung. Auch die Bettenstation mit Einer- und Zweierzimmern hält mehr Komfort bereit: Unter anderem verfügen alle Zimmer nun über eine Nasszelle.

Die neuen Räumlichkeiten sind auch ideal für die Hebammengeleitete Geburtshilfe (HGGH). Das Triemli wurde vor fünf Jahren als erstes Schweizer Spital vom nationalen Hebammenverband anerkannt. Das Angebot richtet sich an Frauen und Paare, die eine von einer Hebamme betreute Geburt wünschen, aber auf die Sicherheit des Spitals nicht verzichten wollen.

Tag der offenen Tür

Frauengesundheit
Samstag, 8. Juni
Stadtspital Zürich Triemli

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