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Quartierleben

Ersatzneubau am Röschibachplatz

24. Juni 2020 von

So könnte das neue Gebäude am Röschibachplatz dereinst aussehen
Foto: CONCEPT Architekten AG

So könnte das neue Gebäude am Röschibachplatz dereinst aussehen

Von

Online seit
24. Juni 2020

Printausgabe vom
25. Juni 2020
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Der Röschibachplatz hat sich in den letzten 15 Jahren bereits massiv verändert. Mit dem geplanten Ersatzneubau mit 23 Mietwohnungen, einer Tiefgarage und drei Gewerberäumen wird der Wandel nun komplettisiert.

Nur wenig erinnert noch an den alten Röschibachplatz. Fast alle Gebäude um den Quartier-Hotspot wurden saniert, umgebaut oder neu bezogen. Anstelle des Solariums kam die bunte Kinderkleiderbörse Kiwi, anstelle des heruntergekommenen Bahnhofgebäudes entstand ein neues, komplett saniertes Bahnhofgebäude, inklusive Bäckerei, und auch beim «Nordbrüggli» wurde eine Rundumsanierung vorgenommen. Sogar der Platz selbst erstrahlt seit der Umgestaltung in neuem Glanz. Die Aufwertungswelle ist fast über den gesamten Platz geschwappt. Doch eine Flanke der dreieckigen Quartieroase schien bisher wie ein Fels in der Brandung dieser Welle. Die Rede ist von der Immobilie mit ihrer rundlich geschwungenen, bläulichen Fassade, die sich vom Matratzenladen, über das Allerleigeschäft Madal Bal, bis hin zum Belmondo erstreckt. Die glanzlose Fassade mit den Milchglasbalkonen ist fast das Einzige, das am Röschibachplatz noch an das «alte», weniger «hippe» Wipkingen erinnert. Schon bald wird sich das jedoch ändern.

Keine Luxusobjekte

Die an der Fassade angebrachten Bauprofile lassen die aufmerksamen Beobachter*innen schon länger vermuten, dass ein Projekt in Planung ist. Es liegen auch bereits konkrete Pläne für die Umsetzung vor. Das Projekt wurde am 29. Mai bewilligt und wird von der Firma Concept Architekten AG umgesetzt. Gebaut wird ein Ersatzneubau, anstelle der Röschibachstrasse 77, 79 und 81. 23 Mietwohnungen, drei Gewerberäume und 10 Tiefgaragenplätze sollen schon bald hier entstehen. Die geplanten Wohnungen reichen von 2.5 bis 4.5 Zimmer. Gemäss Luc Gigaud, dem Verwalter der Liegenschaft, sind Wohnungen im mittleren Preissegment geplant, auf Luxusobjekte wird bewusst verzichtet. «Natürlich werden die Wohnungen im Neubau teurer als jetzt. Dies liegt mitunter aber auch daran, dass die jetzigen Wohnungen grösstenteils sehr preiswert vermietet wurden. Wir beabsichtigen, allseits faire und dem Quartier entsprechend gerechtfertigte Mietzinse zu kalkulieren», erklärt Gigaud dem «Wipkinger».

Sanierung sinnlos, Belmondo bleibt

Der voraussichtliche Baustart ist im April 2021. Mindestens zwei Jahre lang ist die geschätzte Bauzeit. Das jetzige Gebäude ist fast 100-jährig und soll nun vollständig abgerissen und durch den Neubau ersetzt werden. Eine Sanierung des jetzigen Gebäudes hätte gemäss Marco Vogt, dem Architekten des Projekts von Concept Architekten AG keinen Sinn gemacht: «Das bestehende Gebäude ist sehr alt und entspricht bei Weitem nicht mehr den aktuellen baulichen Standards. Eine blosse Sanierung wäre deshalb fast unmöglich gewesen.»
Das angebaute Gebäude, in dem sich auch die Belmondo-Bar befindet, soll aber bestehen bleiben. Beim Abriss müsse deshalb darauf geachtet werden, dass die Fassade des Nachbargebäudes gut gesichert wird. Der kommende Neubau wird vom Grundriss sehr ähnlich wie das bestehende Haus und ebenfalls an das angrenzende Haus angebaut.

Nutzung Röschibachplatz und Gewerberäume offen

Ob und wie stark der Röschibachplatz von den Bauarbeiten betroffen wird, ist noch unklar und hängt auch davon ab, ob die Stadt eine Bewilligung für die Teilnutzung des Platzes während den Bauarbeiten erteilt. Grundsätzlich aber sollte der Platz frei bleiben. Wenn überhaupt wird nur der Strassenteil entlang des Gebäudes teilweise von den Bauarbeiten betroffen sein.
Die Nutzung der drei geplanten Gewerberäume ist gemäss Gigaud noch unklar: «Es gibt zwar bereits einige Interessenten, Vertragsabschlüsse wurden bis heute jedoch noch keine gemacht. Das Objekt wird erst in ca. 3 Jahren einzugsbereit sein und bis dann kann noch viel passieren».
Ob beispielsweise der Matratzen Concord und der Madal Bal nach den zwei Jahren Bauzeit zurückkehren, oder ob neue Unternehmen in die Gewerberäume einziehen, steht also ebenfalls noch in den Sternen. Auch andere Fragen sind noch offen. So ist beispielsweise auch der Farbton des Gebäudes noch nicht definitiv. «Der genaue Farbton und weitere Details der Visualisierung, wie beispielsweise die Grösse der Dachfenster, müssen vom Amt für Städtebau abgesegnet werden. Das Amt für Städtebau ist dafür verantwortlich, neue Gebäude auf eine ästhetische Eingliederung in die bestehenden Quartiersstrukturen zu prüfen», erklärt der Architekt Vogt.
Concept Architekten AG wird also bei der Umsetzung des Projekts genau auf die Finger geschaut. Das hier verwendete Bild ist lediglich ein erster Visualisierungsentwurf. Wie das fertige Gebäude wirklich aussieht, wird sich schon bald zeigen.

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