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Gut fürs Tier und fürs Klima

22. September 2022 von

Foto: pixabay

Die artgerechte Haltung von Nutztieren soll gefördert werden.

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22. September 2022

Printausgabe vom
22. September 2022
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Die Trockenheit oder die schmelzenden Gletscher machen uns bewusst, dass die Treibhausgase reduziert werden müssen. Dabei können wir alle unseren Beitrag leisten.

Niemand muss auf Fleisch verzchten, aber nur schon durch die Reduktion tierischer Produkte können Treibhausgase gemindert werden. Bei vielen Konsument*innen ist das aber noch nicht angekommen. Fleisch gehört für etliche immer noch selbstverständlich auf den Speiseplan, obwohl es heute bereits eine Vielzahl an pflanzlichen Fleisch- und Milchersatzprodukten gibt. Die Macht der Gewohnheit macht träge.
Die Gegner der Massentierhaltungsinitiative argumentieren, dass Fleisch- und Milchprodukte verteuert würden. Dies ist aber nicht zwingend. Es wird kein genereller Bio-Standard erhoben, sondern einfach Freilauf und Fläche bei der Tierhaltung verbessert. Heute gibt es Masttiere, die nie in ihrem Leben draussen waren und permanent auf Betonböden dahinvegetieren. Das ist keine artgerechte Haltung. Und wenn die Preise leicht steigen, kann dies auch zu einem Umdenken führen, hin zu etwas weniger Fleisch- oder Milchprodukten. Die Hafermilch zum Beispiel ist ein regionales Produkt und eignet sich bestens für Kaffee oder Birchermüsli.

Kleinbauern werden verdrängt

Viele kleine und mittlere Bauernbetriebe zeigen heute schon, dass es möglich ist, die Forderungen der Initiative zu erfüllen. Solche Höfe geraten durch Massentierhaltungsbetriebe unter Druck oder werden von diesen gar verdrängt. Eine Entwicklung, die in die falsche Richtung geht. Die Schweiz profitiert von den vielen engagierten Kleinbauern und Bäuerinnen, die zudem eine wertvolle Landschaftspflege betreiben und unsere Biodiversität fördern.
Die Befürchtung, dass es bei der Annahme der Initiative zu mehr Einkaufstourismus kommen könnte, ist berechtigt. Wenn dabei aber die steigenden Benzinpreise bedacht werden, rechnen sich regionale Produkte plötzlich wieder mehr. Die drohende Energiekrise zwingt uns förmlich zum Umdenken, und das kann eine Chance sein. Die Initiative gegen Massentierhaltung ist eben nicht nur gut für die Tiere, sondern auch fürs Klima.

Claudia Rabelbauer, Gemeinderätin EVP

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