Wipkinger-Zeitung.ch

16°C11°C am 24. Oktober 2021
Tanzhaus

Full-House im Tanzhaus

22. September 2021 von

Choreografin Eugénie Rebetez und Performer Tarek Halaby, «Ha ha ha».
Foto: Nelly Rodriguez

Choreografin Eugénie Rebetez und Performer Tarek Halaby, «Ha ha ha».

Von

Online seit
22. September 2021

Printausgabe vom
23. September 2021
Beitrag bewerten

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...

Ein rockiges Stück für die ganze Familie, ein queer-feministisches Solo, eine kollektive Körperschaft und ein nicht immer nur lustiges Kinderstück über das Lachen...

…diesen Herbst wartet das Tanzhaus Zürich mit vier spannenden Stücken auf, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Alle Spieldaten finden sich wie immer online.

Martin Zimmermann und Han Sue Lee Tischhauser, «Goodbye Johnny».

Martin Zimmermann und Han Sue Lee Tischhauser, «Goodbye Johnny».

 

Martin Zimmermann: «Goodbye Johnny»

Martin Zimmermann, gerade mit dem höchsten Schweizer Theaterpreis, dem Hans-Reinhart-Ring, ausgezeichnet, bringt mit «Goodbye Johnny» eine Hommage an alles, was sich am Rande der Gesellschaft bewegt, auf die Bühne. Zusammen mit dem Musiker Han Sue Lee Tischhauser schafft er in dem Stück für Kinder und Erwachsene ab zwölf Jahren eine schrille Sammlung wunderbar komischer Momente voller augenzwinkernder Verweise auf unsere eigene absurde Zeit. (Ab 24. September)

 

Teresa Vittucci, «Hate me, tender – Solo for Future Feminism».

Teresa Vittucci, «Hate me, tender – Solo for Future Feminism».

 

Teresa Vittucci: «Hate me, tender»

Teresa Vittucci wirft in ihrer jüngsten Arbeit «Hate me, tender» einen neugierigen Blick auf die Jungfrau Maria. «Gewaltsam sanft», so könnte man sagen, entwirrt Vittucci das queere Potenzial dieser Ikone, welche die mitfühlende Frau und trauernde Mutter verkörpert und kulturell als Inbegriff von Reinheit, Unschuld und Perfektion gilt. Von der Kirche in ihrer Funktion als Mutter Gottes verehrt, von feministischen Bewegungen wegen der weiblichen Stereotypen kritisiert, die diese Figur hervorgebracht hat, hat die Jungfrau Generationen polarisiert. In ihrem Solo begibt sich Vittucci auf einen zärtlichen Kreuzzug, um die Matriarchin Maria als mächtige Heldin und Botschafterin eines queeren Feminismus zu rehabilitieren, bewaffnet mit einem verletzlichen, mitfühlenden Herzen. (Ab 30. September)

 

Utopisistas, «I’ll be back».

Utopisistas, «I’ll be back».

 

Utopisistas: «I’ll be back»

In «I’ll be back» erforscht das Tanzkollektiv Utopisistas den Begriff des Selbst und stellt die individuelle Entfaltung dem Gemeinwohl gegenüber. Unterstützt von einer Klanglandschaft, die aus ihren Stimmen besteht, verschmelzen Matilda Bilberg, Nerea Gurrutxaga, Jenna Hendry und Maria Teresa Tanzarella tanzend und sprechend zu einem multiplen Wesen mit einem kollektiven Körper und einem gemeinsamen Bewusstsein. Dabei schöpfen sie durch Improvisation die Kraft des Spontanen aus. Indem es unser Bedürfnis nach Synchronizität und Symbiose gleichzeitig befriedigt und unterwandert, entsteht mit «I’ll be back» ein funkelndes, atmosphärisch geladenes Stück, das eine Reihe zeitloser Fragen aufwirft: Höre ich dort auf, wo du beginnst? Oder existiere ich nur durch dich? Und wenn ja: Können wir ein gemeinsames Selbst erschaffen? Oder sind wir allein? Für immer? (Ab 20. Oktober)

Eugénie Rebetez: «Ha ha ha»

Lachen, nochmals lachen und noch lauter lachen, um auch in den schwierigsten Situationen mit Leichtigkeit weiterzukommen. In «Ha ha ha» choreografiert Eugénie Rebetez das Lachen als Lebensweg und erkundet unsichtbare Gefühlswelten, ohne viele Worte zu verlieren. In dem Stück für Kinder ab sechs Jahren wechselt die von Tarek Halaby verkörperte Figur zwischen Realität und Imagination und offenbart, wie die beiden sich beeinflussen. Mit seinem grossen, erwachsenen Körper, rund und ziemlich behaart, wirkt der Pro­tagonist dieser Bühnenreise etwas deplatziert, aber auch voller Anmut. Alleine im Raum wird er mit seinen eigenen physischen, emotionalen und narrativen Grenzen konfrontiert. Geschäftig erkundet er seine Umgebung und sucht nach dem nächsten Abenteuer. (Ab 6. November)

Bewegen Sie das Tanzhaus!
Ihre Mitgliedschaft im Förderverein Tanzhaus Zürich ist wertvoll. Sie halten damit das Tanzhaus in Bewegung, treffen andere tanzinteressierte Menschen und fördern eine lebendige lokale Tanzszene. Alle Details: www.tanzhaus-zuerich.ch/foerderverein   

Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar.


500