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Gewerbe Wipkingen

Gewerbe Wipkingen archiviert Dokumente

24. März 2021 von

Die Unterlagen des Vereins "Gewerbe Wipkingen" werden nun im Stadtarchiv gelagert.

DIe Unterlagen des Vereins "Gewerbe Wipkingen" werden nun im Stadtarchiv gelagert.

Von

Online seit
24. März 2021

Printausgabe vom
25. März 2021
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Nach der erfolgten definitiven Auflösung des Gewerbe Wipkingen werden die Unterlagen im Stadtarchiv archiviert.

An der Abschluss-Generalversammlung des Gewerbe Wipkingen in der Lettenkirche im letzten Herbst hatten die anwesenden Mitglieder den Beschluss gefasst, die wichtigsten Unterlagen zu archivieren. Das Interimspräsidium, bestehend aus Martin Bürlimann und Barbara Schürz, hat Kontakt mit dem Stadtarchiv aufgenommen, ob Interesse besteht und welchen Teil der Unterlagen interessant für spätere Generationen sein könnten.
Für Vereine besteht wie auch für Firmen eine Aufbewahrungspflicht von zehn Jahren für Kassa, Revision und Jahresberichte. Diese Unterlagen sind bereits pflichtgemäss eingelagert.

Ein klassischer Verein

Das Gewerbe Wipkingen war nicht der erste Verein seiner Art. Der älteste Gewerbeverein ging auf die Initiative der Gemeinnützigen Gesellschaft Wipkingen zurück. Damals war Wipkingen noch eine eigenständige Gemeinde. Die GGW regte die Gründung eines Gewerbevereins an, welcher 1886 die Gewerbeschule eröffnete. Es gab einige Ausstellungen zu landwirtschaftlichen und gewerblichen Themen in Wipkingen. Wie lange der Gewerbeverein aktiv war, ist nicht mehr bekannt.
1953 entstand die «Vereinigung der selbstständigen Handels- und Gewerbetreibenden von Wipkingen». Mitglieder waren vorab Handelsfirmen, Dienstleister, Handwerker und Fachgeschäfte. Sie nannte sich auch «Geschäftsleutevereinigung Wipkingen» oder meist einfach «Käferbergler». Erster Präsident der Geschäftsleutevereinigung war Bäckermeister Piller.
Die Geschäftsleutevereinigung gründete eine Quartierzeitung, den «Käferberg». Diese Zeitung ging in die Hände der Lokalinfo über, die sie als «Käferberg/Affoltemer» mehrere Jahrzehnte als Quartierzeitung publizierte. Der Verleger benannte die Zeitung Anfang 2006 um in «Zürich Nord», da sie auch Quartiere aus diesem Gebiet abdeckt.
Die Geschäftsleutevereinigung endete in den 1980er-Jahren mangels aktiver Mitglieder. Viele Kleinunternehmen vermissten eine Gewerbevereinigung im Quartier. Bei der Gründung des Gewerbe Wipkingen waren vom Vorläufer einige Mitglieder vertreten.
Das Gewerbe Wipkingen, jener Verein, der letztes Jahr aufgelöst wurde, bestand seit 1993. Es war eine Vereinigung der Fachgeschäfte, Handwerker, Selbstständigen und Dienstleister im Quartier.

Lokalgeschichtliche Dokumente

Von den Vorgängervereinen «Geschäftsleutevereinigung» und vom 1886 gegründeten Gewerbeverein ist praktisch nichts erhalten geblieben. Aus lokalhistorischer Sicht ist dies bedauerlich, da diese Vereine eine gewisse gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung hatten. Welche Rolle die organisierten Unternehmer beispielsweise bei der Eingemeindung 1893 spielten, ist nicht mehr aus Quellen erster Hand recherchierbar.
Vielleicht interessiert sich in vielen Jahren jemand für einen Verein, der als typisch für unsere Zeit steht. Entstehung, Aktivitäten und die Auflösung sind dann chronologisch einsehbar. Lange Zeit war Sepp Bamert Aktuar des Gewerbe Wipkingen. Die Unterlagen wurden sorgfältig gesammelt und im Lagerraum des Gewerbe Wipkingen an der Rousseaustrasse aufbewahrt, zusammen mit dem anderen Material. Insbesondere die Protokolle, Jahresberichte, Unterlagen von Aktivitäten, Fotos von Ausflügen und geselligen Anlässen sowie Kassa- und Revisionsberichte sind in mehreren Laufmetern Bundesordnern erhalten geblieben.
Der Auflösungsvorstand hat sich beim Stadtarchiv erkundigt, welche Unterlagen aufbewahrungswürdig sind. Zusammen mit Kurt Gammeter werden diese Dokumente zusammengestellt und dem Stadtarchiv übergeben.

Stadtarchiv ist öffentlich

Das Stadtarchiv befindet sich am Neumarkt 4 im Haus zum untern Rech. Die Benutzung des Stadtarchivs ist kostenlos, im Moment allerdings stark eingeschränkt. Es gibt einen Lesesaal, der in normalen Zeiten frei zugänglich ist. Dort befindet sich eine Handbibliothek. Verschiedene Bücher über Wipkingen und die anderen Stadtquartiere sind einsehbar. Momentan ist der Lesesaal nur eingeschränkt geöffnet. Es besteht eine Anmeldepflicht. Wer spezielle Themen aus Wipkingen sucht, findet Rat und Hilfe beim Personal. Es gibt auch Einführungskurse und Merkblätter, wie man nach besonderen Themen sucht. Die gewünschten Akten – beispielsweise Unterlagen zum Männerchor Wipkingen oder zum Quartierverein – werden dann bereitgestellt und sind nach kurzer Wartefrist einsehbar.
Viele Dokumente, Bilder und historische Unterlagen sind auch elektronisch abrufbar. Die Suche ist allerdings nicht ganz einfach; es empfiehlt sich, die Einführung genau zu lesen, damit die Suchergebnisse dem Gewünschten entsprechen.

Eingesandt von Martin Bürlimann

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