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Katholische Pfarrei Guthirt

Fokussiert leben

30. September 2020 von

Von

Online seit
30. September 2020

Printausgabe vom
01. Oktober 2020
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Liebe Wipkingerinnen und Wipkinger

Kennen Sie Cedric Waldburger? Gut möglich, dass Sie den jungen Zürcher Unternehmer mit Projekten auf der ganzen Welt sogar persönlich kennen. Ich habe ihn durch eine Dok-Reportage des Schweizer Fernsehens kennengelernt. Das Spezielle an ihm: Er ist Minimalist! Nein, nein – er ist keineswegs Minimalist in dem, was er tut beziehungsweise wie er arbeitet. Das ganz bestimmt nicht. Denn so fokussiert und konzentriert wie er, leben wohl nur wenige. Er gilt als Minimalist, weil er nur noch 64 Gegenstände besitzt. 64! Alles, was er besitzt, ist schwarz, und er verbringt nie mehr als drei Tage an einem Ort. Sein Ziel ist es, sehr fokussiert zu leben, ganz im Jetzt und keine unnütze Zeit zu vergeuden, zum Beispiel beim Anstehen am Gepäckband, weshalb er auf seinen berufsbedingt häufigen Flugreisen immer nur mit Handgepäck reist. Zwischendurch analysiert er sich und sein Leben, seine Freundschaften, seine Jobs und lässt sich seine Erkenntnisse und Vorsätze für die Zukunft 90 Tage später in einer Mail wieder zuschicken. Auch, um zu überprüfen, ob er seine Hausaufgaben gemacht hat oder seine Erkenntnisse, egal warum, irgendwo versandet sind. Ein Autounfall veranlasste ihn, noch radikaler das Jetzt in seinem Alltag zu leben und alles, was er an einem Tag sagen will und tun möchte, auch zu tun und es nicht auf die lange Bank zu schieben. Fokussierter geht wohl nicht.

Liebe Wipkingerinnen und Wipkinger

Die meisten von uns besitzen wohl tausendfach mehr persönliche Gegenstände als Cedric Waldburger. Wir müssen auch nicht alle im Materiellen Minimalisten werden. Aber fokussiert leben, ganz im Jetzt, wer möchte das schon nicht? Ja, das Beispiel von Cedric Waldburger ist wie eine offene Frage an uns: Wie leben wir unser Leben? Was ist uns wichtig? Wie gehen wir mit Besitz um? Wie fokussiert sind wir im hier und jetzt? Es sind spannende Fragen an uns und ich wünsche Ihnen, dass Sie jetzt an den schönen Spätsommertagen auf Spaziergängen darüber nachdenken oder auch mit anderen Menschen diskutieren können, um innerlich immer wieder weiterzukommen und wirklich froh gesinnt fokussiert zu leben.

Herzliche Grüsse Beat Häfliger, Pfarrer

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