«Haus der Diakonie»: Es geht voran

Aus dem Kirchgemeindehaus Wipkingen soll das «Haus der Diakonie» werden. Ein Kreditantrag über 50,2 Millionen Franken wurde dem Kirchgemeindeparlament unterbreitet.

Das Kirchgemeindehaus in einer Luftaufnahme von 1931: Vorne links der neu gebaute Kehlhof. Der Nussbaum auf dem Vorplatz steht noch, der alte Kehlhof ist abgebrochen. Rechts die Kreuzung mit den Tramschienen der Linien 13 und 4. Rechts unten der ehemalige Friedhof, der als Gemüsegarten genutzt wurde. (Foto: BAZ)

Das Kirchgemeindehaus der evangelisch-reformierten Kirche am Wipkingerplatz dürfte das imposanteste seiner Art in der Stadt sein: Im Jahr 1932 wurde es als «kirchliches Volkshaus» konzipiert und galt als erstes Hochhaus von Zürich. Mittlerweile ist es in die Jahre gekommen und muss saniert werden.

Die «Streetchurch», die zur evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Zürich gehört, soll im Auftrag der Kirchgemeinde aus dem Gebäude ein «Haus der Diakonie» machen (die «Wipkinger Zeitung» berichtete), einen Ort der «Kultur und Gastfreundschaft, der Wertschätzung und der Gestaltung für alle», wie es auf der entsprechenden Website heisst. Das hat seinen Preis: 50,2 Millionen Franken sind nötig, um das Kirchgemeindehaus für diese Bedürfnisse zu adaptieren.

Wie dem Protokoll zu den Beschlüssen der Kirchenpflege vom 7. Februar 2024 zu entnehmen ist, hat das Kirchgemeindeparlament für dieses Vorhaben bereits im Oktober 2021 einen Projektierungskredit von 5,3 Millionen Franken gesprochen. Mittlerweile liege, so die reformierte Kirchgemeinde, ein ausgereiftes Projekt mit einem aktualisierten Kostenvoranschlag vor: Dem Parlament wird für die Umsetzung ein Kredit mit den erwähnten 50,2 Millionen Franken beantragt. Rund zwei Drittel der Kosten betreffen als gebundene Ausgaben die reine Instandsetzung des Gebäudes und rund ein Drittel der Kosten wird für die spezifische neue Nutzung als «Haus der Diakonie» aufgewendet.

Das Kirchgemeindeparlament soll am 27. Juni darüber entscheiden. Rechtzeitig, damit der Kredit in der Volksabstimmung vom 22. September 2024 den Gemeindemitgliedern vorgelegt werden kann. Bei einem Ja erfolgt die Kreditfreigabe im November 2024. Die Eröffnung soll im Jahr 2027 stattfinden.

Die Pläne

Details zum Projekt wurden ebenfalls veröffentlicht. Äusserlich wird sich das Gebäude kaum verändern, da es unter Denkmalschutz steht. Dennoch wird einiges anders: Das «Haus der Diakonie» soll verschiedene Nutzungszonen bieten, darunter eine Arbeitsintegration, Plätze für Co-Working, einen Gastrobetrieb sowie Büros. Der grosse Saal wird bestehen bleiben.

Neu wird das ganze Gebäude auch von der Rosengartenstrasse her gut erreichbar sein: Eine Treppe führt von der neuen «Halle Ost» direkt hinauf in das Foyer. Es sind viele spannende Pläne, die das Projekt ausmachen: vom Einbau zweier Fahrstühle über die intensivere Begrünung auf der nördlichen Dachterrasse bis hin zur barrierefreien Erschliessung.

Ausstellung zur Sanierung und Nutzung

Im Foyer des Kirchgemeindehauses Wipkingen informiert eine öffentliche Ausstellung über die Sanierung und geplante Nutzung.

Geöffnet ist die Ausstellung an folgenden Samstagen:
27. April, 4./11./25. Mai 2024, jeweils von 10.00 bis 14.00 Uhr.

Weitere Informationen: haus-der-diakonie.ch

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