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Gabriela Rothenfluh tritt in Urs Bergers Fussstapfen

27. Juni 2018 von

Bereit für den Schulkreis Waidberg: Gabriela Rothenfluh übernimmt von Urs Berger das Schulpräsidium.
Foto: M. Egloff

Bereit für den Schulkreis Waidberg: Gabriela Rothenfluh übernimmt von Urs Berger das Schulpräsidium.

Von

Online seit
27. Juni 2018

Printausgabe vom
28. Juni 2018
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Am 10. Juni wurde Gabriela Rothenfluh zur Schulpräsidentin erkoren. Mathias Egloff (SP10) fühlte ihr und dem nach 18 Jahren scheidenden Urs Berger in «seinem» Büro über der Schulzahnklinik auf den Zahn.

Gabriela Rothenfluh, du warst früher Schulpflegerin und engagiert für die Tagesschule – was für eine Schulpräsidentin wirst du sein?

Ich werde viel zuhören, viele Fragen stellen und wenn nötig auch klar meine Meinung sagen. Und ich habe mir den festen Vorsatz genommen, nie zu vergessen, dass es am Ende immer um das Wohl der Kinder geht. Ich werde wohl irgendwo in meinem Büro ein Bild oder ein Spruch aufhängen, um mich stets daran zu erinnern.

Urs Berger, du brauchtest Zeit, um in dein Amt hineinzuwachsen, du musstest Konflikte lösen. Was wird sich ändern nach deiner Zeit?

Richtigerweise werden Konflikte heute primär von den direkt Beteiligten gelöst, solche zwischen Eltern und Lehrpersonen, also auf Ebene Schule im direkten Gespräch, allenfalls mit Beizug der Schulleitung. Das Schulpräsidium kommt erst in dritter Linie zum Einsatz. Die Volksschule ist ein komplexes Gebilde mit vielen Beteiligten, es braucht Zeit, mit den Abläufen und Zuständigkeiten vertraut zu werden. Eine Hauptaufgabe wird sicher sein, für die rasant wachsende Anzahl Schüler*innen genügend Schulraum und motivierte Lehr- und Betreuungspersonen zu finden.

Gabriela, welche Schwerpunkte wirst du setzen?

Mein Fokus für die nächsten vier Jahre wird darauf liegen, die bereits aufgegleisten Projekte «Lehrplan 21» und «Tagesschule» erfolgreich umzusetzen. Für weitere Schwerpunkte für den ganzen Schulkreis ist es noch zu früh. Ich muss zuerst die 15 Schulen noch besser kennenlernen, um zu wissen, wo die Gemeinsamkeiten und wo die Unterschiede der einzelnen Schulen liegen.

Warum soll das Amt politisch sein, warum in SP-Hand?

UB: Das Schulpräsidium muss grundsätzlich für alle Leute da sein, unabhängig von politischer Gesinnung, Nationalität oder sozialem Status. Es ist aber sicher richtig, dass die stärkste politische Kraft in der Stadt Verantwortung für die Führung der Schulen übernimmt. Die SP steht für das, was die Stadtzürcher Bevölkerung in den letzten Abstimmungen zum Ausdruck gebracht hat: Tagesschulen, integrativer Ansatz, Ausbau der Betreuung, gute und genügend Schulhäuser.

GR: Das Amt ist vielleicht nicht allzu politisch, aber die Volkswahl legitimiert die strategische Stossrichtung. Die SP hat eine hohe Kompetenz in der Bildungspolitik und besonders bei der Volksschule. Dies wird von der Bevölkerung offensichtlich auch so wahrgenommen und honoriert.

Urs, was kann ein Schulpräsident überhaupt gestalten?

Bei der Volksschule ist vieles durch den Kanton vorgegeben, was für die Chancengerechtigkeit auch richtig ist. Von der Stadt gibt es weitere verbindliche Vorgaben. Als Schulpräsident habe ich es immer als meine Aufgabe gesehen, den einzelnen Schulen nicht noch mehr aufzuerlegen, sondern ihnen Freiräume zu ermöglichen, um der eigenen Schule ein Profil zu verleihen. Das Profil soll im Dialog mit allen Beteiligten, auch den Schüler*innen und Eltern, entwickelt und lebendig gehalten werden. Und es soll auf die Bedürfnisse der Kinder im Quartier abgestimmt sein, auf die besonderen Ressourcen der Mitarbeitenden und auf die Schulgebäude.

Gabriela, Wie möchtest du die Zufriedenheit der Lehrpersonen mit der Tagesschule verbessern?

Ich habe viele Lehrer*innen erlebt, die vom Konzept der Tagesschule begeistert sind und sich auf die Umsetzung freuen. Natürlich lösen Veränderungen und Neues auch immer eine gewisse Verunsicherung aus, die man ernst nehmen muss. Deshalb ist es wichtig, dass wir den Pilotversuch eng begleiten und bei der Analyse ehrlich bleiben. Nur so können wir gegebenenfalls Verbesserungen vornehmen. Mit dem Pilot haben wir auch die grosse Chance, auszuprobieren und zu testen, was gut funktioniert und was nicht.

Mit dem Schulhaus am Wasser hat der Schulkreis eine Pilot-Tagesschule, wie sind die Erfahrungen?

UB: Die Erfahrungen sind sehr positiv. Die Kinder schätzen die mit zunehmendem Alter wachsende Selbstständigkeit und die Vielfalt der Angebote; die Mitarbeitenden schätzen die Verbindung von Betreuungs- und Unterrichtsaufgaben. Die meisten Lehrpersonen übernehmen eine Schicht über Mittag. Eltern schätzen die Verlässlichkeit und dass die Hausaufgaben jetzt in den Schulalltag integriert sind. Die Stimmung ist meist sehr friedlich, trotz der vielen Kinder. Zum Abschluss bedanke ich mich herzlich für all die Begegnungen und die Unterstützung, die ich als Schulpräsident erfahren habe. Meiner Nachfolgerin Gabriela Rothenfluh wünsche ich alles Gute und viel Erfolg.

Dem schliesse ich mich an und danke euch herzlich für das Gespräch.

 

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